Es gibt einen Gewinner
Tjoa, ich habe alle Namen in eine Liste geschrieben, jeder hat eine Nummer bekommen und dann habe ich den Gewinner ausgewürfelt. Faltenbalg hat es gewonnen und bekommt das Buch.
Das rote BlogSozialismus 2.0 (beta)
Tjoa, ich habe alle Namen in eine Liste geschrieben, jeder hat eine Nummer bekommen und dann habe ich den Gewinner ausgewürfelt. Faltenbalg hat es gewonnen und bekommt das Buch.
Folgenden Artikel habe ich in der Jungen Welt gefunden. (Schon abonniert?)
Leider ist es mir nicht gelungen, eine Webseite der Interessengemeinschaft Contra Sozialabbau Aschersleben-Staßfurt zu finden, sonst hätte ich gerne direkt darauf verlinkt.
Unsere 95 Thesen
494 Jahre nach dem Thesenanschlag durch Martin Luther an der Wittenberger Schloßkirche wird am Montag, den 31. Oktober 2011, die Interessengemeinschaft Contra Sozialabbau Aschersleben-Staßfurt um 17.30 Uhr am Portal der Ascherslebener Stephanikirche und an anderen öffentlichen Gebäuden 95 Thesen anbringen. »Wir sehen uns dazu veranlaßt, weil genau wie zu Luthers Zeiten das Gefüge unserer Gesellschaft in Unordnung ist. Die Schere zwischen Oben und Unten, zwischen Reich und Arm klafft in nie da gewesenem Ausmaß auseinander. (…) Wir wollen mit unserem Thesenanschlag ein Zeichen dafür setzen, dass es an der Zeit ist, Widerstand zu leisten.« junge Welt dokumentiert die 95 Thesen.
Diese unsere Thesen stellen wir zum Disput, wie einst Martin Luther, in der Hoffnung, die Menschen zum Nachdenken zu bringen und mit allen gemeinsam einen Weg zu einer gerechteren Welt zu finden, in der es sich menschenwürdig leben läßt.
Interessengemeinschaft Contra Sozialabbau Aschersleben-Staßfurt
Kontakt: ig-contra-sozialabbau@web.de
Nach dem Tod eines vermeintlichen Mitstreiters mußten linke Aktivisten aus München feststellen, daß er sie und ihre Bündnispartner viele Jahre bespitzelt hatte
Quelle: Junge Welt
(…) »Niemand hatte einen Verdacht«, sagt Claus Schreer, der Günter K. seit Jahrzehnten aus der Bündnisarbeit kannte. »Er hat auch nie mitgeschrieben.« In seinem Nachlaß fanden sich allerdings Tonträger, die er kurz nach den Sitzungen besprochen haben muß. Darin bezeichnet sich Günter K. selbst als »Quelle«, führt die Tagesordnung auf, faßt Redebeiträge zusammen, nennt die Teilnehmer, die er kennt, namentlich und liefert Personenbeschreibungen von weiteren. Wie zur Abschrift für eine Bürokraft des Landesamtes Verfassungsschutz. Weder dieses noch das bayerische Innenministerium sind allerdings zu einer Stellungnahme bereit. (…)
(via addn.me)
Zu meiner ganz persönlichen Erfahrung mit dem Thema möchte ich einen Kommentar von Thomas Trüten nochmal explizit zitieren.
Also ich kämpfe ja auch mit der Ernährungsumstellung, allerdings auch aus politischen Gründen. Neben den moralischen Apekten der Massentierhaltung sollte auch die aktuelle WWF Studie die Alarmglocken schrillen lassen:
“Die Deutschen benötigen eine Fläche von der Größe Österreichs, nur um ihren Hunger auf Fleisch zu stillen. Für den Anbau des Viehfutters und die Weiden seien 8,42 Millionen Hektar des weltweit knappen Agrarlandes nötig, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Umweltorganisation WWF. Mindestens 23 Prozent davon befinde sich außerhalb Europas, denn auf 1,9 Millionen Hektar stünden Sojapflanzen, die fast vollständig importiert werden. (…)
(…) Jeder Bundesbürger sorgt mit seinem Fleischverzehr im Schnitt dafür, dass laut Studie auf 1.000 Quadratmeter Futtermittel angebaut werden müssen. Ein Schweinebraten-Gericht bedarf demnach 3,12 Quadratmeter Anbaufläche pro Person, 71 Prozent davon für den Fleischanteil. Zum Vergleich: Für einen vegetarischen Pasta-Teller mit Tomatensoße sind nur 0,46 Quadratmeter Acker nötig. Der große Unterschied liegt vor allem darin, dass viel mehr der in Pflanzen gespeicherten Energie verloren geht, wenn Tiere sie in Fleisch umwandeln, als wenn Menschen die Pflanzen direkt essen. (…)”
Via konsumpf, wo übringens auch herausgearbeitet wurde, dass es Bayern wegen des Flächenfraßes bald sowieso nicht mehr gibt. Siehe dazu auch einen ausnahmsweise interessanten Artikel bei SPON.
