Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Die Bockwurstparty ist vorbei

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NOTFALL. EIN AUFRUF!

Bitte beachten! Mehr dazu hier.

(…) Lange hat die Monatszeitung „einund20“ den Protest gegen Stuttgart 21 begleitet, ihm als unabhängiges Forum und gute Informationsquelle gedient. Ein paar freie Journalistinnen und Journalisten hatten das Blatt auf eigenes Risiko gegründet. Sie bauten es inhaltlich aus, berichteten nicht allein über S 21, sondern auch über andere existenzielle Probleme in der Stadt. Mit viel Arbeit und gehöriger Selbstausbeutung brachten sie einiges zustande. Vielen Menschen der Bürgerbewegung war „einund20“ unverzichtbar.

Leider geriet die Zeitung in Not, nicht aus eigener Schuld, es gab Rückschläge, beispielsweise hatte das kleine Team Pech mit der von ihm beauftragten Vertriebsfirma. Man musste das Projekt einstellen. Die Schulden blieben allein an der „einund20“-Mitbegründerin Michaele Heske hängen. Ihr droht die Privatinsolvenz, wenn nicht schnell Geld aufgetrieben wird. Eine Privatinsolvenz ist ein sozialer GAU. (…)

Da der Aufruf auch von bekannten Freunden aus Stuttgart verbreitet wird, vertraue ich dem und vielleicht kann der eine oder andere Leser meines Blogs auch eine Kleinigkeit spenden.

Nochmal der Link: NOTFALL. EIN AUFRUF!

Information zum Standverbot des DGB am 1. Mai gegenüber der MLPD

Folgender Text stammt aus einer Rundmail.

Ich finde dieses Verhalten des DGB unverschämt!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde und Genossen!
Am 22. April sprach der DGB-Regionsvorsitzende Ralph Hron der MLPD das Verbot aus, am 1. Mai am Schlossplatz einen Stand durchzuführen. Der DGB als Veranstalter würde dieses Verbot auch auf jeden Fall durchsetzen. Einzige Begründung: die IG Metall als Mitgliedsorganisation des DGB habe Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegenüber der MLPD. In diese Auseinandersetzung zwischen IG Metall und MLPD könne sich der DGB nicht einmischen, deshalb würde dieses Jahr zum ersten Mal ein politisch begründetes Standverbot ausgesprochen. Dazu ist zu sagen, erstens dass die genannten Unvereinbarkeitsbeschlüsse in der IG Metall undemokratischen Charakter haben und ein Relikt aus einer Zeit darstellen, in der der Antikommunismus noch frei wüten konnte; zweitens dass sie in keiner Weise bindend für den DGB oder andere Einzelgewerkschaften sind, die teilweise sehr ausdrücklich solche Beschlüsse ablehnen (GEW, verdi). Wir sehen einen Zusammenhang mit der unsäglichen antikommunistischen Hetze des IG Metall-Bevollmächtigten Eisele unter anderem auf deren Bezirksdelegiertenkonferenz im November unter anderem gegen die MLPD und seiner öffentlichen Forderung an den DGB, die MLPD vom 1. Mai auszuschließen und dies gegebenenfalls mit Polizei oder Sicherheitsdiensten durchzusetzen.
Wir wollen Euch schon vorab über diesen Angriff auf die Überparteilichkeit der gewerkschaftlichen Maikundgebung informieren und Euch um Unterstützung und Protest gegen diese undemokratische Entscheidung des DGB Dresden bitten.
Falls andere Organisationen, Parteien oder sonstige Initiativen oder Verbände, ebenfalls von solch undemokratischen Maßnahmen betroffen sind, bitten wir um gegenseitige Information und Absprachen.
Wir sehen uns am 1. Mai!

MLPD Dresden
Bernd Blickle

Handtücher auswringen in Schwerelosigkeit

Schon cool, wenn man keinen Mikrofonständer braucht.

