7. Oktober

Muss man nicht mehr dazu sagen.

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  1. 5 Reaktionen

  2. Von uwe am 7. Okt 2012 um 20:06 Uhr

    Das war einfach eine bessere Zeit…die Deutsche Demokratische Republik – und danke dafür.

  3. Von Anonymous am 8. Okt 2012 um 07:14 Uhr

    Zum großen Teil stimme ich überein:
    PRO:
    -Entnazifizierung,
    -Bodenreform,
    -demokratischer Zentralismus,
    -Vollbeschäftigung,
    – breites Freizeitangebot… Sportförderung,
    -sozialistischer Wohnungsbau,
    -Verwertung Sekundärrohstoffe,
    -internationale Solidarität/ Förderung Völkerfreundschaft,
    -gerine Kriminalität/ hohe Sicherheit

    ABER:
    -ungenügender Umweltschutz (Abgase, Gewässerqualität Bitterfeld, Leuna, Buna)
    – desolate Straßenverbindungen,
    – Verfall Altbauten, historischer Stätten,
    – hohe Abgasbelastung PKWs,
    – Doping im Spitzensport,
    – Verfolgung / hohe Haftstrafen bei kleineren Bagatellen (politische Witze),
    – fast alleiniges Tragen der Reparationen am 2. Weltkrieg durch DDR Bevölkerung,
    -Mangelnder Gesundheitsschutz vor allem der Bergleute (Silikose),
    -Wirtschaftskriminalität vor Allem Diebstal von Volkseigentum.
    Man sollte mit Stolz zurück blicken, aber auch mit großer Kritik und Selbstkritik!

  4. Von Woschod am 8. Okt 2012 um 07:44 Uhr

    Um es mit den Worten der FDJ zu sagen: „Wir wollen nicht länger reden von einem Staat ohne Fehler, den es sowieso nicht geben kann. Ja, selbst wenn diese DDR noch schlimmer war, als uns das Fernsehen jeden Tag vorlügt: Ja, wir wollen diesen winzigen Anfang! Diesen Sack Probleme und Fehler der DDR, den wollen wir auch. Denn wir haben große Lust, uns zu versuchen an diesen Aufgaben! Weil es in einer fehlerhaften Gesellschaft hilft, an Fehlern zu arbeiten! Denn um zu einem staatenlosen, friedlichen Miteinander der Menschen zu kommen, müssen wir erst denen das Handwerk legen, die skrupellos über Leichen gehen für ihren Profit. Eine faulende Gesellschaft wie diese, die eine Sackgasse darstellt, in der wollen wir nicht länger herum doktern. Ein Anfang aber, wie klein er auch sein mag; ist immer die Zukunft!“

  5. Von gewe am 8. Okt 2012 um 11:27 Uhr

    Hallo Anonymous,

    Zu Punkten Deines ABER möchte ich anmerken:
    Es fehlte meist an Geld und weniger am politischen Wollen. Man sollte nicht vergessen, dass die DDR von den westlichen Märkten, insbesondere was Spitzentechnologien betraf, ferngehalten wurde. Um z.B. einigermaßen in der Mikroelektronik mithalten zu können, musste die DDR mehrfach höhere Preise für Anlagen und Ausrüstungen und Material bezahlen, als es die westlichen Länder tun mussten. Neue Chips wurden von der westlichen Embargoliste gestrichen, sobald ein RGW-Land diese selbst herstellen konnte. Mühsam, teuer und zeitraubend.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass uns die Solidarität insbesondere mit afrikanischen und südamerikanischen Ländern, aber auch mit Vietnam viel Geld gekostet hat. Das fehlte dann für
    – genügend Umweltschutz
    – ordentliche Straßen,
    – Erhalt von Altbauten und historische Stätten,
    – Entwicklung und Produktion moderner, abgasgeminderter PKws, wobei Zweitakter nicht so schlecht sind, wie man uns gern einredet.

    Trotz verständlichem Wunsch für besseren Gesundheitsschutz vor allem der Bergleute (auch im Uranbergbau), war es nicht so, dass es da gar nichts gab. Die Wismut AG war Staat im Staate und hatte erhebliche Macht, um Entscheidungen zu beinflussen. Krankenhäuser aus dem Anfgang der 50-ziger findest Du noch heute z.B. im Erzgebirge.

