Futurologisches Kongress

Folgende Mail erreichte mich die Tage. Sie bezieht sich auf meine Seite www.stanislaw-lem.de. Ich möchte sie Euch nicht vorenthalten.

Sehr geehrter Herr Weigelt,

mit einer großen Überraschung und Freude fand ich Ihre Lem-Seiten. Dort fand ich auch eine Examen-Arbeit die unter Anderem das Futurologische Kongress abhandelt. Ich las das Buch als Gymnasiast am Anfang der Siebziger Jahre, und lachte mich tot über die Geschichte. Aktion. Die wunderbaren Wortspielereien lenkten meine ganze Aufmerksamkeit. Ich nehme an, so tat auch die Zensur und übersah den Schlüssel zur Geschichte:

„No u nas“ heißt auf Polnisch etwa „hier doch“ oder „na bei uns“ wenn man das weiß, erübrigen sich die komplizierte Erklärungen und Deutungen aus der Examensarbeit.

Die Geschichte Lems erzählt, wie eine Gesellschaft mit den Mitteln der Propaganda gesteuert und betrogen wird. Es sind nicht die Chemikalien sondern die Maßmedien, die neue „Realität“ erschaffen und die wahre Realität verdecken. Wie aktuell diese Geschichte ist können Sie selbst auf der Straße überprüfen.

Wenn Sie fragen werden: im welche politischen System leben sie? Wird die Mehrheit behaupten: in einer Demokratie, wohlwissend dass sie über nichts zu entscheiden haben. Wenn sie nach akuten Gefahren fragen, werden es Salafisten und die Rechtsextremisten sein, obwohl klar ist dass das politische und wirtschaftliche System von neoliberalen in die Zange genommen wurde. Gestern galt „die Rente ist sicher“ heute höre ich „die Privatanlagen sind sicher“. Unsere Krankenkassen stöhnen über die stets steigende Zahl der Krankheitstage wegen psychischen Erkrankungen.

Obwohl allgemein bekannt ist, dass Ängste und Stress sowie Überforderung zur Entstehung von Depressionen, Burn-out und anderer Srörungen beitragen und dass Angst vor der Zukunft, Konkurrenzstress, körperliche und geistige Ausbeutung die treibende Kraft des Kapitalismus sind, kommt scheinbar niemand zur logischen Schlussfolgerung: Kapitalismus macht krank.

Diese Geschichte von Stanislaw Lem sollte zu Pflichtlektüre für alle Bürger werden, sie übertrift Orwells „das Jahr 1984“ um Lichtjahre.

Mit freundlichen Grüßen

  1. Eine Reaktion

  2. Von mark am 27. Okt 2012 um 09:20 Uhr

    Ich glaube ich werde dieses buch mir auch mal zum besten geben.

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