Widerliches Pack
Anonymous-Hacktivisten haben mehrer Webseiten der NPD angegriffen. heise berichtet darüber. Und sofort kommt all die demokratischen Kritiker solcher guten Aktionen im dazugehörigen Forum wieder aus ihren Löchern gekrochen. Was soll man dazu sagen?
Widerliches Pack!
Und damit meine ich die NPD und all die anderen braunen Ratten! Diese Verbrecher gehören bekämpft! IMMER UND ÜBERALL UND MIT ALLEN MITTELN!
Ist mir egal, ob mir mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen wird. Ein Land, in dem Menschen umgebracht werden, nur weil sie aus einem anderen Land kommen, weil sie andere Hautfarbe so genannte weiße Rasse hat, weil sie schwul, obdachlos oder behindert sind, so ein Land hat keine Demokratie.
Als der deutsche Faschismus 1945 endlich besiegt war, setzten sich die Befreier zusammen und entwarfen eine “Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin vom 2. August” (Potsdamer Abkommen). Darin war u.a. zu lesen:
“Die Nationalsozialistische Partei mit ihren angeschlossenen Gliederungen und Unterorganisationen ist zu vernichten; alle nationalsozialistischen Ämter sind aufzulösen; es sind Sicherheiten dafür zu schaffen, daß sie in keiner Form wiederauferstehen können; jeder nazistischen und militaristischen Betätigung und Propaganda ist vorzubeugen.”
Und? Kurz darauf kamen im Westen Deutschlands diese ehemaligen Nazischergen wieder zu Amt und Würden während fortschrittlich und links denkende Menschen verfolgt wurden. (Parteiverbote der KPD und der FDJ, Radikalenerlass und einem sozialdemokratischen Bundeskanzler, Berufsverbote…)
Dieses Land ist nicht in der Lage, neonazistische Umtriebe wirksam zu bekämpfen.
Färbt mich rot (Die Farbe passt besser zu mir als dieses Grün), lasst heise diesen Beitrag löschen. Bittesehr. An meiner Meinung wird das nichts ändern.




5 Reaktionen
Von Felix am 23. Okt 2011 um 19:15 Uhr
Kampf dem Faschismus mit allen Mitteln!
Von gewe am 23. Okt 2011 um 21:49 Uhr
“Dieses Land ist nicht …” sollte man korrekter formulieren:
Jegliche Ausbeutergesellschaft ist nicht in der Lage …
Solange Ausbeutergesellschaften nicht überwunden sind, sind die Wurzeln des Faschismus nicht beseitigt.
Beim Übergang zur ausbeuterfreien Gesellschaft muss man allerdings aufpassen, dass sich die braunen Ratten kein Schlupfloch zum “Überwintern” suchen.
Von Jerry am 24. Okt 2011 um 00:15 Uhr
Diese Einstellung, dieses “Selbstjustiz ist okay, solange es nur die Richtigen trifft”, ist es, was mich politisch zunehmend verzweifeln läßt. Ich will niemandem mehr zugestehen, sich über geltendes Recht zu stellen, nur weil er mit meiner moralischen Einstellung übereinstimmt. Ich erwarte von diesem Staat, ideologieblind jedem Rechtsgleichheit zu gewähren; ideologisch motivierte Justiz und Polizeilichkeit, ob von rechts, links oder aus der Mitte, hat die deutsche Geschichte zur Genüge gesehen. Auch “Arschlöcher” haben Rechte.
Die NPD ist hier Opfer eines Verbrechens geworden, und in diesem Zusammenhang (aber eben auch nur in diesem) sollte sie als solches behandelt werden. Die polizeiliche Aufklärung gegen die kriminelle Organisation dürfte sich, beim gegenwärtigen Stand der Netzkapazität der Behörden, als schwierig erweisen, aber ich erwarte, daß sie mit der gleichen Intensität geführt wird, wie es in einem anderen Fall wäre.
Wenn hiesige Faschos denken, sie könnten auf ausländischen Servern systematisch gegen deutsches Recht verstoßen, haben sie sich geschnitten. Wenn eine Hackerbande denkt, sie könne sich aus eigenen Gnaden zum Netzdiktator machen und alles plattmachen, was ihr nicht paßt, gilt das gleiche.
