Archiv für die Kategorie ‘Alltäglicher Rassismus’

Nationalismus + falsches Wissen + grenzenlose Dummheit

Was für ein widerlicher Haufen! Da krieg ich wirklich das ganz große Kotzen. Es ist einer der Nachteile des Internets, dass das ganze dumme Gesindel, welches nicht mal seine eigene Sprache richtig beherrscht, sich in den Kommentarspalten diverser Zeitungen so austoben kann.

Gefunden auf der Facebookseite von Onlineaktivisten.de

In Hamburg sterben drei Menschen mit Migrationshintergrund bei einem Brandanschlag. Focusleser kommentieren das wie folgt:

“Scheiss drauf paar weniger für die wir nicht mehr bezahlen müssen dat Rattenvolk die nehmen uns doch hier alle aus wie ne fette Weihnachtsgans. Wer hier rein kommt soll auch gefälligst arbeiten. Wenn nit raus mit dem pack!”

fxyrlyrp

Das bisschen Rassismus bringt doch niemanden um

Die meisten von Euch dürften es ja inzwischen mitbekommen haben. Die letzte Saalwette bei “Wetten dass..?” präsentierte ein klassisches Beispiel von Blackfacing.

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Weiße Augsburger malten sich das Gesicht schwarz an, um Jim Knopf darzustellen, der übrigens, obwohl er in den meisten Büchern weiß dargestellt wird, ein Schwarzer ist. Es ging darum, dass Augsburg es schaffen soll, 25 Paare von Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, auf die Bühne zu bringen. Aufgefordert wurde dabei auch:

„Jim sollte natürlich schwarz geschminkt sein, Schuhcreme, Kohle, was auch immer!“

“Blackfacing” nennt man die rassistische Darstellung von Schwarzen in Theatern, bei denen sich weiße Darsteller das Gesicht schwarz färben, um den etwas “dümmlichen Neger” darzustellen. Eine Praxis, die ursprünglich hauptsächlich in den Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts in den USA verwendet wurde, inzwischen aber international bekannt und kritisiert ist. Auch in Deutschland sollte sich spätestens seit dem Dokumentarfilm “Schwarz auf Weiß”2 von Günter Wallraff herumgesprochen haben, dass diese Art gegenüber Schwarzen beleidigend und diskriminierend ist.

Noch während der Saalwette ging ein zu erwartender Proteststurm durch die Internetgemeinde. Natürlich versuchte das ZDF erst mal abzuwiegeln. Alles nicht so schlimm, und schon gar nicht böse gemeint. Nun will man Markus Lanz und den Augsburgern wirklich keine Bosheit unterstellen, eine eine gehörige Portion Dummheit sollte man ihnen schon zusprechen dürfen.

In der Hannoverschen Allgemeinen kann man dazu lesen:

„Der Aufruf ist unserer Meinung nach keineswegs mit ,Blackfacing‘ in Verbindung zu bringen“, teilte eine ZDF-Sprecherin trocken mit. „Es gibt keinen echten und unechten Rassismus“, sagt dagegen Tahir Della, Vorstandsmitglied bei der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland aus München. „Entscheidend ist, was Schwarze selbst als diskriminierend empfinden.“ Und die Aktion des ZDF leiste eindeutig „rassistischen Vorurteilen Vorschub“. Sie sei damit für viele Betroffene „rassistisch“.

Und weiter:

Dass die weiße Mehrheit schnell abwiegle und fordere, man möge sich nicht mit derlei Marginalien aufhalten, kenne er. „Wir hören andauernd, wir sollten uns nicht so anstellen und uns lieber um ,echten‘ Rassismus kümmern“, sagt Della. „Es ist extrem mühsam und ätzend, sich von Weißen erklären zu lassen, was wir zu empfinden haben, was rassistisch ist und was nicht. Dabei ist es ganz einfach: Wir wünschen uns die gleiche Rücksichtname, die die Gesellschaft anderen Gruppen entgegenbringt, den Frauen etwa.“ Schwarze würden in den Medien „grundsätzlich karikierend dargestellt“, kritisiert Della.

