Haben wir eigentlich alle „DOOF“ auf der Stirn stehen?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat der ARD ein kurzes Interview gegeben. Es ging um die Rede von Barack Obama zum Thema Geheimdienste. Ihr wisst schon, er hat versprochen, die Handys der Regierungschefs nicht mehr abzuhören. Die Handys der normalen Bürger scheinen ja weiter interessant zu sein.

Na zumindest wurde de Maizière dazu interviewt und hat sich dann zu solchen Aussagen hinreisen lassen wie:

„Selbst wenn sich die NSA überhaupt nicht mehr für das Internet interessiert, gibt es andere Staaten die das tun.“

Natürlich wäre das nur Wunschdenken, aber was meint de Maizière denn mit „andere Staaten“, die das „viel schamloser“ tun? Die bösen Chinesen? Na da soll er doch erst mal vor seiner eigenen Tür kehren. Wir sollten nämlich davon ausgehen, das die deutschen Geheimdienste versuchen alles im Internet abzugreifen, was nur irgendwie abgreifbar ist.

Weiter sagte de Maizière:

„Es gibt die organisierte Kriminalität, die sich für das Netz interessiert. Die wollen an unsere Überweisungen.“

Ja, und die gibt es, weil wir den USA das alles auf dem Silbertablett rüberreichen. Siehe: Swift-Abkommen: USA haben Zugriff auf innereuropäische Bankdaten

Und wenn de Maizière da meint, innereuropäische Überweisungen wären nicht betroffen, dann würde ich ihm das nicht mal glauben, wenn er sich die Hosen mit der Kneifzange anzieht.

Aber zurück zum Interview. Er sagte:

„Es gibt Geschäftsmodelle, die darauf basieren, Profilbilder von Privaten zu verkaufen und all das.“

Ja, nennt sich Facebook. Und dann bläst sich de Maizière auf und erzählt was von gemeinsamer Aufgabe und Schutz des Internets. Vielleicht will er es wirklich schützen. Aber sicher nur, damit die deutschen Geheimdienste als erstes den Zugriff auf alle Daten haben. Ich sag nur: Vorratsdatenspeicherung.

Und natürlich dürfen wie die „Dienste“ nicht verteufeln, weil wir sie zur Terrorbekämpfung brauchen. *gähn*

Das Schlimmste ist, das der Moderator Ulrich Deppendorf nicht den Arsch in der Hose hat, mal richtig nachzufragen.

Ich frage mich, was ein Thomas de Maizière denkt, wenn er in den Spiegel schaut, mit dem vollen Wissen, dass er uns alle für dumm versucht zu verkaufen.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von gewe am 21. Jan 2014 um 09:26 Uhr

    Oooch immer haut ihr auf die arme Misere ein. Der kann doch nix dafür. Seine Chefin hat doch erst vor wenigen Wochen gesagt, dass wir mit dem Internet erst am Anfang sind. :mrgreen:
    Ansonsten, für manche Reporter ist der Name Programm.

  3. Von NonKon am 22. Jan 2014 um 08:43 Uhr

    Er wird denken: „Was bin ich für ein toller Typ“ denn er macht seinen Job wie bestellt.

  4. Von maxlrainer am 25. Jan 2014 um 22:08 Uhr

    „Haben wir eigentlich alle “DOOF” auf der Stirn stehen?“ Das hängt davon ab, wer „wir“ ist. Weigelt, gewe, Nonkon und der maxlrainer gewiss nicht. Wenn´s ein Urteil über den ideologischen Zustand der Arbeiterklasse, die Masse „mündiger Bürger“, sein soll, dann paßt´s doch. Die tägliche Gehirnwäsche, die subjektive Ohnmacht, die Entsolidarisierung, die Brosamen der Sozialpartnerschaft tun noch ihre Wirkung.

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