Schwangerschaftsabbruch

Ich bin der Ansicht, eine Frau soll und darf grundsätzlich alleine entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft abbricht. Wir als Männer haben da schlichtweg kein Wort mitzureden. Und auch keine Kirche. Und keine Politiker.

Ein schönes Zitat zu dem Thema habe ich in „Wer’s glaubt wird seelig“ von Ephraim Kishon gefunden:

(…) Diese traditionsreiche Diskriminierung der Frauen, die ja immerhin etwa die Hälfte der Menschheit betrifft, ließ erst nach, seit die männliche Mafia den historischen Fehler beging, Frauen zur Wahl zuzulassen. Aber noch heute knirschen etliche männliche Zähne in der aufgeklärten freien Welt…

Dieses Knirschen ist besonders deutlich zu hören, wenn in den Parlamenten, im Bundestag oder den Ausschüssen die Vorpille oder die Nachpille auf der Tagesordnung stehen. Die sind schon lange keine Frage der Moral mehr, sondern lediglich ein PR-Gag in der Wahlstrategie der Parteien. Die etablierte Heuchelei erreicht ihren Höhepunkt in der Debatte über Schwangerschaftsunterbrechung.

Dieselben Gesetzgeber, welche die Elite der Jungen und Starken armeenweise auf die Schlachtfelder überflüssiger Kriege schicken, gehen auf die Barrikaden, um das Leben eines Ungeborenen zu retten. Der große rumänische Sozialist Ceaucescu hat das Einnehmen der Pille hart bestraft, und Hitler bekam Wutanfälle, wenn er von einer Abtreibung erfuhr. Für Adolf war schließlich nichts wichtiger als ein Menschenleben.

Was mit dem geretteten Baby geschieht, wie seine Zukunft, sein Schicksal aussieht, das interessiert die gewissenhaften Parteifunktionäre wie der Schnee auf dem Kilimandscharo. Das Baby wird sich schon irgendwie durchmogeln, das ist schließlich sein Problem. Hauptsache, es ist da. (…)

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