Am stärksten ausländer- oder fremdenfeindlich sind nicht diejenigen, die mit Ausländern zusammenleben, sondern die kaum oder keinen Kontakt zu ihnen haben.
2005 sagte mir eine Anwältin, die selber mit einem Schwarzen aus München zusammen ist, dass das Problem im Osten ist, dass es zuwenige Ausländer gibt. Seit ich in Bayern lebe, sehe ich es auch selber jeden Tag. Hier ist es völlige Normalität, das in einer Gruppe Jugendlicher Mädchen mit Kopftuch und/oder Jugendliche mit dunkler Hautfarbe dabei sind. Dem kann man hier nicht mal entgehen, wenn man will. Da hat man es als Nazi nicht leicht. Zum Glück, möchte ich sagen. Trotzdem gibt es leider und natürlich auch hier den latenten Rassismus. Den, wie die Studie auch erkannt hat, öfters bei der älteren Generation. Schön ist es aber, das es den Widerstand gegen Naziaufmärsche überall gibt.
(…) Die zweitbeste Trefferquote hat das Wort Rassismus im Zusammenhang mit den USA. Da ist er bekanntlich zu Hause. Wenn dort Promis etwas Rassistisches sagen, steht es auch in Deutschland in der Zeitung. Den unterdrückten Schwarzen in Amerika gilt die Sympathie der Medien immer dann, wenn wieder etwas Schreckliches geschehen ist. Der Mord an dem jungen Schwarzen Trayvon Martin löste auch hierzulande Empörung aus. Die Amerikaner sind, das weiß hier jedes Kind, eben gottverdammte Rassisten. Und schließlich findet der Schwarm einen Rassismus, den es gar nicht gibt. Deshalb kommt er auch nur halb vor. Ein Plakat mit lachendem, schwarzem Jungen, hinter afrikanischer Trommel sitzend, wirbt für eine Musikschule. Daneben steht: „Wir haben Rhythmus im Blut“. (…)
Die Politik sorgt sich wegen des Nazi-Terrors um den guten Ruf des Landes – mit Recht: Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sitzen tief in der deutschen Gesellschaft. Das zeigt nicht zuletzt der unselige Begriff von den “Döner-Morden”, meint Stefan Kuzmany.
So langsam muss man ernsthaft darüber nachdenken, auszuwandern. Es wird immer widerlicher in diesem Land!
Die turbulente Integrationsdebatte verändert die politische Stimmung in der Republik: Fast jeder fünfte Deutsche würde einer Emnid-Umfrage zufolge eine neue Protestpartei wählen – vorausgesetzt deren Chef hieße Thilo Sarrazin.
Der Unmut vieler Bürger über die etablierten Parteien wächst…
Das kann ich ja wirklich nachvollziehen! Aber da denkt man, im Glauben daran, dass diese Menschheit doch kein rettungsloser Fall ist1 , die unmutigen Bürger würden mal aufwachen und erkennen, was wirklich abgeht… Aber nein, dann kommt sowas!
Wie eine repräsentative Emnid-Umfrage für “Bild am Sonntag” ergab, würden 18 Prozent aller Deutschen eine neue Partei wählen – wenn ihr Chef der Migrationskritiker Thilo Sarrazin wäre. Damit stellt sich fast jeder fünfte Deutsche eindeutig hinter dessen umstrittene Thesen.
Und wenn Du dann glaubst, es geht nimmer schlimmer, dann kommt noch so ein Kracher:
Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent).
WTF???
Arrrg! Ich will mich zum Sonntag morgen nicht weiter aufregen. Aber eines noch:
Die in Deutschland lebenden Zuwanderer forderte Merkel dazu auf, sich der Gesellschaft anzupassen.
Seit ich in Bayern lebe, kenne ich nicht wenige hier lebende “Zuwanderer”. Da kann ich nur sagen, die sind teilweise integrierter als mancher Arier Deutsche hier!
Da zitiere ich doch nochmal den Hagen Rether:
Und dieses Kopftuch hat keineswegs ausschließlich mit Unterdrückung zu tun. Das hat auch was mit Stolz und Identität zu tun. Und oft sind es auch diese jungen Frauen mit Kopftuch die viel besser Deutsch können und viel besser integriert sind als ihre vollkommen überassimilierten bauchnabelgepiercten Arschgeweihschwestern.
“Ich glaube nämlich nicht, daß die Menschheit ein für immer hoffnungsloser und unheilbarer Fall ist.” (Stanislaw Lem in “Mein Leben”, 1983) [↩]
Der Herr hat bekannt lich genügend Hirn vom Himmel geworfen. Er hat nur leider nicht getroffen. [↩]
Früh Morgens musste ich noch eine andere Arbeit erledigen, dort wo ich normalerweise gewesen wäre, half solange ein sher dunkelhäutiger Kollege (Afrikaner? k.A.) für mich aus.
Stunden später, die über 50-jährige bayrische Kollegin zu mir:
Du musst die Dinger aber auch zurecht schneiden.
Das weiß ich doch.
Der Bimbo heute früh, der hat das nämlich nicht gemacht.
Wer???
Na der Bimbo, der heute für Dich gearbeitet hat.
Später dann:
Wir hatten ja mal einen hier, der hat die absolut korrekt an Kante geschnitten und die dann sauberst gestapelt. Das Erstaunliche dabei war, der war ja auch noch Türke.
Was hat das denn damit zu tun?
Na die Hunde sind doch sonst alle zu faul zum Arbeiten!
Worum ging es? Urspünglich musste man als Ausländer in der Schweiz, wenn man einen schweizerichen Pass haben wollte, zur Gemeinde gehen. Dort wurde dann darüber abgestimmt, und wenn das für den Antragssteller mit einer Niederlage geendet hat, dann hatte er schlichtweg keine Chance, sich zu wehren. 2003 wurde diese Praxis geändert und es wurde die Möglichkeit des Einspruchs geschaffen. Die SVP (Schweizerische Volkspartei), die bereits mehrmals durch rassistische Kampangen aufgefallen ist, wollte dies rückgängig machen.
Das von Blocher (SVP) vorgeschlagene Verfahren hätte künftig wieder die Gemeinden geheim über die Passgesuche bestimmen lassen. Einspruchsmöglichkeiten bei einem Gericht hätte es dann nicht mehr geben sollen. Die Kampagane war eine Reaktion auf Urteile des Schweizer Bundesgerichts aus dem Jahr 2003. Darin waren die Kommunen verpflichtet worden, für Einbürgerungen ein rechtsstaatliches Procedere einzuführen, mit der Chance für Immigranten, sich einzuklagen. Die damalige Praxis war verworfen worden als diskriminierend und nicht mit internationalem Recht vereinbar. Davor gab es kommunale Voten über Einbürgerungsanträge, die bei Zuwanderern vom Balkan fast immer scheiterten.
Dabei setzte die SVP wiederholt auf eine rassistische Kampange mit solchen Plakaten:
Dieses Plakat wurde vor einigen Jahren breits schoneinmal eingesetzt, damals ging noch eine Welle der Empörung durch das Land. Heuer interessierte das offensichtlich keinen mehr so richtig. Im Gegenteil, selbst beim einfachen Bürger entstehen völlig unbegründete Ängste vor eine Islamisierung der Schweiz. “Dann haben wir hier bald überall Minarette”.
Um so besser ist das Ergebnis der Volksabstimmung letzten Samstag. Die Schweizer sprachen sich mehrheitlich gegen die Verschärfung des Einbürgerungsgesetzes aus, wie es Blocher von der SVP gewünscht hatte.