Den wohl dämlichsten Artikel3, den ich dazu gelesen habe, ist der von Carsten Heidböhmer im Stern: “Wenn die Twitter-Elite zur Hetzjagd bläst”. Über den Proteststurm, der zuerst bei Twitter4 startete, schreibt Heidböhmer:

Es ist eine kleine, gut vernetzte Gruppe, die sich hier zu Wortführern aufschwingt. Es sind Mitglieder der Piratenpartei, Grüne und andere übliche Verdächtige.

“Andere übliche Verdächtige”? Alleine schon dafür müsste man ihm den Artikel um die Ohren hauen.

Heidböhmer:

Um es auf den Punkt zu bringen: Hier debattieren weiße Akademiker mit weißen Netzaktivisten über Rassismus.

Man fragt sich schon, woher er weiß, dass es sich bei den Twitternden nur um Weiße gehandelt hat.

Heidböhmer verweist dann als Rechtfertigung, das alles nicht so schlimm ist, auf diesen Tweet:

Ob Djamil Deininger damit eigentlich sagen wollte, dass Deutschland halt einfach dämlich ist (In Bezug auf dieses Thema!), darüber macht sich Heidböhmer keinen Kopf mehr. Wäre ja auch zuviel verlangt, mal ein bisschen weiter zu denken.

Nun, wo sich auch die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland e.V. in einem Offenen Brief an die ZDF-Wetten dass…? Redaktion gemeldet hat, rudert Heidböhmer ein wenig zurück:

…das Thema werde “fast ausschließlich” von Weißen diskutiert.

Also habt euch nicht so? Das bisschen Rassismus bringt doch niemanden um, oder?

  1. Bildquelle: Commons Wikimedia, This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired. []
  2. Ich habe den Film gestern bei YouTube angeschaut, es ist ein ziemlich dümmliches Machwerk, in dem der Schwarze von Wallraff die ganze Zeit als ein etwas naiver und hilfloser Mensch dargestellt wird, der die ganze Zeit mit seinem Einkaufsbeutel durch die Gegend stolpert und u.A. auf der Suche nach Brombeeren ist. Das richtige zum fremdschämen. []
  3. via trueten.de []
  4. Es liegt in der Natur der Sache des schnellen Mediums Twitter, dass dort die Diskussion zuerst zu verfolgen war. []

“Brief an Herrn Strache oder wie mich meine Wut zum Bloggen brachte..”

Heinz-Christian Strache (* 12. Juni 1969 in Wien) ist ein österreichischer Politiker der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Er ist Bundesparteiobmann und Klubobmann seiner Partei im Nationalrat sowie Landesparteiobmann der FPÖ Wien. (Wikipedia)

Den folgenden Brief habe ich hier bei apennyforjuliasthoughts.wordpress.com gefunden und halte ihn für wert, rebloggt zu werden. So wie es dort steht, kann man das auch in Deutschland zu allen rechten Politikern von offenen Nazis bis hin zu CSU/CDU sagen.

Sehr geehrter Herr Strache,

letztens habe ich wie vor jeder Wahl einen Ihrer „netten“ Briefe ins Haus bekommen, zusammen mit einem der berühmt berüchtigten „Sagen-Comics“, über den schon öfter heftig diskutiert wurde. Sie adressieren Ihre Wahlwerbung also direkt an mich, wollen ja an die jungen Leute appellieren und da ich eine junge wahlberechtigte Studentin bin, möchte ich Ihnen hiermit einmal gerne persönlich antworten.

Seit Wochen, nein Monaten, ärgere ich mich nun nämlich über Sie und Ihre Partei, was nichts Neues wäre, wenn es nicht einen speziellen Punkt betreffen würde: die Asylpolitik. Ich weiß es ist eines Ihrer Lieblingsthemen und Kernstück der blauen Agenda, doch wie ich Ihnen leider mitteilen muss haben Sie KEINE Ahnung von der Realität der Asylpolitik. Die Lügen, die Sie auf Ihren Plakaten verbreiten, die Angst bzw. die Fremdenfeindlichkeit die Sie schüren, das alles beruht auf Annahmen und Pseudo-Fakten, die schlicht und einfach Vorurteile sind. Was weiß ich schon davon, würden Sie vielleicht fragen und Ihr siegessicheres Lächeln aufsetzen. Ich mag vielleicht kein Politiker oder Entscheidungsträger in diesem Land sein, aber ich habe mich im Gegensatz zu Ihnen mit den „bedrohlichen“ Asylwerbern beschäftigt, als ich fast ein Jahr ehrenamtlich in der Asylrechtsberatung einer NGO tätig war. „Aha!“, würden Sie jetzt rufen, „Sie sind also eine Beitragstäterin!“ Richtig, das war es nämlich, was Sie im letzten Jahr propagierten, jeder der Asylanten hilft, ist gleichzeitig ein Beitragstäter im Asylbetrug.