Gleiches Recht. Ich habe keine Lust auf einen Staat, in dem ein “aufrechter Bürger, der nur das beste für das Land im Sinn hatte” laufengelassen wird, also will ich nicht, daß in irgendeiner Weise die Voraussetzungen dafür gelegt werden.
Ich habe schon desöfteren Antifaschisten erlebt, die den Rechten nicht mal grundlegende Menschenrechte zugestehen. Die letzte Konsequenz aus einer Rechtfertigungsweise, wie sie der Beitrag darstellt, und letztlich der Schritt auf die gleiche Stufe mit ihnen.
Nazis, die durch Dörfer ziehen und Lynchstimmung gegen ehemalige Häftlinge machen – ein Bild, das ich während des Tippens und Lesens im Kopf hatte und einfach nicht loswerde.
Gleiches Recht und staatliches Gewaltmonopol, Werte, für die ich wenn nötig gegen Freund und Feind einzutreten gewillt bin. Ich habe keine Lust, als vogelfrei markiert zu werden, und ihr bestimmt auch nicht. Fiat iustitia!
P.S.: Ich verziehe mich dann mal wieder für ein Weilchen in mein Loch, aus dem ich gekrochen bin.
Von Woschod am 24. Okt 2011 um 07:49 Uhr
ICh gestehe Nazis als Menschen jedes Menschenrecht zu. Aber ihrer Ideologie keine Fußbreit!
Von Felix am 24. Okt 2011 um 22:44 Uhr
@ Jerry
1: Faschisten aller Arten sein es Mitglieder und Funktionäre der NPD, Kameradschafter, autonome Nationalisten oder Andere werden nicht müde Menschen wegen ihrer Herkunft, Abstammung, Weltanschauung, Religion, Sexualität, körperlichen und geistigen Gesundheit oder ihres sozialen Standes zu diskriminieren, sie zu beleidigen, sie aus Beruf, Vereinen und Kneipen zu verdrängen und sie auf vielfältige andere Art herab zu würdigen, auf die unzähligen körperlichen Angriffe der Faschisten auf diese Personen will ich hier noch gar nicht weiter eingehen, sie verstoßen damit gegen das Grundgesetz Artikel 1. Absatz 1. Satz 1. (Die Würde des Menschen ist unantastbar.) also gegen das grundlegende im deutschen Recht verankerte Recht dieser Menschen. Es handelt sich bei Faschisten also nicht um Menschen mit einer anderen moralischen Einstellung sondern um Verbrecher übelster Sorte denen es offensichtlich stark an Moral mangelt, so sie den überhaupt eine besitzen. Durch die Äußerungen und Taten der Faschisten wird klar, dass sie gewillt sind die demokratischen und sozialen Rechte oben genannter Personen zu beschneiden so ballt sie mit ihren Parteien gesetzgebende Macht ergriffen haben oder sie lehnen die freiheitliche demokratische Ordnung grundsätzlich ab und versuchen sie zu zerstören, auch wenn einige dies nicht konkret formulieren, tun es dennoch viele, dass stellt einen Angriff auf das Grundgesetz Artikel 20. Absatz 1. dar (Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.). Da der Staat offenbar trotz unzähliger Gerichtsverfahren und etlicher Verbotsverfahren nicht in der Lage ist diesen Bestrebungen Einhalt zu gebieten, greift das Grundgesetz Artikel 20. Absatz 4. (Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.) Widerstand gegen Faschisten stellt sich also nicht über geltendes Recht, auch wenn er gegen Strafrecht verstößt.
Zugegeben ist der Anlass nicht gerade geschickt gewählt, dennoch ist die Aktion weder unverhältnismäßig noch unrecht.
2: Selbstverständlich haben alle Menschen Menschenrechte, auch Faschisten, zum Beispiel Grundgesetz Artikel 2. Absatz 1. (Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.). Im zweiten Teil des Satzes wird jedoch deutlich das dies nicht uneingeschränkt gilt. Ich halte es im akuten Fall für gerechtfertigt Menschen in ihren Grundrechten zu beschneiden um zu verhindern das sie Selbiges bei andern tun.
…und deshalb gilt
Wehret den Anfängen!
Kein Fußbreit den Faschisten!