Sollte man mal drüber nachdenken!
Übrigens: Am 1. November ist Weltvegantag.
… ihr habt noch bis Sonntag die Chance, das Buch von Peter Gingold zu gewinnen.
Peter Gingold – Ein jüdischer Antifaschist und Kommunist
Ich habe es inzwischen ausgelesen und muss sagen, es lohnt wirklich!
Dresden. Die rabiate Polizeirazzia gegen vermeintliche Linksextreme nach den Neonazi-Aufmärschen am 19. Februar in Dresden war auf ganzer Linie rechtswidrig. Nachdem Dresdner Amtsrichter bereits die Durchsuchung eines Anwaltsbüros sowie eines Parteibüros der Linken und die erkennungsdienstliche Behandlung zweier Mitarbeiter als rechtswidrig einstuften, gab es dieses Urteil (AZ: 270 Gs 3762/11) nun auch für die Durchsuchung einer Privatwohnung in dem Gebäude. (…)
Die Polizei wurde also abgewatscht, aber ihr Ziel hat sie erreicht. Einschüchterung, Sammeln von Daten, Kriminalisierung von Widerstand im Meinungsbild der Bevölkerung, etc.
Der gemeine BILD-Leser kapiert das jetzt eh nicht. Wenn er es überhaupt mitbekommt…
Ich habe ja bekanntlich vor einiger Zeit angefangen, mich nur noch vegetarisch zu ernähren. Nicht vegan, also sind durchaus noch tierische Produkte wie Ei oder Milch dabei, aber ohne Fleisch, Wurst, Fisch, Speck u.ä.. Angefangen habe ich damit aus einer Laune heraus. Es ging mir dabei nicht um Tierschutz sondern einfach darum, was Neues auszuprobieren.
Ich stellte es mir zu Anfang schwieriger vor, als es letztlich war und ist. Auf meine geliebte Pizza Hawaii (Mit Schinken) oder Broiler (Hendl, Huhn) zu verzichten lies mir manchmal noch das Wasser im Munde zusammen laufen, aber es ging. Es war auch so, das manchmal noch ein Stückchen Fleisch oder Wurst auf meinem Teller landete. Aber das verlief sich.
In Bayern wohnend ist es sicher auch von Vorteil, das sowohl ALDI SÜD als auch Kaufland hier ein recht umfangreiches Angebot vegetarischer Kost im Angebot haben. Auch in der Kantine meiner Arbeitsstätte gibt es immer mittags eine vegetarische Mahlzeit. Ok, da sind halt oft Nudeln dabei, aber wenn es schmeckt. Bei Pizza kann man im Supermarkt auf lecker Alternativen mit Käse und Spinat zurückgreifen, und Kuchen geht sowieso immer. Wie gesagt, vegetarisch, nicht vegan. Letzteres würde es wohl wesentlich schwieriger machen. Eine Freundin hat mir davon erzählt. Man muss sich sein Essen immer zu Hause vorbereiten, denn unterwegs außer Obst und Gemüse veganes Essen zu bekommen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Was mich bei manchen Veganern irritiert, ist der Umstand, dass es z.B. vegane Entenbrust gibt. Das habe ich tatsächlich in einem veganen Restaurant in Berlin gesehen. Ich meine, wenn ich aus Überzeugung keine Tiere esse, dann brauche ich doch auch nicht so zu tun. Aber sei es drum.
Über das Internet lassen sich auch einige leckere Sachen bestellen. Z.B. bei alles-vegetarisch.de, wo ich inzwischen meinem zweiten „Großeinkauf“ getätigt habe. Es ist zwar etwas teurer als im Laden und die Versandkosten kommen dazu, aber das hält sich in Grenzen. Übrigens sind die Lebensmittel dort alle vegan.