Was soll das eigentlich mit dem Asylbetrug? Ich muss Ihnen wohl kaum erklären, dass jeder Asylwerber in Österreich ein Verfahren durchlaufen muss, das Jahre dauert, frustrierend und kompliziert ist und in der Mehrheit der Fälle negativ ausfällt. Asylbetrug, wie Sie ihn nennen, ist faktisch nicht möglich, außer Sie sprechen den zuständigen Beamten ihre professionelle Fähigkeit ab. Im Gegenteil, selbst Menschen, die akute Fluchtgründe vorweisen, werden ständig abgeschoben, weil man ihnen einfach keinen Glauben schenkt. Und dann hört man in den Medien nicht das erste Mal von Fällen, in denen aus Österreich abgeschobene Teschetschenen verschwinden oder tot aufgefunden werden. Die Gefahr der Verfolgung zieht sich ja offenbar bis nach Österreich, wie der Fall des in Wien getöteten Umar Israilov zeigte.

Was werfen Sie denn noch vor? Asylwerber sind Schmarotzer und nutzen den österreichischen Staat aus. Dazu würde ich Sie einmal dazu anhalten mit den Betroffenen zu reden. Natürlich sind sie auf Hilfe angewiesen, aber man kann kaum jemanden einen Schmarotzer nennen, der 30 Euro Taschengeld im Monat bekommt, zusammengepfercht in einem überfüllten Asylheim leben muss und sich nicht einmal das Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel leisten kann. Asylwerber werden in die Rolle von „Schmarotzern“ gedrängt wenn Sie es so nennen wollen, weil ihnen die Möglichkeit genommen wird zu arbeiten. Jeder zweite meiner Klienten fragte mich wieso er oder sie denn nicht arbeiten dürfe. Die Menschen wollten meist arbeiten, wollten nützlich sein, wollten sich integrieren. Viele waren motiviert Deutsch zu lernen und machten schnellere Fortschritte, als manch einer von uns es wahrscheinlich in Russisch, Persisch oder Arabisch machen würde.

Es sind leider Leute wie Sie, die Integration erschweren und verhindern, da Ihre Hetze einen noch tieferen Graben zwischen die eingesessenen Österreicher und die „Fremden“ gräbt. In einer Zeit der Wirtschaftskrise, in der die Unsicherheit der Bevölkerung groß ist, nützen Sie die Möglichkeit um mit dem Finger auf die Schwächsten unserer Gesellschaft zu zeigen, sie zu Sündenböcken zu machen und vorzuverurteilen. Natürlich sind Sie nicht der Einzige, der das tut, aber der Unterschied ist, dass Sie leider ein politischer Entscheidungsträger sind, der diese Anschuldigungen öffentlich verbreiten kann. Sie können ja froh sein, dass diejenigen, die Sie in ihren Parolen schlecht machen, als Asylwerber nicht wahlberechtigt sind. Auch können Sie sich nicht gut wehren, da viele der Betroffenen erst seit kurzem hier sind und die Sprache noch nicht ausreichend beherrschen.

Sind das alles Lügner? Ich habe viel gehört, gesehen und gelernt bei meiner Zeit in der Asylrechtsberatung. Ich bin 20 Jahre alt und habe KlientInnen vor mir gehabt, die wesentlich jünger waren als ich und so viel mehr durchmachen mussten als ich es hoffentlich jemals erleben werde. Sie haben mir ihre Geschichten erzählt, geprägt von Folter, Verfolgung, Angst und Tod, die meisten von ihnen waren allein, getrennt von ihren Familien. Der Großteil der Asylwerber denkt sich diese Geschichten nicht aus, kein vernünftiger Mensch würde das tun! Das Problem ist, dass ihre Gründe meist nicht „schlimm“ genug sind, damit Asyl in Österreich gewährt wird. Meine paradoxe Aufgabe als Beraterin war es oft, den Menschen zu sagen, dass sie leider nicht „genug“ durchgemacht, nicht in dem Sinne verfolgt, oder nicht so bedroht waren, dass das als Fluchtgrund anerkennt worden wäre. Je trauriger die Schicksale, desto eher ein Erfolg im Asylverfahren, so funktioniert das System.

