Archiv für die Kategorie ‘Linux’

Grafikprogramm Gimp aufhübschen

Das Grafikprogramm Gimp für Linux (und Windows) kommt mit einer eher traurig-grauen Oberfläche daher. Es ist aber kein Problem, dies zu ändern, damit es etwas farbenfroher wirkt.

Hier mal der vorher-nachher-Vergleich:

gimp.jpg

Wie das funktioniert? Ganz einfach!

Folgendes bezieht sich auf Version 2.2 von Gimp!

Das Thema „Crystal for the Gimp“ von kde-look.org runterladen und entpacken. (Es kann natürlich auch gerne ein anderes Thema sein.) Den entpackten Ordner als root / su nach /usr/(local/)share/gimp/2.x/themes kopieren. Anschließend in Gimp in den Einstellungen unter „Thema“ das gewünschte Layout auswählen. Fertig!

Darf es bei der Gelegenheit auch gleich ein schöners Icon für Gimp sein?

gimp-chihuahua-1.png

Wie wäre es, noch den Splash Screen von Gimp zu ändern? Dazu wird ein x-beliebiges Bild benötigt, das die Größe von 400×300 Pixeln haben muss und im PNG-Format abgespeichert wird. (Siehe auch: „KDE: Bilder schnell bearbeiten„) Das als root / su unter dem Namen gimp-splash.png nach /usr/(local/)share/gimp/2.x/images/ kopieren, und sich beim nächsten Start von Gimp dran erfreuen.

Na das wirkt doch gleich viel cooler!

gimpsplash.jpg

Instant Messenger: Gadu Gadu

Wir kennen Jabber, ICQ, MSN, Yahoo, Skype und den ganzen Mist. Wer aber kennt Gadu Gadu?

kadu.png

Gadu Gadu ist der in Polen am meisten verbreiteste Instant Messenger. Ich bin auch erst durch meine polnische Freundin drauf gekommen, deshalb ist meine Kontakt-Liste da sehr kurz. 😉

Selbstverständlich gibt es auch für Linux mehrere Clients. Einer davon ist Kadu.

gadu.jpg

Ok, sieht jetzt nicht sonderlich spektakulär aus, muss es aber auch nicht. Wer es richtig bunt mag, muss schon den originalen Client benutzen, dafür gibt es dann auch unzählige Smilies dazu. Der funktioniert aber nur unter Windows.

Weitere Clients für Gadu Gadu unter Linux sind z.B. kopete (KDE) und pidgin (ehm. gaim). Letzteren gibt es auch für Windows, sowie Miranda nur für Windows.

Hier geht es zur offiziellen Gadu-Gadu-Seite: www.gadu-gadu.pl.

Meine Messenger-Nummern stehen im Impressum.

KDE: Bilder schnell bearbeiten

Das Tool Kim – Kde Image Menu bietet die Möglichkeit, aus dem Kontextmenü des Konquerors in KDE eines oder mehrere Bilder schnell zu bearbeiten.

Zu Verfügung stehen für Bilder u.a. folgende Optionen:

  • Kompression ändern
  • Größe in Pixeln ändern
  • Konvertieren in andere Dateiformate (JPG, PNG, GIF, TIF, …)
  • Drehen und spiegeln der Bilder
  • HTML-Gallerie erstellen

und vieles mehr…

Screenshot:

kim.jpg

Das Tool kann, wenn es in der Linux-Distribution nicht mitgeliefert wird, direkt von der Homepage des Franzosen Charles Bouveyron runtergeladen werden.

Nach dem Download mit tar xfvz kim-0.9.4.tar.gz auspacken und als Admin mit ./install.sh installieren. Das wars schon.

Virenscanner „Avira AntiVir“ für Linux installieren

Unter Linux Viren? Glaubt man nicht, ist aber durchaus möglich, wenn auch kaum verbreitet. Trotzdem kann es manchmal sinnvoll sein, einen Virenscanner zu installieren, sei es, um Mails zu prüfen oder eine Windowspartition. 😉

Eine freier Virenscanner ist ClamAV, ich will mich hier aber mit Avira AntiVir beschäftigen, welches für Privatanwender kostenlos ist.

Wichtig: Folgendes bezieht sich auf ein Debian 4.0 Etch-System. Bei andere Distributionen unterscheiden sich die Pfadangaben eventuell und müssen entsprechend angepasst werden.

