18 August 2012, Buchenwald

Das Bild stammt von Wiljo Heinen.

Dazu möchte ich noch einen Text von Micha veröffentlichen.

meine Bilanz vom Besuch des KZ Buchenwald zum Gedenktag an der Ermordung von Ernst Thälmann: ein insgesamt lohnender Ausflug mit tollen Genossen und tollem Wetter (mit der Folge eines leichten Sonnenbrandes). Erschrenkend jedoch wie der Antikommunismus und bürgerliche Geschichtsfälschung in diesem antfaschistischem Denkmal Einzug gehalten haben. Die Selbstbefreiung Der KZ-Häftlinge wurde so weit es geht verschwiegen und wenn man mit einer roten Fahne oder einer Sowjetunionfahne auftaucht wird man von den Aufsehehern böswillig, fast Gestapomäßig angestarrt und teilweise dumm angemacht (mal ganz unabhängig davon dass Kommunisten Hauptopfer des faschistischen Vernichtungskrieges waren). Dann fallen dumme Sprüche wie: ja dieses KZ wurde ja nach dem Krieg auch von den Sowjets benutzt. Ja das ist richtig, aber für NS-Kriegsverbrecher, Nazi-Generäle, NSDAP-Mitglieder udn sonstigen Verbrechern dieses menschenverachtenden Regimes. Wer das gleichsetzt betreibt nicht nur dümmlichen Antikommunismus sondern pisst den Millionen Opfern des faschismus ins Grab und spricht die NS-Kriegsverbrecher frei. Ich will nicht abstreiten, dass die Sowjets auch den ein oder anderen Unschuldigen bestraft haben aber a) klingt das nach der Lüpge: das deutsche Volk wusste von nix (was definitiv ne Lüge ist) und b) ändert es nix am grundlegenden Sachverhalt. Auch pervers die Darstellung der Selbstverwaltung des KZ Buchenwald. MIt zunehmender Größe des KZ war das bürokratische System der SS nicht mehr in der Lage es selbst zu verwalten und üpberließ die Verwaltung den Häftlingen. Zunächst irgendwelchen kriminellen Nazis, die aber unfähig waren und später übernahmen die Kommunisten die Lagerverwaltung. Aus Zeugenberichten der Insassen wissen wir dass die Kommunisten es schafften das Leben der Häftlinge zu erleichtern, den Widerstand zu organisieren, Befehle der SS abzumildern etc. Die Austellung stellte es aber so dar als ob es eine gemeinsame Sache der Faschisten und Kommunisten war, sprich dass die KZ doch ne Erfindung der Sowjets waren von denen die Nazis profitierten. Ernst Thälmann – Führer der KPD – wird bei Führungen als lächerlicher Märytrer dargestellt und so verleumdet. Wenn Geschichte so stupide gefälscht wird wundert es mich nicht das dieses Volk so derbe verdummt und dem Kriegstreiben der BRD – der sowohl ideologisch, ökonomisch als auch personell aus dem Faschismus des dritten Reiches hervorgegangen ist – tatenlos zusieht.

Noch ein Bild aus Dresden:

  1. 4 Reaktionen

  2. Von Thomas am 19. Aug 2012 um 21:15 Uhr

    Zum Thema Nutzung von Buchenwald und Sachsenhausen durch die SU, das war ein Beschluss der Potsdamer Konferenz. Dachau wurde von den USA und Bergen-Belsen durch die Briten als Internierungslager genutzt. Nur das wird wissentlich verschwiegen.

    Auch, dass in Dachau Genossen, die zuvor in Buchenwald waren von den Amis interniert wurden, weil sie deren Schwarzmarktgeschäfte behinderten. Z.B. der Genosse Wilhelm Hammann.

  3. Von zimzimzim am 20. Aug 2012 um 16:43 Uhr

    Dass Kommunist_innen die Hauptopfer des deutschen Vernichtungskrieg waren, ist ja mal eine dreise Lüge. Ansonsten interessanter Reisebericht. Erschreckend, dass dort Antikommunismus so weit eingesickert ist.

  4. Von Bernd am 20. Aug 2012 um 22:16 Uhr

    Im Film “Nackt unter Wölfen” ist gut zu sehen, dass die Häftlinge eine teilweise Selbstverwaltung hatten – ebenso wie die jüdischen Ghettos auch. Daraus wird aber keine Zusammenarbeit. Aber dadurch wurde es unter anderem möglich, den Widerstand zu organisieren, Waffen zu bekommen usw. usw.

    Dass die Kommunisten Hauptopfer des Krieges waren, ist aber Blödsinn.

  5. Von Peter am 4. Feb 2013 um 20:56 Uhr

    Das der Antikommunismus an Buchenwald nicht vorbei ging nach der Wende, ist doch nur eine logische Folge aus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Genau wie die Nazis die KPD verboten haben, um Ihren Krieg vorzubereiten tat es Adenauer um ein System am Leben zu erhalten, welches letztendlich nur durch Krieg existiert. Okay. Er hat Sie nicht ins KZ geschickt. Seine bisherigen Nachfolger auch noch nicht. Aber es wird soweit kommen. Denn gelernt hat man in der BRD überhaupt nicht aus der Geschichte zwischen den beiden Weltkriegen.

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