Abgenommen habe ich davon übrigens nicht. Aber ansonsten keinerlei gesundheitlichen Nachteile verspürt. Im Gegenteil, ich habe sogar den Eindruck, das seit dem meine Erkältungen weniger und schwächer geworden sind. Aber das ist nur meine ganz persönliche Feststellung.
Fazit: Mit ein wenig Willen kann man sich problemlos vegetarisch ernähren. Ich werde es weiter tun.
Presseerklärung des Bundesausschuss Friedensratschlag zum (bisherigen) Ausgang des NATO-Kriegs gegen Libyen.
NATO der Führung eines Angriffskriegs bezichtigt
Friedensratschlag: Krieg gegen Libyen war von Anfang an völkerrechtswidrig
“Wir teilen nicht Jubel über Gaddafis Tod”Berlin/Kassel, 24. Oktober 2011
Anlässlich des gewaltsamen Endes der Ära Gaddafi in Libyen erklären Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken in einer ersten Stellungnahme:
Der Bundesausschuss Friedensratschlag klagt die NATO an wegen Führung eines Angriffskrieges gegen Libyen. Von Anfang an, so heißt es in einer Erklärung vom Montag, haben Frankreich, Großbritannien und die USA nicht den „Schutz der Bevölkerung“, sondern den Sturz des libyschen Regimes zum Ziel gehabt.
Dies wird durch drei Umstände belegt:
1. Frankreichs Präsident Sarkozy gab bereits am 9. März im französischen Fernsehen als Ziel den Sturz Gaddafis vor. Die diesem Ansinnen zugrunde liegenden Behauptungen, Gaddafis Luftwaffe würde friedliche Demonstranten bombardieren, konnten bisher ebenso wenig bestätigt werden wie Meldungen über angebliche andere Gräueltaten Gaddafis im Februar/März. Solche Gerüchte zur Grundlage einer Entscheidung über Krieg oder Frieden zu nehmen, ist ein Skandal. Dass sich daran auch der UN-Sicherheitsrat beteiligt hat, gehört zu den Tiefpunkten der Diplomatie der Vereinten Nationen. Fakt ist hingegen: Erst nach Eintritt der NATO zur Unterstützung der libyschen Rebellen eskalierte das Kampfgeschehen zu einem regelrechten Bürgerkrieg. Bei NATO-Eintritt in den Krieg wurden 1.000 Getötete geschätzt, danach ist die Zahl auf über 50.000 Kriegstote angewachsen. Die Zerstörung der Städte ist außerdem immens. Wenn die NATO behauptet, bei ihren über 10.000 Luft- und Raketenangriffen wären keine Zivilpersonen beschädigt worden, ist das eine dreiste Lüge.
2. Die UN-Resolution 1973 vom 17. März 2011 forderte neben einer „Flugverbotszone“ und dem „Schutz der Zivilbevölkerung“ auch einen Waffenstillstand. Eine Ermächtigung zum „Regime Change“ oder zur Tötung Gaddafis enthielt sie nicht. Vielfältige Angebote zum Waffenstillstand, für Verhandlungen und Vermittlungen wurden von den Rebellen und der NATO entweder ignoriert oder abgewiesen. Denn es ging ihnen nicht um ein Ende der Kämpfe und des Blutvergießens. Das Ziel lautete: „Regime Change“, Beseitigung des ungeliebten Gaddafi-Systems. Damit aber hat die NATO die UN-Resolution gebrochen und gegen das Völkerrecht verstoßen.
3. Der Bombenangriff von NATO-Kampfflugzeugen auf den Fahrzeugkonvoi des flüchtenden Gaddafis am Stadtrand von Sirte nahm dessen Tod bewusst in Kauf. Aber auch diese Tötungsabsicht entbehrt nicht einer gewissen Logik, entledigt man sich dadurch doch eines Zeugen früherer Kumpaneien. Was hätte ein lebender Gaddafi bei einem ordentlichen Gerichtsverfahren (z.B. in Den Haag) nicht alles an peinlichen Waffen- und Ölgeschäften und anderen Abmachungen ans Licht bringen können! Daher die absichtsvolle Tötung, vulgo: Ermordung Gaddafis. Die NATO betätigt sich als Ermittler, Richter und Henker in einem. Mit Rechtsstaatlichkeit hat das nichts zu tun.
