“Das Experiment”
Das Experiment ist ein Science-Fiction-Roman von Arkadi und Boris Strugazki. Er wurde zwischen 1969 und 1975 verfasst, konnte aber erst 1989 veröffentlicht werden. Das Werk kann als Abrechnung mit politischen Ideologien und als eine Parabel auf das menschliche Streben nach Erkenntnis betrachtet werden.
(…)
„Das Experiment“ ist ein intellektuelles Buch, das sich fast ausschließlich mit politischen, ideologischen oder geschichtsphilosophischen Reflexionen Andrejs beschäftigt. Trotzdem wird die Handlung vorangetrieben, und es entwickeln sich idyllische Momente. Beim Lesen wird schnell klar, dass es sich nur um hypothetische Fragen, Ideen oder Bilder handelt, die nicht entschieden werden können.
Zum Inhalt könnt ihr selber bei Wikipedia schauen. Ganz kurz und knapp zusammengefasst: Menschen aus verschiedenen Zeiten und Ländern leben, eine Sprache sprechend, in “der Stadt” zusammen. Und dann schauen wir mal, was passiert…
Ich habe mich in den letzten Tagen da durchgekämpft. Wenn man das gelesen hat, erkennt man viele Parallelen zur faschistischen Diktaturen, aber auch zu den Zuständen in den sozialistischen Ländern, insbesondere der Sowjetunion.
Und so schreibt Boris Strugatzki im Anhang der aktuellen Ausgabe:
Das Rohmanuskript des Romans wurde in sechs Arbeitstreffen geschrieben (…)Am 27. Mai 1972 setzten wir den Schlusspunkt, atmeten erleichtert auf und legten die ungewohnt dicke Mappe in den Schrank. Ins Archiv. Für lange Zeit. Für immer. Uns war völlig klar, dass der Roman keine Chancen hatte.
Die Strugatzkibrüder haben ein Buch geschrieben mit dem vollen Bewusstsein, dass dieses nie (in der Sowjetunion) veröffentlicht werden kann.
Da muss man schon mal die Frage stellen: Was unterscheidet die Zensur der staatlichen Stellen noch von der Bücherverbrennung?
Da könnt ihr es direkt bei Amazon bestellen, und ja, ich bekomme dann auch was dafür.
Arkadi & Boris Strugatzki – Gesammelte Werke 2: 3 Romane in einem Band




Eine Reaktion
Von sven am 28. Sep 2011 um 16:37 Uhr
Nichts. Beides ist Folge eines reflexionsfreien, d.h. im Kern unwissenschaftlichen Denkens und eines religionstypischen Glaubens an die eigene Selbsterwähltheit.