Avira AntiVir für Linux runterladen

Nichts einfacher als das. Direkt auf der Seite von Avira unter „Downloads“ (www.free-av.de) findet man das entsprechende Paket für Linux. Das Paket wird am besten gleich an der Konsole ausgepackt, da muß man sowieso noch hin. Im Downloadverzeichnis entpackt man es also mit:

tar xfvz antivir-workstation-pers.tar.gz

Dann geht es in das neue Verzeichnis rein:

cd antivir-workstation-pers-2.1.10-15 (Versionsnummer kann sich unterscheiden)

Nun kann es an die Installation gehen.

Die Installation von Avira AntiVir

In der folgende Beschreibung gehe ich nicht auf jede Einzelheit ein, ich setze also ein gewisses Grundverständnis voraus.

Damit der Virenscanner systemweit verfügbar ist, also auch für andere User, muß die Installation als root (Superuser / Admin) durchgeführt werden. Dazu ist es nötig, in der Superusermodus zu wechseln, das geht mit dem Befehl su. Für Ubuntu-User gilt das nicht, die haben keinen Root. Dazu gleich…

Die Installation wird mit ./install gestartet.

Ubuntu-User starten das bitte mit sudo ./install und geben dann ihr Passwort ein. Das gilt auch für alle weiteren Aufgaben, für die Admin-Rechte nötig sind.

Die folgende Lizenz wird natürlich vollständig gelesen. Damit sie beendet werden kann, einfach ein q wie quit eingeben. Anschließend die Lizenz mit y bestätigen.

1) Installation des Kommandozeilen-Scanner

Als erstes fragt das Installationsprogramm nach dem Pfad zum Key. Da die meisten Privatanwender vermutlich keinen haben, kann man das mit einem beherzten ENTER überspringen. Ansonsten den entsprechenden Pfad zu der Datei angeben.

2) Installation des Internetupdate-Daemon

Wer den nicht möchte, bitte sehr. 🙂 ich habe mich hier für y entschieden, da AntiVir ja auch Updates runterladen soll. Außerdem soll der Dämon auch gleich automatisch gestartet werden, also wieder y.

3) Installation AvGuard

Die folgende Frage „How should AvGuard be installed? [n]“ habe ich mit n beantwortet, da ich auf das On-Access Realtime-Scanning verzichten möchte. Wer das will, muss sich hier natürlich für eine andere Antwort entscheiden. Sollte die Virenproblematik für Linux akut werden, kann man das noch immer ändern. So lange gilt: „No Risk – No Fun“. (Ja, ich weiß, das ist schon in einem gewissen Maße leichtsinnig.)

4) Installation GUI (+ SMC Support)

Jetzt geht es zur Installation der GUI (Grafische Benutzeroberfläche). Das auf dem Linux-System Sun Java 1.4.x oder höher installiert ist, setze ich einfach mal voraus. Also y. Natürlich ist es auch möglich auf die GUI zu verzichten, AntiVir lässt sich problemlos von der Konsole aus benutzen.

5) Konfiguration des AntiVir-Updater

Klar soll der Updater konfiguriert werden, schließlich ist kaum etwas sinnloser als ein Virenscanner ohne aktuelle Virendefinitionen. Also y.

Auf die E-Mail-Information über neue Updates habe ich verzichtet aber eine Log-Datei lasse ich anlegen.

Auch den folgenden Konfigurationsdialog habe ich mit einem kühnen y abgehakt.

Das wars. * SUCCESS * Die Konfiguration wird unter /etc/avupdater.conf gespeichert. Noch ein abschließendes y und AntiVir ist fertig installiert. Glückwunsch! War doch gar nicht schwer, oder?

Avira AntiVir updaten

Auf einen Virenscanner ohne Updates kann man verzichten. Zwar sollte das per Dämon automatisch gehen, aber ich mache es jetzt trotzdem mal manuell. Die Konsole öffnen und

antivir --update

eingeben. Eine ganze Weile passiert nichts und dann erscheint eine Ausgabe, die sieht ungefähr so aus:

AntiVir / Linux Version 2.1.10-67
Copyright (c) 2007 by Avira GmbH.
All rights reserved.

suche nach Updates

auf Platte | Updateserver
————–+————–
02.01.10.67 = 02.01.10.67 [antivir]
06.35.00.01 = 06.35.00.01 [antivir0.vdf]
06.39.00.129 = 06.39.00.129 [antivir1.vdf]
06.39.01.15 = 06.39.01.15 [antivir2.vdf]
06.39.01.16 = 06.39.01.16 [antivir3.vdf]
————–+————–

Wie zu sehen ist, gleichen sich die Daten auf dem PC mit denen auf dem Updateserver. Der Dämon hat also schon ganze Arbeit geleistet und ich habe die aktuellen Virendefinitionen.

