Dresden, Südvorstadt, 19. Februar 2011.

Autos und Barrikaden brennen auf den Straßen, dunkle Rauchsäulen steigen zwischen Blaulichtern am Horizont auf, Feuerwerkskörper explodieren. Menschen schreien wild durcheinander, Flaschen und Steine fliegen in die Menge, schrill ertönt das Martinshorn. Wasserwerfer sind im Einsatz, Reizgas wabert durch die Luft.

Uiuiui! In welcher Dimension existiert denn dieses Dresden?

Na zumindest im weiteren Verlauf wird Spiegel online da sachlicher, es geht um Tim, der fast zwei Jahre in den Knast soll, weil er Zivilcourage gezeigt hat. Und zu Gefängnis statt Bewährung verurteilt wurde er, weil er von seinem Recht Gebrauch gemacht hat, die Aussage komplett zu verweigern.

Die Junge Welt dazu:

Laut den Worten seines Verteidigers konnte der Angeklagte Tim H. weder eindeutig als derjenige identifiziert werden, der die fragliche Durchsage gemacht hatte, noch konnte deren Wortlaut, die Menschenmenge solle »nach vorne« kommen, eindeutig als Aufforderung zur Gewalt verstanden werden. So spiegelte auch die mündliche Urteilsbegründung des Richters Hans-Joachim Hlava eher dessen persönliche Meinung über das »gesunde Volksempfinden« wieder: »Irgendwann hat die Bevölkerung in Dresden es mal satt«, zitierte ihn die Tageszeitung Neues Deutschland (ND) am Donnerstag.

Ja, Dresden hat die Nazis wirklich satt!

Tim, Dresden

Katharina König dazu in der Zeit:

In Sachsen ist es – gemessen an den Urteilen – offenkundig besser, eine neonazistische kriminelle Vereinigung zu gründen, als Neonazis zu blockieren.

  1. Eine Reaktion

  2. Von marko grossmann am 21. Jan 2013 um 19:23 Uhr

    Es ist unglaublich, wie die Politik mit ihrem Tun unser schönes Sachsen nach rechts rückt. Ich glaube fast, dies hat Methode. So kann man die Spaltung des Volkes weiter treiben und eine schwache Linke (meine Meinung)toleriert das. Ich kenne selber einen gestandenen Linken, welcher hier bei uns auch fast am resignigern ist. Ich frage Dich, Genosse, wie können wir diesem System effetiv die Stirn bieten, ohne uns lächerlich zu zu machen. Ich muss gestehen, manchmal fehlt mir der Glaube.

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