So passierte es einmal, dass ich ein 15-järhiges wissbegieriges Mädchen vor mir hatte, das kurz vor ihrem Hauptschulabschluss stand und fünf Sprachen sprechen konnte, darunter nahezu akzentfreies Deutsch. Sie hatte zwei negative Asylbescheide und ich musste ihr sagen, dass sie kaum Aussicht darauf hatte in Österreich bleiben zu können. Warum das so ist, weiß ich bis heute nicht! Für einen jungen Mensch wie mich, der eigentlich an Gerechtigkeit und einen fairen Umgang mit Menschen glaubt ist die Einsicht, dass diese Ideale im Asylverfahren kaum existieren, die wohl bedrückenste, die ich gewonnen habe. Sind diese Menschen, die Bedrohung von der Sie sprechen? Sind sie schuld an ihrem eigenen Schicksal, aufgewachsen zur falschen Zeit am falschen Ort? Was würde passieren, wenn wir Österreicher irgendwo um Schutz bitten müssten, wie es in der Geschichte doch auch schon vorkam?

Herr Strache, Sie predigen Nächstenliebe, aber ich glaube, die Ihre geht nicht über die eigene Nasenspitze hinaus.

Warum ich Ihre Partei nächsten Sonntag also nicht wählen werde, ist glaube ich jetzt klar geworden. Noch eines: Ich hätte auch gern die Macht und die Möglichkeit wie Sie „nette“ Briefchen an fast jeden österreichischen Haushalt zu schicken, um den Leuten einmal meine Meinung zu dem Thema kundzutun, aber das entspricht leider genauso wenig der Realität, als dass Sie diesen Brief jemals wirklich lesen werden. Nichtsdestotrotz würde ich mir wünschen, dass, wenn Ihnen die Jugendperspektive so wichtig ist, Sie, statt in der Passage zu feiern, sich der Lebensrealität stellen, die Ihre Aussagen betrifft. Ich lade Sie herzlich ein mir die Arbeit abzunehmen, dem jungen 15-jährigen Mädchen in die Augen zu sehen und ihr zu sagen, dass sie höchstwahrscheinlich keine Zukunft in unserem schönen Land hat. Und wenn Sie dann fragt warum dürfen Sie ihr die Antwort geben! Falls Sie dann immer noch nicht verstehen können, oder WOLLEN, vielleicht kann man Sie dann zu Fortbildungszwecken zu einem Praktikum im Asylrechtsbereich überreden?

Hochachtungsvoll,

eine empörte junge Bürgerin

“es geht mir nur darum das sie sich anpassen sollen wenn ned können sie ja da wider hin wo sie gekommen sind…”

Manchmal lernt man nette Leute kennen, deren wahres Gesicht zeigt sich erst nach eine Weile. Eine nette Bekanntschaft bei Facebook, die übrigens italienische Eltern hat, habe ich drauf angesprochen, als sie dieses Foto postete:

leserbrief

Denkst du auch so?

Ja…

Und selbst wenn du denkst das i Rechts bin ist mir das auch egal…ich bin auch Ausländer aber füge mich wie es meine Eltern die letzten 50 Jahren machen…wir leben hier und sollten die Kultur a abnehmen…

Würdest Du alle Italiener als Verbrecher bezeichnen, weil es dort die Mafia gibt?

Das hat nix damit zu tun..wenn sie in Deutschland genauso sind wie in Italien dann ja…

Die wollen das Kreuz in Schulen wegen haben..wo leben wir Türkei oder Deutschland? ??es geht mir nur darum das sie sich anpassen sollen wenn ned können sie ja da wider hin wo sie gekommen sind…

Du scherst alle Türken über einen Kamm, weil es einzelne gibt, die negativ auffallen. Millionen Türken haben dieses Land mit aufgebaut. Viele von denen sind angepasster als mancher Deutscher. Ich arbeite mit vielen türkischen Kollegen zusammen, die wollen alle das selbe wie du und ich, einfach nur vernünftig leben. Ich habe zusammen mit türkischen Antifaschisten den Kopf hingehalten, wenn es darum ging, etwas gegen Nazis zu tun. Nazis, die Leute wie dich aus diesem Land raushaben wollen.