Leider läuft das Update manchmal nicht, wenn man es manuell startet. Das liegt vermutlich daran, das Avira für die nicht bezahlenden Privatkunden nur einen langsamen Server aufgestellt hat. In der Log-Datei „avupdater.log“ steht dann:

ERROR Fehler: kann IP für diese Angabe nicht auflösen (http://dl1.avgate.net)
ERROR Fehler: keine Update-Information erhalten
ERROR AntiVir konnte keine Update-Informationen finden
ERROR AntiVir konnte KEIN Update anbringen

Das ist natürlich nicht so toll, allerdings findet der automatische Dämon nach einigen Versuchen dann doch Kontakt zum Server und die Log-Datei meldet:

INFO AntiVir successfully updated itself

Solange also der Dämon regelmäßig seine Arbeit erledigt, ist das zu verschmerzen.

Avira AntiVir an der Konsole benutzen

Am einfachsten startet man AntiVir an der Konsole mit antivir einfach mal im /home-Verzeichnis.

Nach ein paar Augenblicken bangen Wartens kann man zuschauen, wie sich AntiVir die Dateien vorknöpft und anschließend kommt die Meldung (von mir gekürzt):

(…)

VDF-Version: 6.39.1.16 erzeugt 17 Aug 2007

(…)
Prüfe Laufwerk/Pfad (cwd): /home/woschod

(…)
——— Suchergebnisse ———
Verzeichnisse: 1
Gescannte Dateien: 268
Alarme: 0
Verdächtig: 0
Warnungen: 0
Benötigte Zeit: 00:00:04
———————————-
Vielen Dank für den Einsatz von AntiVir.

Na das sieht ja prima aus, keine Viren gefunden. Man sieht hier unter anderem, dass die VDF-Version (Virendefinition) vom 17. August 2007 ist. Das kann man als aktuell ansehen, da der Scan in dem Beispiel am 18. August gestartet wurde.

Allerdings wurde hierbei nur das aktuelle Verzeichnis gescannt, ohne in die Unterverzeichnisse zu schauen. Um das zu bewerkstelligen, muss AntiVir mit einer Option gestartet werden: antivir -s. Aber Achtung, AntiVir folgt auch symbolischen Links! Das ist zwar nicht gefährlich, kann aber dazu führen, dass es auch in Verzeichnisse geht, die keine Unterverzeichnisse sind sondern ganz woanders liegen. Unter Umständen dauert der Scan dann lange. Das lässt sich zusätzlich mit der Option -nolnk verhindern.

In einem meiner Unterverzeichnisse schlägt AntiVir dann Alarm:

Datum: 09.07.2006 Zeit: 17:24:16 Größe: 68
ALERT: [Eicar-Test-Signature] /home/woschod/Documents/Texte/eicar.com <<< Enthält Code des Eicar-Test-Signature-Virus

Es wird also auch was gefunden! Warum das jetzt aber für mich nicht schlimm ist und was der Eicar zu bedeuten hat, steht hier bei Wikipedia.

AntiVir bietet aber noch jede Menge weiterer Optionen und Möglichkeiten an der Kommandozeile. Die will ich hier nicht weiter aufzählen, man kann sie sich einfach mit antivir -h anschauen.

Avira AntiVir mit der GUI benutzen

Um die GUI zu sehen, startet man AntiVir mit antivir-gui. (Ohne Leerzeichen!)

Hier kann man auch verschiedene Einstellungen vornehmen. Ehe man sich da aber durchgeklickt hat, um ein bestimmtes Verzeichniss zu scannen, ist man an der Konsole schon lange fertig. Java war halt noch nie eine besonders flotte Angelegenheit.

Avira AntiVir in KDE einbinden

Natürlich wäre es praktisch, wenn man in KDE AntiVir direkt per Mausklick im Dateimanager starten könnte.

