13. Februar 2013 in Dresden: Nazis erfolgreich blockiert!

Mein Bericht kommt diesmal spät, es war ein anstrengender und langer Tag.

ABER EIN ERFOLGREICHER TAG!

Die Nazis, dresden-nazifrei.com spricht von 600-800, haben ein grandiose Fiasko erlebt. Konnten sie es im letzten Jahr am 13. Februar Abends immerhin noch um ein paar Häuserblocks schaffen, erreichten sie diesmal nicht mal ihren geplanten Startpunkt. Die Polizei musste sie alternativ zum Hauptbahnhof und zum Haltepunkt Strehlen führen. Am Hauptbahnhof schafften sie es gerade mal 100 Meter an die frische Luft, die von Strehlen wurden bis zum Lenéplatz eskortiert und steckten dann bis zu ihrem unrühmlichen Abgang dort fest.

Aber von Anfang an.

Zwischen 12.30 und 13.00 Uhr begann der Täterspurenmahngang. Die Auftaktrede hielt Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrat der Muslime in Deutschland. In zwei weiteren Redebeiträgen wurde auf die Leitstelle der Gestapo hingewiesen, die sich am heutigen Friedrich-List-Platz befand, sowie auf die Rolle der Technischen Hochschule in der Nazizeit.

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Dann setzte sich die Demonstration in Bewegung. Weitere Stopps waren die Bürgerwiese 24 (Sitz der NSDAP Gauleitung), das Deutsche Hygiene-Museum und schließlich die Synagoge. Dort sprach Dr. Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden.

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Mit ca. 3000 Teilnehmern legte der Mahngang seinen nächsten Zwischenstopp an der ehemaligen Gefangenenanstalt Mathildenstraße ein. Danach spaltete sich der Zug auf. Ein Teil lief weiter bis zum heutigen Landgericht an der Sachsenallee, der andere Teil bewegte sich in Richtung Kreuzung Güntzstraße / Pillnitzer Straße.

Es war bis zu den Zeitpunkt völlig unklar, wo die Nazis ihren Startpunkt haben werden. Geplant war der Bereich Sachsenallee, Gerüchte sprachen auch vom Hauptbahnhof. Letztlich gab es drei besetzte Blockadepunkte. Sachsenplatz, Güntzstraße und Straßburger Platz.

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Gegen 17.30 Uhr lief ich in Richtung Innenstadt. Dort begann 18.00 Uhr die Menschenkette. Ich habe selten so etwas Peinliches gesehen. Punkt 18.00 Uhr, nachdem noch Diskussionen stattfanden, wie weit man denn auf die Straße vorgehen darf, fassten sich alle schön an den Händen. Nach 10 Minuten war es vorbei, man beklatsche sich gegenseitig und verschwand dann recht schnell wieder nach Hause oder noch zum Einkaufen. Was bitte sehr war das denn? Ich musste mich echt schämen, als ich das live gesehen habe. Ich kann es ja verstehen, dass nicht jeder den Mut hat, Nazis offensiv zu blockieren und es ist gut, wenigstens so ein Zeichen zu setzen. Aber erreicht wurde damit absolut gar nichts. Und sich dafür noch zu beklatschen…

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Zurück zur Blockade. Nach einem kleineren Umweg über die drei vorgenannten Blockadepunkte war mein nächstes Ziel der Hauptbahnhof. Dort waren inzwischen ca. 100 Nazis angekommen. Die konnten raus bis knapp unter die Unterführung und dann war Schluss. Da standen sich dann die Nazis und zehnmal so viele Antifaschisten gegenüber, nur getrennt durch eine Doppelreihe Polizei. Die Situation war nicht ungefährlich. Wäre eine der beiden Seiten massiv losgestürmt, hätte die Polizei keine Chance gehabt, da etwas zu trennen.

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Vom Lenéplatze hörte man inzwischen, dass sich die Nazis dort mit Regenschirmen gegen die Schneebälle schützen mussten. Nachdem ich ein paar Freunde getroffen habe, die dort waren, bin ich selber hingelaufen. Es war ein grandioses Schauspiel. 200 Nazis standen auf der Parkstraße und vor und hinter ihnen unzählige Antifaschisten. Es gab also wortwörtlich kein Vor und Zurück für die Nazis. Der Redner der Nazis überschlug sich regelrecht mit seiner Stimme, als er gegen das Linke Pack wetterte, das es bis in die Landesregierung geschafft hat, alle zu beeinflussen. Jaja, was ist nur aus dieser BRD geworden… Später wurden dann Fackeln gezückt und voller Inbrunst in die Luft gereckt. Am Ende lagen diese aber doch brennend am Boden. Waren wohl zu schwer. Die Krönung war aber sicherlich, als die Nazis sich wahrlich nicht entblödeten, laut zu rufen: „STASI RAUS! STASI RAUS!“. Ich habe Tränen gelacht. Was für ein selten dämlicher Haufen! Und egal, was sie skandierten oder über ihren Lautsprecher verbreiteten, die Rufe und die Musik der Antifaschisten von beiden Seiten war lauter. Nach viel Geduld der Blockierer konnten die Nazis schließlich spät am Abend wieder Richtung Strehlen abziehen. Eine Zeitlang noch begleitet von der antifaschistischen Demo.

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Fazit: Nazis, überlegt Euch nächstes Jahr, ob ihr nochmal kommen wollt. Dieses Jahr seid ihr mit Pauken und Trompeten untergegangen. Und das ist auch gut so!

UPDATE: Weitere Berichte

  1. 4 Reaktionen

  2. Von gewe am 14. Feb 2013 um 10:53 Uhr

    Vielen Dank allen Teilnehmern und dem Berichterstatter. Ein wunderschöner Tag für Dresden. Wäre schön, wenn das braune Pack endgültig fern blieb. Nur sind die leider zu doof, um das zu begreifen.

  3. Von Bürgerin aus Dresden am 14. Feb 2013 um 13:06 Uhr

    Hallo, ich finde es oberflächlich, über die Leute aus der Menschenkette herzuziehen. Wir, und viele andere mit uns, sind weiter zur friedlichen Blockade am Georgplatz und haben dies gerne getan.

    Gewundert haben wir uns nur über die seltsamen Grüppchen in schwarz. So richtig friedlich sahen die nicht aus, blockiert haben die nicht und weiße Rosen waren auch nicht zu sehen.

    Komisch, auf der Suche nach dieser unerwünschten Grupperung stößt man auf diesen Blog hier…???

  4. Von DeMa am 14. Feb 2013 um 21:20 Uhr

    Huhu,

    der Bericht is super, tolle Fotos vom Spektakel “!!!!!!!!! das wo du vom Hochhaus aus nach unten fotografierst ist der Hammer !!!!!!!!!!!!

    LG

  1. 1 Trackback(s)

  2. 23. Mrz 2013: Im Kessel von Dresden | Alternative Dresden News

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