Und das Kreuz in Schulen gehört weg, Religion ist Privatsache, hat aber nichts in Schulen zu suchen.

I bin a Nazi..nur weil ich anderer Meinung bin…lächerlich …

Habe ich das gesagt?

Gesagt nicht

Auch nicht gedacht.

Ich erkläre dir, warum so ein Leserbrief Unsinn ist.

Kannst mir sagen was willst…bissal Wahrheit steckt dahinter und i red ned nur über die Türken..ich konnte kotzen wenn wer frisch nach Deutschland kommt und alles in den Arsch bekommt…

Wo gibt das noch???fahr du ins Ausland u d sag das dort leben willst…da schauen wir mal was du als Antwort bekommst…

Wenn Asylsuchende nach Deutschland kommen, bekommt. Die gar nix in den A., dann müssen die hier unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, dürfen nicht arbeiten, bekommen Lebensmittelgutscheine,dürfen ihren Ort nicht verlassen… Check mal die Realität ab, meine Gute!

Du checkst ned was i meine….i lasse es einfach…

Ist auch besser so. Mit Leuten mit Deiner Geisteshaltung will ich nichts zu tun haben.

“Ausländerfeindlichkeit ist bei Deutschen weit verbreitet”

Unter diesem Titel schreibt Telepolis über eine Studie. Nun gut, nicht wirklich überraschend, trotzdem interessant zu lesen.

Dies deckt sich auch mit meinen Erfahrungen:

Am stärksten ausländer- oder fremdenfeindlich sind nicht diejenigen, die mit Ausländern zusammenleben, sondern die kaum oder keinen Kontakt zu ihnen haben.

2005 sagte mir eine Anwältin, die selber mit einem Schwarzen aus München zusammen ist, dass das Problem im Osten ist, dass es zuwenige Ausländer gibt. Seit ich in Bayern lebe, sehe ich es auch selber jeden Tag. Hier ist es völlige Normalität, das in einer Gruppe Jugendlicher Mädchen mit Kopftuch und/oder Jugendliche mit dunkler Hautfarbe dabei sind. Dem kann man hier nicht mal entgehen, wenn man will. Da hat man es als Nazi nicht leicht. Zum Glück, möchte ich sagen. Trotzdem gibt es leider und natürlich auch hier den latenten Rassismus. Den, wie die Studie auch erkannt hat, öfters bei der älteren Generation. Schön ist es aber, das es den Widerstand gegen Naziaufmärsche überall gibt.

Arsch huh und Gesicht zeigen

(…) Die zweitbeste Trefferquote hat das Wort Rassismus im Zusammenhang mit den USA. Da ist er bekanntlich zu Hause. Wenn dort Promis etwas Rassistisches sagen, steht es auch in Deutschland in der Zeitung. Den unterdrückten Schwarzen in Amerika gilt die Sympathie der Medien immer dann, wenn wieder etwas Schreckliches geschehen ist. Der Mord an dem jungen Schwarzen Trayvon Martin löste auch hierzulande Empörung aus. Die Amerikaner sind, das weiß hier jedes Kind, eben gottverdammte Rassisten. Und schließlich findet der Schwarm einen Rassismus, den es gar nicht gibt. Deshalb kommt er auch nur halb vor. Ein Plakat mit lachendem, schwarzem Jungen, hinter afrikanischer Trommel sitzend, wirbt für eine Musikschule. Daneben steht: „Wir haben Rhythmus im Blut“. (…)

Lesen! bei Frankfurter Rundschau

Der alltägliche Rassismus

Man beachte diesen herausragenden Artikel bei Spiegel Online zum latenten Rassismus in der Bevölkerung: “Ausgrenzung durch Sprache – Deutsche und Döner”.

Die Politik sorgt sich wegen des Nazi-Terrors um den guten Ruf des Landes – mit Recht: Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sitzen tief in der deutschen Gesellschaft. Das zeigt nicht zuletzt der unselige Begriff von den “Döner-Morden”, meint Stefan Kuzmany.