Dazu wird AntiVir einfach mal in den Konqueror eingebunden. Die folgende Anleitung basiert auf diesem Text in einem BSD-Forum und wurde von mir entsprechend für Debian 4.0 Etch angepasst.

Es soll also ein neuer Menüpunkt in das Kontextmenü des Konqueror aufgenommen werden. Dazu geht man in das Verzeichnis

/home/name_des_users/.kde/share/apps/konqueror/servicemenus

Logisch, dass „name_des_users“ entsprechend angepasst werden muss.

Da legt man eine neue Textdatei mit dem Namen antivir.desktop an und öffnet diese. In die Datei gehört dann dieser Text:

[Desktop Entry]
Actions=ScanWithAntiVir
ServiceTypes=all/all
X-KDE=AntiVir Aktion auswählen;

[Desktop Action ScanWithAntiVir]
Name=Scan With AntiVir
Icon=/home/Themen/Icons/avira_logo.gif
Exec=konsole –noclose -T „Virus Scanning Report (AntiVir)“ –icon /usr/local/share/icons/antivir-logo.png –vt_sz 120×40 -e antivir -allfiles -s –alltypes -nolnk -v -z -del -rf/home/woschod/Antivir.log -ro -lang=DE

Ein paar Erklärungen.

Damit das ganze mit einem schönen Icon verbunden ist, habe ich einfach von der Avira-Seite oben links das Logo in ein Verzeichnis kopiert und als Icon eingebunden. Bei mir liegt es in dem Ordner „/home/Themen/Icons/avira_logo.gif“.

Die Optionen lassen sich beliebig verändern, bzw. man kann auch noch mehr Einträge hinzfügen. Dabei aber nicht vergessen, auch die 2. Zeile mit dem „Actions“ am Anfang anzupassen! (Semikolon nach jedem Eintrag.) Wenn es zuviele Einträge sind, dann verschiebt man die einfach in ein Sub-Menü. Dazu muss nur obiges „X-KDE“ zu einem „X-KDE-Submenu“ verändert werden und alle folgenden Einträge befinden sich in einem Untermenü.

Das wars schon. Jetzt kann man mit einem Rechtsklick im Konqueror einen Scan inkl. Unterverzeichnisse starten.

So sieht das dann aus. (Anklicken für Großansicht)

av1.jpg

Avira AntiVir in Kmail einbinden

Nichts einfacher als das. Wenn AntiVir installiert ist, einfach in Kmail im Menü „Extras“ den „Anti-Virus Assistent“ starten. Der Rest ist quasie selbsterklärend.

Hey, damit sind die Linuxer mit der kostenlosen Version von AntiVir den Windowsnutzern sogar voraus. Die können das nämlich nicht als Mailscanner benutzen, ohne eine Lizenz käuflich zu erwerben. 🙂

Sonstiges

Wie man AntiVir in Gnome einbindet weiß ich nicht, das dürfen andere erklären. Auch wie das mit anderen Mail-Programmen funktioniert. Es sollte auch möglich sein, das Programm auf seinen eigenen kleinen Mailserver anzusetzen, insofern man einen hat.

Ansonsten hoffe ich dem einen oder anderem mit dieser Anleitung geholfen zu haben.

Wenn AntiVir das erste mal den Bundestrojaner gefunden hat, kann man dankbar sein. 🙂

Ab und an mal was Neues

Drum muss mein Ubuntu jetzt mal Debian 4.0 weichen.

Ich bin das mit der Netinstall-CD angegangen. Wenn man das mit den Partitionen übersteht, besteht der Rest eigentlich nur aus ENTER drücken und ab und an mal was eingeben (Benutzername, Computername). Fertig. Schon läuft Gnome und Multimedia funktioniert auch sofort (mp3, wmv, …)

Aber weil ichs schön bunt mag, wird wieder KDE installiert.

Eines meiner Lieblingsdinge bei Linux ist ja, das man nur für die aller erste Installation zur CD greifen muss. Also wenn man so wenig Ahnung wie ich hat. Der Rest wird einfach über die DSL6000-Leitung installiert. Coole Sache.

synaptic.jpg

Ubuntu-Linux lernen

Auf der Seite von Galileo Computing gibt es ein umfangreiches Video-Training zu Ubuntu GNU/Linux.

Wer sich also mal mit Linux beschäftigen will, der kann sich dort einiges anschauen.