Wie ich mein Auto selber reparierte

Gestern holte ich eine Freundin von daheim ab und beim ausparken musste sie kurz vorm Auto warten. Ein glücklicher Umstand, denn sonst hätte ich das gar nicht mitbekommen, dass mein rechtes Vorderlicht nicht brennt.

Letztens war ich bei ATU und habe mir einen Satz Ersatzbirnen gekauft. Ist in der Tschechischen Republik Pflicht. Die hatte ich natürlich dabei. Und im Kofferraum auch eine LED-Taschenlampe.

Also kurz gegoogelt und mich gefreut, dass ich so ein altes Auto habe. Der hat nämlich im Radkasten eine Klappe, da kommt man von hinten ganz leicht an die Birnen ran. Nu leuchteten wieder beide Seiten, die rechte allerdings etwas heller. Deswegen habe ich heute die linke Birne auch gleich noch ausgetauscht.

Mag nicht mehr leuchten:
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Attacken auf WordPress

Der eine oder andere hat es wahrscheinlich mitbekommen, derzeit gibt es massive Attacken auf Blogs, die mit der Software WordPress laufen. Siehe Artikel bei heise online oder Spiegel Online.

Um den zu entgehen, sollte man drei Dinge tun.

1. Natürlich ein sicheres Passwort. Also nicht den eigenen Namen oder den der Freundin/des Freundes sondern Buchstaben- und Zeichenkombinationen wie z.B. kf663#dd1#. Damit laufen Wörterbuchattacken schon mal ins Leere.

2. Etwas schwieriger, aber auch machbar, ist es, den Loginnamen admin zu ändern. Dazu muss man aber in der Datenbank einen Eintrag ändern. Wie das geht ist hier gut beschrieben.

3. Die Anzahl der Fehlversuche bei Passworteingabe beschränken. Dazu dient das Plugin Limit Logins Attempts

So ist der Zugang beim Blog recht gut abgesichert.

Die fehlgeschlagenen Anmeldeversuche sehen dann so aus:

wplogin

“Es gibt einen Vogel…”

Dieses Video stammt von einer Insel im Pazifik, 2000km von der nächsten Küste entfernt.

Was ich am Wochenende gelernt habe

Benzinpreise sind in der Tschechischen Republik höher als in Deutschland. Bei Wechselkurs 1:23 an der Tankstelle werden aus 39,90 Kronen eben mal 1,73€.

Wechselkurse sind ein sehr frei interpretierbarer Wert. Der offizielle Kurs Euro zu Krone ist 1:25. Bei Bezahlung an der Tankstelle mit EC-Karte wurde 1:23 verwendet. Beim Geldumtausch 1:22 und für die Autobahnvignette sogar 1:19. Alles an der selben Kasse! Damit kam mich die Vignette 16€ statt 12,5€.

Tschechische Autofahrer drängeln wie die Bekloppten, wenn sie auf der Autobahn vorbei wollen. Obwohl die Höchstgeschwindigkeit 130km/h beträgt, hatte ich mehrmals einen BMW mit einem Abstand von weniger als 5 Meter hinter mir.

In München ist es schwer mit dem Auto zu fahren. Aber Prag ist schlimmer. Oder wie mir ein tschechischer Freund aus Prag sagte: Ich war letztes Jahr in München, dort fuhr es sich sehr entspannt.

Die Zeiten, in denen die ?SSR die besten Straßen im RGW hatte sind lange vorbei.

Nur ein Opfer?

Letztes Wochenende kam es in Dresden zu einem Zwischenfall, bei dem der 24-jährige Rico schwer verletzt wurde. Laut Polizeibericht geschah dabei Folgendes:

(…) Bisherigen Erkenntnissen zufolge war der 24-Jährige mit einem Unbekannten in Streit geraten. Kurz darauf kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Dabei wurde der Geschädigte mit einem Bierglas auf den Kopf geschlagen. (…) Der Täter war ca. 160 cm groß, sehr schlank und hatte kurze dunkle Haare. Auffällig waren seine dicke Nase sowie ein Cut an der Oberlippe. Nach Zeugenaussagen hat der Mann ein südländisches Äußeres. (…)

Erstaunlicherweise weiß die BILD gleich, dass es ein kurdischer Drogendealer war. Was insofern interessant ist, da der Täter bisher weder eindeutig identifiziert noch gefasst wurde. Die Kommentare dazu unter dem Artikel bei BILD sprechen eine deutliche Sprache der Zielgruppe dieses widerlichen Hetzblattes.

