Spielen bei Facebook & Co.

heise online meldet heute: „Zynga reduziert Verlust“. Zynga ist einer der großen Spieleanbieter für Facebook und diverse andere soziale Netzwerke. Der interessanteste Teil aus dem Artikel ist wohl:

Allerdings laufen Zynga nach wie vor die Spieler davon. Die Zahl der aktiven Nutzer im Monat lag bei 133 Millionen, nach 311 Millionen vor einem Jahr. Allein in den vergangenen drei Monaten fiel sie um 29 Prozent.

Anscheinend merken immer mehr Menschen, wie sinnlos die meisten Spiele bei Facebook & Co. sind. Ich habe mir vor ein paar Tagen mal Megapolis angeschaut. Das ist jetzt nicht von Zynga, steht aber exemplarisch für die meisten Spiele dieser Art. Viele kann man bei FB, auf dem Tablet und dem Smartphone spielen. Praktisch also überall. Megapolis ist ja schön gemacht, feine Texturen, schöne Animationen, da kann man nicht meckern.

Aber: Das Spielprinzip ist das gleiche wie bei fast allen Aufbauspielen dieser Art. Man macht eine Aktion, muss dann warten und bekommt anschließend eine Belohnung dafür. Also virtuelle Währung und Erfahrungspunkte. Diese möchte man natürlich immer weiter ausbauen. Aber je weiter man kommt und um so mehr Erfahrungspunkte und virtuelle Währung man bekommt, muss man auch immer längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Anfangs schaut man dann aller paar Minuten rein, später aller paar Stunden.

Beschleunigen kann man das mit einer extra virtuellen Währung, von der es nur sehr wenig gibt, die man aber für echtes Geld teuer kaufen kann. Und das ist dann wirklich teuer! 50-100 Euro für ein paar „Beschleuniger“, die dann schneller aufgebraucht sind, als man schauen kann. Auch Extras erhält man teilweise nur für echtes Geld.

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Alternativ können einen auch noch Nachbarn helfen. Ohne die kommt man bei vielen Spielen aber irgendwann gar nicht mehr weiter. Also braucht man mehr „Freunde“ bei FB. Die eigenen will man kaum noch damit belästigen, aber es gibt ja Seiten, wo man die „Freunde“ für das Spiel sammeln kann. Da hat man dann schnell mal eine lange Freundesliste bei Facebook, nur für das Spiel. Man kennt zwar keinen von denen, aber das ist ja egal. Es geht ja nur um das Spiel. Natürlich muss man die Nachbarn selber auch besuchen und denen helfen.

Und irgendwann verbringt man jeden Tag mehrere Stunden nur für das Spiel, das monotone Rumgeklicke, und das war es dann.

Es wundert mich nicht, das immer mehr Nutzer die Sinnlosigkeit dieses Spielgenre erkennen.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von gewe am 25. Okt 2013 um 21:02 Uhr

    Tja, das waren noch Zeiten, als einfach nur Skat getroschen und nebenbei eine Buddel Schluck geleert wurde. Da war Stimmung und wackelte die Bude.
    Wer sagt, was is’n Skat? Na dann google mal … Schluck Auf!

  3. Von Felix am 26. Okt 2013 um 00:58 Uhr

    Ach ja…
    leider betrifft das nicht nur die Spiele für soziale Netzwerke und Mobiltelefone, Auch gute Pcspiele sind in den letzten Jahren immer seltener geworden. Entweder man zahlt monatlich oder spielt „free to play“ und zahlt sich mit „Micropayment“ dumm und dusslig wenn man nicht quälend langsam vorankommen und mit anderen Spielern mithalten möchte. Viele Spiele werden als teilweise nur bedingt spielbare „Betaversion“ verkauft und die wenigen Vollpreistitel haben leider nur all zu oft eine kurze Gesamtspielzeit und wenig Wiederspielwert. An Stelle von kostenlosen Patches und nach einiger Zeit mal ein Addon mit annähernd vollem neuen Spielinhalt sind „kostenpflichtige DLCs“ getreten für die man zusammen leicht mehr als für das Hauptspiel zahlt.
    Wirklich gute Spiele wahren noch nie in der Mehrzahl aber ich hab den Eindruck sie werden immer seltener.
    Ich hab aus genau diesen Gründen vor zwei Wochen mal wider in meiner Spielesammlung gestöbert und nun spiele ich mal wider The Elder Scrolls III: Morrowind und es wird mich noch viele Stunden… ach was Tage, Wochen unterhalten. 😀

  4. Von Andreas am 2. Nov 2013 um 09:42 Uhr

    Ich spiel immer noch regelmäßig Transport Tycoon Deluxe als OpenTTD … Das Spiel ist von 1994. So sieht Spielspaß aus.

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