Die Ubtunu-Distribution setzt dort auf die Oberfläche Gnome, ich persönlich bevorzuge KDE, um das zu nutzen muss man quasie statt Ubuntu das Kubuntu benutzen. Das ist das selbe, halt nur mit anderer Oberfläche. (Davon gibt es viele)

Benötigt wird dafür natürlich die entsprechende CD. Die kann man hier runterladen:

Wer keinen supermodernen 64-Bit-Prozessor hat, der wählt hier bitte die „PC (Intel x86) desktop CD“. Von dieser kann direkt gestartet werden, ohne dass das System verändert wird. Das geschieht erst, wenn man die Installation auswählt. Es ist also möglich mit der CD erstmal reinzuschnuppern.

Übrigens kann man nach der Installation mit Gnome auch problemlos zu KDE bzw. umgekehrt wechseln.

Eine weitere Möglichkeit Linux „nur mal anzuguggen“ ist Knoppix, das basiert auch auf KDE und kann hier runtergeladen werden. Das ist ebenfalls eine so genannte Live-CD, bei der das System komplett von CD läuft ohne die Installation auf dem PC zu berühren. Beachtet aber bitte, dass ein System, welches von CD läuft, recht langsam ist.

Über die Schwierigkeit, ein anderes OS zu erlernen

Windows-User argumentieren oft damit, dass Linux schon deshlab schlecht ist, weil da alles so anders geht und keiner durchsieht, wie was funktioniert. Das ist völliger Quatsch. Das Problem ist nicht, dass Linux anders ist sondern das man bei dem Umstieg auf ein anderes System immer vor Neuigkeiten steht.

Nehmen wir mal die Benutzerverwaltung und Rechtevergabe. Diese macht man natürlich als Administrator. Unter Linux ist ein neuer Benutzer schnell mit adduser angelegt. Wenn man dann noch die Funktionsweise der Befehle chown, chmod und chrgp sowie die Option -R versteht, geht der Rest sehr einfach.

Linuxuser werden jetzt wissen, wovon ich schreibe, Windowsanwender werden nur Bahnhof verstehen. 😀 Und das ist ganz normal. Als ich mit Linux anfing, musste ich das auch erstmal alles erlernen. (Das Buch Linux in a Nutshell war mir dabei eine große Hilfe.)

Aber andersherum ist es genauso. Ein Freund rief mich eben verzweifelt an. Er hatte sein WindowsXP neu installiert, die Benutzerkonten neu angelegt und konnte nun plötzlich nicht mehr auf seine alten Dateien zugreifen, weil die Rechte nur für den alten User galten. Also musste man das im abgesicherten Modus starten, sich als Administrator einloggen und anschließend über diverse Mausklickerein die Rechte neu setzen.

Windowsuser werden jetzt wissen, wovon ich schreibe, Linuxanwender werden nur Bahnhof verstehen. Wenn man aber erstmal das System versteht, wie das funktioniert, egal ob Linux oder Windows, dann geht es ganz einfach.

Wer also behauptet, Linux ist so schwer, der ist vermutlich nur zu faul zum Lernen. Andere Betriebssysteme haben auch ihre Eigenheiten und die muss man finden und erlernen, wenn man nicht schon jahrelang damit gearbeitet hat.

Mal ehrlich, es gibt doch Schwierigeres auf dieser Welt, z.B. RedFlag-Linux auf Chinesisch zu installieren. 🙂

rflinux01.png rflinux02.png
(Screenshots mit freundlicher Genehmigung von Cornelius)

Findet ihr nicht auch, das der Installationsbildschirm arg an den von WindowsXP erinnern?

Verwöhnung durch Linux

Ich bin es bei der Installation von (K)ubuntu gewöhnt: CD rein, booten, installieren und während der Installation im Internet surfen und diesen Blogeintrag schreiben. Nach einem Neustart läuft das System. Ein paar Updatepakete laden und noch zusätzliche Programme über synaptic installieren.

Heute musste ich zwangsweise mal wieder Windows neu installieren.

Die Installation selber lief soweit problemlos. Aber dann wollte ich ins Internet um die Updates einzuspielen. Internet ging aber nicht. Ich hab bestimmt 20 Minuten probiert, bis mir einfiel: Ach ja, Windows, da muss man ja erstmal die Treiber für die Netzwerkschnittstelle installieren. Also CD suchen und die Treiber installiert. Dann noch die Treiber-CD für die Grafikkarte und die für die Soundkarte zum Rotieren gebracht.