Was genau passiert ist: Ich weiß es nicht. Ich will deshalb davon ausgehen, das es sich wie beschrieben abgespielt hat. Ricos Freund hat versehentlich jemanden angerempelt, der ist gleich ausgetickt, Rico wollte schlichten und wurde selber zum Opfer.

Ich will Rico auch keine rechte Gesinnung unterstellen.

Aber…

Auf seiner Facebookseite schreibt Rico (Screenshot):

“Paar Drecks Kanaken (!sic) haben mehrfach mit abgebrochenen Bierglas auf mein Hals eingestochen…”

Seine Wut nach diesem Zwischenfall ist verständlich. Aber die Wortwahl ist absolut nicht tolerierbar. Oder hätte er etwa von “Drecks Deutsche” geschrieben, hätte der Täter kein südländisches Aussehen gehabt? Inzwischen hat Rico diesen FB-Eintrag entweder ganz gelöscht oder zumindest für nicht mit ihm Befreundete unsichtbar gestellt.

Aufsehen erregt der Vorfall auch dadurch, dass die NPD Sachsen (Kein Link zu Nazis!) dies als Vorwand für ihre Hetze genommen hat. So versammelten sich gestern Abend vor dem Neustädter Bahnhof ein jämmerlicher Haufen. addn.me berichtet: “Apfels letztes Aufgebot”.

Rico selber distanziert sich von dieser “Mahnwache”. Er schreibt:

Ich möchte nur eines klar stellen!
Ich habe mit der NPD Mahnwache nix zu tun!
Ich distanzier mich von jeglichen Stürmungen Übergriffen oder Sonstiges!!!
Ich hoffe Ihr seid alle vernünftig, ich will bloß das der Täter gefunden wird!!!

Dies wird allerdings auch von Rene Despang kommentiert, einem bekannten Dresdner Nazikader und ehemaligen Mitglied der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Kommentieren kann den FB-Eintrag bei Rico nur, wer dort mit ihm befreundet ist…

Ein weiterer Eintrag ist inzwischen auch gelöscht oder unsichtbar, in dem es um den Aufruf zu dieser “Mahnwache” ging. Dort tummelten sich in den Kommentaren auch diverse rechte Gesellen und Hetzer.

Es bleibt zu hoffen, das Rico wirklich nur unpolitisch in den Vorfall mit der schweren Verletzung geraten ist, das er sich zukünftig in seiner Wortwahl beherrscht und sich seine Freunde bei Facebook besser aussucht. Ansonsten muss er sich die Frage gefallen lassen, ob er wirklich nur ein Opfer war.

Bis dahin wünsche ich ihm gute Besserung.

“Unsere Mütter, unsere Väter”

Ich finde ja, der Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter” im ZDF war ein sehr gut gemachter und ehrlicher Film. Zwar kann man einwenden, dass die wahren Verursacher des Krieges im Hintergrund blieben, doch darum ging es meiner Meinung nach dabei nicht. Den erschütterndensten Satz sprach wohl die Frau, die Mai 1945 in Viktors Wohnung lebte, als er sie fragte, ob sie schon immer da gelebt hat. “Früher haben hier wohl Juden gewohnt, aber… die sind dann ja weggezogen.” Diese wenigen Worte bringen das Anliegen des Filmes “Unsere Mütter, unsere Väter” auf den Punkt. Nämlich die Verdrängung der eigenen Schuld bei den meisten Menschen, die erst mitliefen und später von nichts gewusst hatten…