Aus diesem Grund kann sich der Bundesausschuss Friedensratschlag auch nicht den Lobeshymnen über die “siegreiche” NATO anschließen. Die unverhohlene Freude über den Tod Gaddafis zeugt von einem gebrochenen Verhältnis zum Recht auf Leben.
Die Lehre aus dem Libyen-Krieg kann für die Friedensbewegung nur lauten: Die NATO agiert im Auftrag einiger Führungsmächte als aggressiver Militärpakt. Zur Durchsetzung seiner Ziele geht er notfalls auch über Leichen. Die NATO muss gestoppt werden. Sie gehört abgerüstet und aufgelöst. Die Welt braucht keine Kriegsbündnisse, sondern Friedensallianzen.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Kassel)
Lühr Henken (Berlin)–
Bundesausschuss Friedensratschlag
Germaniastrasse 14
34119 Kassel
Tel.: +49 (0)561 93717974
Website: http://www.ag-friedensforschung.de
Anonymous-Hacktivisten haben mehrer Webseiten der NPD angegriffen. heise berichtet darüber. Und sofort kommt all die demokratischen Kritiker solcher guten Aktionen im dazugehörigen Forum wieder aus ihren Löchern gekrochen. Was soll man dazu sagen?
Widerliches Pack!
Und damit meine ich die NPD und all die anderen braunen Ratten! Diese Verbrecher gehören bekämpft! IMMER UND ÜBERALL UND MIT ALLEN MITTELN!
Ist mir egal, ob mir mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen wird. Ein Land, in dem Menschen umgebracht werden, nur weil sie aus einem anderen Land kommen, weil sie andere Hautfarbe so genannte weiße Rasse hat, weil sie schwul, obdachlos oder behindert sind, so ein Land hat keine Demokratie.
Als der deutsche Faschismus 1945 endlich besiegt war, setzten sich die Befreier zusammen und entwarfen eine “Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin vom 2. August” (Potsdamer Abkommen). Darin war u.a. zu lesen:
“Die Nationalsozialistische Partei mit ihren angeschlossenen Gliederungen und Unterorganisationen ist zu vernichten; alle nationalsozialistischen Ämter sind aufzulösen; es sind Sicherheiten dafür zu schaffen, daß sie in keiner Form wiederauferstehen können; jeder nazistischen und militaristischen Betätigung und Propaganda ist vorzubeugen.”
Und? Kurz darauf kamen im Westen Deutschlands diese ehemaligen Nazischergen wieder zu Amt und Würden während fortschrittlich und links denkende Menschen verfolgt wurden. (Parteiverbote der KPD und der FDJ, Radikalenerlass und einem sozialdemokratischen Bundeskanzler, Berufsverbote…)
Dieses Land ist nicht in der Lage, neonazistische Umtriebe wirksam zu bekämpfen.
Färbt mich rot (Die Farbe passt besser zu mir als dieses Grün), lasst heise diesen Beitrag löschen. Bittesehr. An meiner Meinung wird das nichts ändern.
Am Abend des 20. Oktober 2012 2011 wurde im Rahmen einer Veranstaltung des VVN/BdA das Buch “Peter Gingold: Paris – Boulevard St. Martin no. 11″, erschienen im PapyRossa-Verlag, vorgestellt. Silvia Gingold, (Tochter von Peter Gingold) und Dr. Ulrich Schneider (Historiker, Bundesprecher der Vereinigung der Verfolgten des (VVN/BdA), Generalsekretär der Fédération Internationale des Résistants (FIR), Herausgeber der Veröffentlichung) lasen Ausschnitte aus diesem Buch vor und erzählten von eigenen Erfahrungen mit Peter Gingold und aus ihrem Leben. Es war eine hochinteressante Veranstaltung über einen aufrechten Kämpfer gegen Faschismus, der seiner Sache bis zu seinem Lebensende treu geblieben ist und sich niemals unterkriegen lies.
Ich habe zwei Exemplare des Buches, eines davon werde ich in diesem Blog verlosen. Ihr könnt es eventuell bekommen, hinterlasst einfach einen Kommentar, dass ihr es gerne haben möchtet1 und unter allen Kommentatoren werde ich dann einen Gewinner auslosen. Der- oder diejenige kann sich dann auf eine sehr spannende Geschichte eines jüdischen Antifaschisten und Kommunisten in der Résistance und der Bundesrepublik freuen. (Ende der Verlosung ist Sonntag, der 30. Oktober.)