    Doping im Spitzensport ist eine hässliche und abzulehnende Sache. Dennoch ist es eine Illusion, dass es im Leistungsport ohne Doping je ging und gehen wird. Es gilt hier nur das 11.Gebote … Du sollst Dich nicht erwischen lassen.

    Verfolgung / hohe Haftstrafen bei kleineren Bagatellen. Das mag sein. Habe ich persönlich trotz großer Klappe und Witze erzählen keine Erfahrungen gemacht. Ich habe davon gehört und es gab auch den Witz: Wer ist der Erfinder der meisten politischen Witze in der DDR? Antwort: das MfS.
    Selbstverständlich hat unser Geheimdienst gleiche Methoden wie der westliche angewandt. Die Frage ist für mich an erster Stelle immer, für wen wurde das getan? Für das Kapital oder die arbeitenden Menschen? Wobei ich mir im klaren bin, dass mit einem paranoiden Sicherheitsdenken zu viel gegen die DDR-Bürger getan wurde.

    Es wäre besseer gewesen, die Wirtschaftspolitik, insbesondere das NÖS von Walter Ulbricht fortzusetzen, als seit Anfang der 70-ziger das Verhältnis von Akkumulation und Konsumtion umzudrehen. Das führte zu erheblichen Kürzungen in wichtigen Bereichen (z.B. EDV, heute IT) der Wirtschaft. Die Korrektur einige Jahre später, konnte den Schaden nicht mehr gut machen.

    Das sich die DDR an die Festlegungen der Siegermächte hielt und allein für die Reparationen an die UdSSR aufkam, würde ich nicht als Fehler der DDR betrachten. Wir waren ehrlich genug, diese Pflicht zu erfüllen. Ich beneide nicht die Menschen, die diese Arbeit machen mussten. Es sollte aber auch nicht vergessen werden, das die Deutschen in West- und Ost größtenteils die Hand zum H-Gruß erhoben.
    Letztendlich haben uns die Reparationen und der Rohstoffmangel auch viel Geld gekostet, was an anderer Stelle fehlte.

    Wirtschaftskriminalität vor Allem Diebstal von Volkseigentum ist ein Fakt. Fehler des Sozialismus an sich wäre das für mich nicht. Es ist eine Erscheinung in der Phase des Aufbaus des Sozialismus gewesen. Allerdings ist es nicht gelungen, dass vollständig zu beseitigen. Das war auch mit Hilfe aller gesellschaftlichen Organisationen und des MfS nicht zu machen. Es fehlten objektiv die wirtschaftlichen Ergebnisse in dieser Zeit.

    Ich stimme Dir zu, dass man mit Stolz zurück blicken kann und keiner sich sein Leben in der DDR mies machen lassen muss. Es war unser Leben, mit dem wir auf unterschiedliche Weise klar gekommen sind.

    Kritik und Selbstkritik wären umfangreicher notwendig gewesen und sollte auch nach der nächsten Revolution nicht vergessen werden!

    Ich sage: Aus Fehlern lernen, heißt Siegen lernen.

  6. Von Anonymous am 9. Okt 2012 um 05:25 Uhr

    @gewe:
    Ich danke besonders Dir (und auch Woschod) für diese konstruktive Diskussion. „Bis zur nächsten Revolution..“ Hoffe, daß ich das noch miterleben kann, bei der derzeitigen Zersplitterung der Linken, welche sich heute marxistisch, bw. marxistisch- leninistisch nennen. Ja, dieses, wie Du es nanntest paranoides Sicherheitsdenken hatte Vieles geradezu gelähmt. Auch das verklärte Bild des „goldenen Westens“ und die Teilung der Familien in Osten und Westen Deutschlands… Damals hätte man sich gewünscht, daß „Plane mit, gestalte mit, regiere mit!“ die Lebensmaxime in der damaligen DDR sein könnte. In Cuba, wo noch einige sozialistische Elemente vorhanden sind, sieht man noch einen Funken Hoffnung. (Wo Arbeitslosigkeit und ungenügende Lebenserhaltung vorhanden sind, kann man meiner Meinung nicht von einen ‚vollständigen‘ Sozialismus mehr reden). Aber dort sehe ich noch ein Hoffnungsschimmer. Vor allem beim Widerstand gegen die Embargopolitik seitens der USA, die dies bewußt verschärft.

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