Der alltägliche Rassismus

Man beachte diesen herausragenden Artikel bei Spiegel Online zum latenten Rassismus in der Bevölkerung: „Ausgrenzung durch Sprache – Deutsche und Döner“.

Die Politik sorgt sich wegen des Nazi-Terrors um den guten Ruf des Landes – mit Recht: Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sitzen tief in der deutschen Gesellschaft. Das zeigt nicht zuletzt der unselige Begriff von den „Döner-Morden“, meint Stefan Kuzmany.

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In Bayern würde man übrigens nicht „Neger“ sondern „Bimbo“ sagen, das ist meine leider erlebte Erfahrung.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von RedStar am 17. Nov 2011 um 16:03 Uhr

    Sehr interessanter Artikel, und ich finds gut, dass der Spiegel sich als bürgerliches Magazin offen gegen Rassismus ausspricht, auch wenn islamophobe Arschlöcher wie Broder darin schreiben dürfen. Mit der Konklusion, dass aus der Sprache das Denken entstünde, bin ich aber nicht zufrieden. Gerade bei vielen alten Menschen merke ich, dass häufig politisch inkorrekte Worte gesagt werden wie eben „Fidschi“, „Neger“ usw., aber darin keine rassistische Absicht zu erkennen ist. Wenn ich meine Oma darüber reden höre, wie sie sich bei den Nachrichten darüber beschwert, dass die Bonzen den „Muselmanen“ doch ihr Öl lassen sollen und nicht alles zubomben oder den „Negerkinder“ in Afrika nicht das Essen und Trinken wegnehmen sollen, könnte ich zwar drauf hinweisen, dass die Begriffe geprägt sind, aber das ändert nichts an der Aussage, dass man diese Völker nicht ausbeuten darf. Die Kritik daran erschwert doch nur einen Zugang, und wird als Luxusproblem abgestempelt. Da ist es mir lieber, sie benutzt rassistisch geprägte Begriffe, und setzt sich gegen die Ausbeutung der Menschen ein, als wenn es umgekehrt wäre. Wenn ein konservativer oder liberale Politiker den Freihandel nach Afrika fordert, schadet das den Afrikanern mehr als wenn man hier dumme Worte in den Mund nimmt. Letztlich ist Rassismus und Ausländerfeindlichkeit mehr durch die positivistische Indoktrination der Bourgeousie in die Masse der Gesellschaft und der Arbeiterklasse getragen wurden, als durch irgendwelche Worte.

  3. Von Felix am 17. Nov 2011 um 19:02 Uhr

    Ach ja, „Bimbo“ ist leider auch bei mir im Betrieb gängiger Sprachgebrauch, meist noch kommentiert mit einem „Uh Uh Uh“. Der Rabbiner der regelmäßig unsere Koscherproduktion kontrolliert ist ein „Drecksjude“ und unser neuer Leiharbeiter mit Ukrainischen Pass wird mit „eh Russe“ angesprochen, dass grenzt ihn nicht nur aus, er ist auf Grund seines eigenen Rassismus auch noch beleidigt weil er „Russen“ mindestens eben so verachtet wie die meisten Kollegen.
    Manchmal könnte ich wirklich verzweifeln.

  4. Von Inson am 28. Nov 2011 um 21:42 Uhr

    „Um mich herum verspüre ich ein leises Wandern.
    Sie rüsten zur Reise ins Dritte Reich.“

    (Kurt Tucholsky)

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