Peter Gingold, geboren am 8. März 1916, wuchs in einem jüdischen Elternhaus auf. In Frankfurt besuchte er die Jüdische Volksschule, begann 1930 eine kaufmännische Lehre in einer Musikgroßhandlung und trat in die Gewerkschaftsjugend des Allgemeinen freien Angestelltenbundes ein. 1931 wurde er im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands Mitglied. Bereits vor der Machtergreifung der Nazis traten die Jungkommunisten offensiv gegen die Hitlerjugend auf. In einer Diskussion konnten sie unter Redeführung von Emil Carlebach die jungen Faschistenanhänger regelrecht in Grund und Boden diskutieren.
Ab 1933 war Gingold im illegalen Widerstand tätig. Im Mai 1933 emigrierten seine Eltern und Geschwister nach Frankreich. Gingold, der noch in Deutschland verblieb, wurde im Juni bei einer Razzia der SA verhaftet und bekam nach mehreren Monaten Gefängnis die Anordnung, Deutschland zu verlassen.
Er emigrierte im Herbst 1933 nach Frankreich. Im Juni 1936 gründete er in Paris mit anderen jungen deutschen Antifaschisten die Freie Deutsche Jugend und lernte dort Ettie Stein-Haller, seine spätere Frau, kennen. 1937 trat er in die Kommunistische Partei Deutschlands ein. Im Januar 1940 heiratet er Ettie Stein-Haller und wurde im Mai als „deutschstämmiger Staatenloser“ von den Franzosen interniert.
Peter Gingold kehrte im Oktober nach Paris zurück und war im deutschen antifaschistischen Widerstand aktiv. Im Frühjahr 1941 gab er die Tätigkeit auf, da die Gestapo nach ihm fahndete. Er ging im April nach Dijon und wurde in der Travail allemand (TA), einer Gruppe in der Résistance, tätig. Im Juli 1942 wurden zwei seiner Geschwister in Paris verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert, dies lies Peter bis zu seinem Lebensende keine Ruhe finden. Im Februar 1943 wurde er in Dijon von der Gestapo verhaftet und mehrere Wochen lang verhört und gefoltert. Gingold wurde nach Paris überführt, dort gelang ihm im April die Flucht und nach ein paar Wochen war er wieder in der Résistance tätig. Im August 1944 beteiligte er sich am Aufstand zur Befreiung von Paris und ging als Frontbeauftragter des Nationalkomitees Freies Deutschland mit dem 1. Pariser Regiment nach Lothringen. Ende April war er als Frontbeauftragter bei den Partisanen in Norditalien und erlebte dort das Ende des Zweiten Weltkrieges.
Gingold kehrte im August 1945 nach Frankfurt am Main zurück und wurde wieder zusammen mit seiner Frau Ettie in der KPD aktiv. Er wurde Mitglied des Sekretariats der hessischen KPD.
Seit der Gründung der DKP 1968 war er dort Mitglied und übernahm wichtige Funktionen. Er lebte bis zu seinem Tod in Frankfurt am Main und war unter anderem politisch aktiv in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA), im Verband Deutscher in der Résistance (DRAFD) und im Auschwitzkomitee. Er war als Zeitzeuge bei den verschiedensten Gelegenheiten und Veranstaltungen in ganz Deutschland aktiv.
Die Familie Gingold spürte nach 1945 schnell wieder die Diskriminierung politisch antifaschistisch und kommunistisch denkender Menschen in Westdeutschland. Ihnen wurde die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert, da die entsprechenden Papiere fehlten, und sie galten als staatenlos. Trotz der Zustimmung untergeordneter Organe lehnte Hans-Dietrich Genscher eine Einbürgerung ab. Die führte zu einer großen Protestwelle in Deutschland und auch aus dem Ausland, insbesondere Frankreich. Dieser Kampf dauerte fast 20 Jahre. Auch seine Tochter Silvia Gingold wurde als DKP-Mitglied politisch verfolgt und mit Berufsverbot belegt. Dies mit dem Argument, als DKP-Mitglied könne sie ja eventuell in der Zukunft gegen die deutsche Verfassung verstoßen.
Am 12. Dezember 2004 wurde Peter Gingold in Berlin gemeinsam mit Esther Bejarano, Percy MacLean und Martin Löwenberg von der Internationalen Liga für Menschenrechte die Carl-von-Ossietzky-Medaille verliehen.
Peter Gingold starb am 29. Oktober 2006.
(Teile dieses Textes stammen aus Wikipedia, Version vom 21.10.2012)