Bahn fahren
Eigentlich wollte ich ja heute etwas Positives über die Bahn schreiben, aber das ist gestern alles wieder ins Gegenteil verkehrt worden.
Vor zwei Jahren konnte ich mit der Bahn und zwei mal umsteigen in 6:41 Stunden von Dresden nach Marzling für 30 Euro (Mit Bahncard 50) fahren. Das geht heute nur noch, wenn ich früh los mache. Nach Mittags geht nichts unter 7 Stunden. Allerdings mag ich die Strecke, von der der erste Teil mit dem Sachsen-Franken-Express (Kotzexpress) über Chemnitz und Hof geht, nicht sonderlich, weil auf der Strecke die lauten, engen Dieselzüge mit Neigetechnik fahren. Und nicht wenige Reisende werden davon seekrank.
Eine Alternative wäre die Strecke über Leipzig und München mit dem ICE. Die dauerte mal 6:40 Stunden, kam aber 20 Euro mehr. (Bahncard 50) War ok. Inzwischen muss ich die mir aber meistens über bahn.de in zwei Teilen zusammensuchen, weil die mir so nicht mehr angeboten wird. Selbst wenn ich zwei Zwischenhalte angebe. Über die Smartphoneapp der Bahn kann ich sogar nur einen Zwischenhalt angeben. Da klappt das noch weniger.
Also saß ich gestern Früh da und wollte eine Fahrkarte für die Verbindung von Marzling nach Dresden kaufen, mit der App klappte das nicht. Hab ich mir gedacht, egal, kauf ich halt zwei, aber für die Strecke von Marzling nach München kann ich gar keine Fahrkarte kaufen, weil das unter 51 km liegt.
Hallo Bahn? Ich will spontan Zug fahren, von irgendeinem Hinterwaldkaff zum nächsten, und ich kann keine Fahrkarte kaufen, weil die Strecke nur 40 km lang ist? Was soll das? Dann steht man auf irgendeinem gottverlassenen Bahnsteig und hat auch noch einen kaputten Fahrkartenautomaten…
Na zumindest habe ich mir dann gestern das Ticket über die Webseite gekauft und über die App geladen. Da ging das. Die Fahrt ging über Moosburg – München – Leipzig, sagenhafte achteinhab Stunden. Kürzer wäre es gewesen mit zusätzlichen Umstieg in Nürnberg, aber bei 9 Minuten Umsteigezeit wollte ich mich nicht darauf verlassen. Ich hatte gehofft, das ich den Umstieg wenigstens in den 10 Minuten in Leipzig zu schaffen. Denkste!
Bereits bis Erlangen hatte der pünktlich in München abgefahrene ICE 10 Minuten Verspätung. In Leipzig waren es dann sogar 40 Minuten. In der Zwischenzeit wurde aber bekannt gegeben, dass das ja keine Verspätung ist, weil der Zug nach Baustellenfahrplan fährt. Toll! Und warum erfahre ich das nicht, bevor ich ein Ticket kaufe? Dann hätte ich auch alternativ mit dem Kotzexpress fahren können. So war ich insgesamt für eine Strecke von 500 Kilometern 10 Stunden unterwegs. Trotz ICE!
Mit dem Auto hätte ich das in der Hälfte der Zeit geschafft und auch nicht mehr bezahlt.
Der ICE wird in München Hbf bereitgestellt:
Da sollte ich ca. eine halbe Stunde eher sein. Laut Reiseplan zum Ticket.
Normalzustand:
Reiseaussichten










5 Reaktionen
Von MsQueeny am 4. Sep 2012 um 12:04 Uhr
Mein “Kotzexpress” hat es mal hinbekommen, auf der Strecke von Dresden nach Chemnitz 40 Minuten Verspätungzu schaffen, bei einer Dauer von normal 0:56 Minuten
Drecksbahn! Bald fahren wir mit unseren Autos und zeigen der Bahn den Finger
Von Woschod am 4. Sep 2012 um 16:14 Uhr
MsQueeny, das hatte ich letztens auch, als ich von meinem Blitzbesuch aus Dresden zurück fuhr. Mitten auf der Strecke stand der wegen technischer Probleme ca. eine halbe Stunde.
Von gewe am 4. Sep 2012 um 16:50 Uhr
Offenbar sind umgebaute Panzerschwenkeinrichtungen doch nicht für Neigebahnzüge geeignet – auch wenn gegenteiliges seit Jahren behauptet wird.
Mit Auto in 5 Stunden (wenn nicht gerade Schnee fällt oder Stau wegen Unwetter, Unfall etc.) ist gut machbar. Ich kenne da Leute, die fahren die Strecke in 3,5 Stunden. Empfehle ich aus mehreren Gründen aber nicht zur Nachahmung.
Der Umstieg auf Auto wird von der Bahn regelrecht erzwungen, obwohl solche Strecken mit Bahn stressfreier sein sollten. Man kann etwas lesen, schlafen usw. Frei nach einem gewissen Herrn Z. könnte man sagen, die Deutsche Bahn schafft sich ab (spart sich kaputt) …
Nee, ändern wird sich das nicht. Da müßte man bei der DB zu profitmindernden Maßnahmen – wie viele Leute einstellen – greifen.
Nunja, die Autolobby freut es …
Von Felix am 4. Sep 2012 um 20:21 Uhr
Ach ja, die Bahn…
Ich fahr ja seit drei Monaten wieder mit dem Zug zur Arbeit und habe in der Zeit aus den Anzeigen auf dem Bahnsteig viel gelernt, ich könnte mittlerweile ein ganzes Synonymwörterbuch schreiben für einen einzigen Satz, “Wir haben es mal wieder verbockt”. Rekordverspätung in dem drei Monaten waren übrigens 93 Minuten. Jetzt weiß ich erst wieder wie gut ich es mit den DVB hatte.