Unbedingt weiterlesen…

In Bayern würde man übrigens nicht “Neger” sondern “Bimbo” sagen, das ist meine leider erlebte Erfahrung.

Auswandern als Alternative

So langsam muss man ernsthaft darüber nachdenken, auszuwandern. Es wird immer widerlicher in diesem Land!

Die turbulente Integrationsdebatte verändert die politische Stimmung in der Republik: Fast jeder fünfte Deutsche würde einer Emnid-Umfrage zufolge eine neue Protestpartei wählen – vorausgesetzt deren Chef hieße Thilo Sarrazin.

schreibt das ehemalige Nachrichtenmagazin.

Der Unmut vieler Bürger über die etablierten Parteien wächst…

Das kann ich ja wirklich nachvollziehen! Aber da denkt man, im Glauben daran, dass diese Menschheit doch kein rettungsloser Fall ist1 , die unmutigen Bürger würden mal aufwachen und erkennen, was wirklich abgeht… Aber nein, dann kommt sowas!

Wie eine repräsentative Emnid-Umfrage für “Bild am Sonntag” ergab, würden 18 Prozent aller Deutschen eine neue Partei wählen – wenn ihr Chef der Migrationskritiker Thilo Sarrazin wäre. Damit stellt sich fast jeder fünfte Deutsche eindeutig hinter dessen umstrittene Thesen.

Herr wirf Hirn vom Himmel!2

Und wenn Du dann glaubst, es geht nimmer schlimmer, dann kommt noch so ein Kracher:

Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent).

WTF???

Arrrg! Ich will mich zum Sonntag morgen nicht weiter aufregen. Aber eines noch:

Die in Deutschland lebenden Zuwanderer forderte Merkel dazu auf, sich der Gesellschaft anzupassen.

Seit ich in Bayern lebe, kenne ich nicht wenige hier lebende “Zuwanderer”. Da kann ich nur sagen, die sind teilweise integrierter als mancher Arier Deutsche hier!

Da zitiere ich doch nochmal den Hagen Rether:

Und dieses Kopftuch hat keineswegs ausschließlich mit Unterdrückung zu tun. Das hat auch was mit Stolz und Identität zu tun. Und oft sind es auch diese jungen Frauen mit Kopftuch die viel besser Deutsch können und viel besser integriert sind als ihre vollkommen überassimilierten bauchnabelgepiercten Arschgeweihschwestern.

  1. “Ich glaube nämlich nicht, daß die Menschheit ein für immer hoffnungsloser und unheilbarer Fall ist.” (Stanislaw Lem in “Mein Leben”, 1983) []
  2. Der Herr hat bekannt lich genügend Hirn vom Himmel geworfen. Er hat nur leider nicht getroffen. []

Der alltägliche Rassismus (5)

Wir sitzen im Aufenthaltsraum, am Nachbartisch 6 türkische Frauen die sich laut unterhalten. Als wir gehen, meint…

ER: Am liebsten hätte ich den Weibern mal gesagt, die sollen deutsch reden.

ICH: Wieso das denn?

ER: Die gehen mir auf den Sack mit ihrem ausländischen Gequatsche.

ICH: Das sollteste Du denen aber besser nicht sagen.

ER: Ja, ich weiß, am Ende kriege ich noch Ärger mit den ihren Männern.

ICH: Erstmal würdest Du Ärger mit mir kriegen.

Der alltägliche Rassismus (4)

Früh Morgens musste ich noch eine andere Arbeit erledigen, dort wo ich normalerweise gewesen wäre, half solange ein sher dunkelhäutiger Kollege (Afrikaner? k.A.) für mich aus.

Stunden später, die über 50-jährige bayrische Kollegin zu mir:

Du musst die Dinger aber auch zurecht schneiden.

Das weiß ich doch.

Der Bimbo heute früh, der hat das nämlich nicht gemacht.

Wer???

Na der Bimbo, der heute für Dich gearbeitet hat.

Später dann:

Wir hatten ja mal einen hier, der hat die absolut korrekt an Kante geschnitten und die dann sauberst gestapelt. Das Erstaunliche dabei war, der war ja auch noch Türke.

Was hat das denn damit zu tun?

Na die Hunde sind doch sonst alle zu faul zum Arbeiten!