LLL-Demo 2011 in Berlin

Am 15. Januar 2012 fand in Berlin die traditionelle LLL-Demo in Gedenken an die ermordeten KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Das dritte L steht für Lenin, der im Januar 1924 starb und unter Kommunisten auch nicht vergessen sein sollte.

Während schon seit dem Morgen Zehntausende die Gräber auf dem Friedhof der Sozialisten besuchten, sammelten sich am Frankfurter Tor mehrere tausend Menschen, um mit ihrer Demonstration gegen Kapitalismus, Neofaschismus und Sozialabbau zu protestieren. Darunter Mitglieder von DKP, SDAJ, FDJ, sowie anderen kommunistischen Parteien und Verbänden.

Auffällig waren wieder sehr viele internationale Organisationen, insbesondere kurdische Genossen, die vor allem Folter und Verfolgung in ihren Ländern anprangerten. Auch einige Genossen aus Syrien und dem Iran habe ich gesehen. Der tschechische Jugendverband KSM war mit vielen Mitgliedern vertreten.

Zum Start der Demonstration kam es zu einer kurzzeitigen Verzögerung, weil die Demoleitung ein großes Transparent, auf dem unter Anderem ein Bild Stalins zu sehen war, monierte, das ihr zu weit vorne war. Letztlich verlief der Weg aber störungsfrei.

In Friedrichsfelde waren schon viele rote Nelken auf den Gräbern verschiedener Kommunisten und Sozialisten abgelegt, als der Demozug eintraf. Gleichzeitig präsentierten sich auf dem Gebiet vor dem Friedhof zahllose Organisationen an ihren Ständen.

Ein Stein des Anstoßes war im wahrsten Sinne des Wortes wieder der provozierende Gedenkstein für die „Opfer des Stalinismus“. Jedes Jahr frage ich mich auf das Neue, wie man dort überhaupt nur eine Blume ablegen kann… Dieses Unkraut wurde offensichtlich mehrfach „verlegt“. Recht so! kann ich da nur sagen. Letztendlich musste sogar die Polizei den Stein bewachen.

Nach der Demonstration trafen sich deutsche und tschechische Mitglieder des Revolutionären Freundschaftsbundes e.V. (RFB) an den Gräbern von Irma Gabel-Thälmann und Dr. Ernst Wanitschek (Mitinitiator der Initiativgruppe Mala Upa).

  1. 8 Reaktionen

  2. Von Rena am 16. Jan 2012 um 09:01 Uhr

    Grüß Dich, Woschod,
    Hast Du dieses wundervolle, kämpferische, Kraft gebende Wochenende auch gut überstanden? Danke für die schönen, aussagekräftigen Bilder und Berichte, Du warst wieder sehr fleißig! Vom 2.Teil kommen sicher an anderer Stelle noch mehr Bilder?! Für einen jungen Freund aus der Schweiz wird die Begegnung mit der Enkelin Ernst Thälmanns sicher unvergesslich bleiben. “Gigantisch” konnte er erstmal nur sagen, als ich sie ihm vorgestellt hatte.
    Rot Front und alles Gute

    Rena

  3. Von communism am 17. Jan 2012 um 01:38 Uhr

    Wie jedes Jahr: ergraute Steinzeitkommunisten mit ihren stalinistischen Popstars bilden sich ein, dass sie irgendeine politische Relevanz hätten und feilen, während des Rumlatschens Richtung Friedhof, an der Rangliste der konkurrierenden K-Gruppen, die sie nach der Machtübernahme als erstes erschießen werden.

    Da sind Rosa und Karl, obwohl seit mehr als 90 Jahren tot, um einiges lebendiger als die politischen Ideen, die da am Samstag sprichwörtlich zu Grabe getragen wurden.

    Ich finds lustig, wie Schützenfeste.

  4. Von gewe am 17. Jan 2012 um 20:09 Uhr

    @communism: Haste Angst vorm Ergrauen oder vorm Erschießen?
    Brauchste nicht zu haben. Bis Stalin wieder regiert, biste ergraut und dann ist erschießen nicht mehr so schlimm. :mrgreen:

  5. Von Reiner Notnagel am 18. Jan 2012 um 20:34 Uhr

    Kritische Zeilen sucht man hier vergeblich, da muß man schon woanders rumschnuppern. Nichts von dem Angriff auf das Transpi “Nein nein, das sit nicht der Kommunismus” zu lesen? Ok, man ist ja nicht überall. Dafür zeigt dieser Zwischenfall, wie die Hardcorestalinisten den Satz, die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden auslegen. Die Freiheit auf der LLL Demo ist immer die Freiheit Mao und Stalin mitzuschleppen und ein Schauspiel aus der Vergangenheit aufzuführen. Kritik daran ist unerwünscht und wird mit Kloppe bestraft.

  6. Von Rena am 18. Jan 2012 um 23:27 Uhr

    Hat sich was mit Steinzeitkommunisten! Von wegen! So lang und bunt wie dieses Jahr war der Zug lange nicht! Und jedes Jahr mehr Jugendliche – aus Österreich, der Schweiz, Ungarn, der tschechischen Republik, der Slowakei, aus Frankreich und Russland, aus Griechenland, aus der Türkei, aus Deutschland – und sie haben durchaus ihre eigenen Ideen, wie ihre Zukunft aussehen soll – konntest Du lesen auf den Transparenten und Plakaten, wenn Du wirklich dabei gewesen bist!!!. Viele sind extra nur wegen der LLL nach Berlin gekommen, um sich Rat bei den alten Kämpfern und “Popstars” zu holen! Sie haben nämlich kapiert, dass es ihre eigene, friedliche, glückliche Zukunft ist, für die hier “gelatscht” wird!

    Ich war zwei Tage lang dabei! Und habe Kraft getankt!!!

    Ich habe gesprochen, hau!

  7. Von Woschod am 18. Jan 2012 um 23:51 Uhr

    @Notnagel: Freilich habe ich diese duemmliche antideutsche Provokation mitbekommen. Sie ist es mir aber nicht wert, weiter darauf einzugehen.

  8. Von ua am 19. Jan 2012 um 14:39 Uhr

    Wieso war die Provokation denn antideutsch? Weil Stalin, Mao und Lenin auf einem Transparent als nicht in Einklang mit dem Kommunismus bezeichnet wurden? Ist Marx für dich auch ein antideutscher Provokateur? Den mal lesen ist im Übrigen mein kleiner Tipp am Rande.

    Und falls der Zug dieses Jahr länger war als sonst, waren die Reihen vermutlich kürzer. Waren nämlich so wenig Leute da wie noch nie (außer 2000, wo er verboten war).

    In den 70ern hatten K-Gruppen, deren Konzepte schon damals reaktionärer Scheiß waren (KB mal ausgenommen, die haben schon deutlich mehr geblickt), wenigstens noch eine gewisse personelle Basis, man spricht ja so von 100.000 Leuten, die damals insgesamt die K-Gruppen durchlaufen haben.

    Heute hat jede K-Gruppe ungefähr 5 Mitglieder, von der 4 über 50 sind und sich 3 abstalten :)

  9. Von Anonymous am 3. Okt 2012 um 03:03 Uhr

    93 Jahre liegt die Ermordung von Karl und Rosa zurück! Wir sollten wenigstens versuchen ihr Vermächtnis zu erfüllen. Der erste große Schritt währe ein Konsens, die Vorbedingung ein vernünftiger Dialog…

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