Mannomann… Und in den nächsten 30 Tagen muss ich auch noch anrufen, um das System zu aktivieren, ansonsten darf/kann ich das OS nicht mehr benutzen.

Test: Google Desktop für Linux

Der versierte Linux-Freak sucht natürlich an der Konsole mit dem Befehl „locate“. Aber nicht jeder ist versiert oder mag es auf diese Art. Da kommen grafische Suchprogramme gerade Recht. Einige freie gibte es, z.B. Beagle. Wer sich nicht vor Closed Source Software fürchtet, der kann sich als Alternative mal Google Desktop“ anschauen.

Heute wurde von Google die Betaversion von Google Desktop“ für Linux veröffentlich. (Quelle: heise online) Das Programm indiziert in den zugelassenen Verzeichnissen verschiedene Dateitypen (PDF, OpenOffice.org, Mails, … und vor allem auch Man-Pages), so dass sich diese sehr schnell auffinden lassen.

Vor allem Linux-Fans verfallen da schnell in Paranoia ganz nach dem Motto „Warum Bundestrojaner installieren, wenn es Google gibt“. So im Forum von heise gefunden. Die Antwort war nicht unwitzig: „Weil du damit nach ‚Bundestrojaner‘ suchen und so festellen kannst, ob du ihn schon hast. Und dank der zentralen Datenkonsolidierung bei Google kann man dann auch leicht feststellen, wieviel Prozent der User ihn schon haben ;-)“

Die Installation und Konfiguration von Google Desktop

Aber zurück zum Thema. Die Software liegt sowohl als RPM- als auch als DEB-Paket vor und soll auf Debian 4.0, Fedora Core 6, Ubuntu 6.10, SUSE 10.1 und Red Flag 5 laufen. Also wollte ich es einfach mal ausprobieren.

No Risk, No Fun!

Die Installation war kein Problem. Für mein (K)Ubtuntu 6.10 das DEB-Paket runtergeladen und mit „sudo dpkg -i google-desktop-linux_1.0.1.0060_i386.deb“ an der Konsole installiert. Anschließend gibt es im KDE-Startmenü zwei neue Einträge unter „Nicht zuzuordnen“: Google Desktop“ und die dafür nötigen Einstellungen.

Zuerst kam die Frage „Erweiterte Funktionen aktivieren – Nichtpersönliche Nutzungsdaten und Fehlerberichte können an Google gesendet werden, um Desktop weiter zu verbessern. Um mehr zu unseren Maßnahmen zum Datenschutz zu erfahren, lesen Sie unsere Datenschutzbestimmungen.“ Ich habe das mal großzügig abgelehnt.

Die Einstellungen präsentieren sich in einem Browser-Fenster, Google Desktop hat dafür lokal einen Dienst auf http://127.0.0.1:30337/ laufen. (Hey, wenn ihr jetzt den Link anklickt und der funktioniert, dann habt ihr Euch nicht bei mir reingehackt sondern seit auf Eurem Rechner wo offensichtlich GD läuft! Wenn ihr den abschießen wollt, bitte sehr. 🙂 )

02.jpg

In diesem Fenster kann man u.a. weitere Ordner hinzufügen, die indiziert werden sollen, außerdem das Google Mail-Konto (Hab ich keines). Es ist auch möglich, Verzeichnisse explizit auszuschließen. Desweiteren kann man einstellen, wie man ob man die Schnellsuche per Hotkey (zweimal Strg) einblenden will, ein paar weitere Kleinigkeiten. Außerdem lassen sich darüber nochmals die Erweiterten Funktion aktivieren, also die Kommunikation mit Google .

Das wars schon. Im Hintergrund läuft nun die Indizierung. Diese dauert eine ganze Weile, belastet dafür aber auch das System nicht weiter. Eine wirkliche ganze Weile! Im Systemtray (hier KDE) hat sich jetzt ein kleines Icon eingenistet, über das kann man die verschiedenen Einstellungen erreichen sowie die Suche starten.

Interessant ist allerdings, obwohl der Dienst auf einer lokalen Adresse (127.0.0.1) läuft, das Programm nur noch eine Fehlermeldung im Browser anzeigt, sobald die Internetverbindung weg ist. Warum? Wieso benötigt Google Desktop eine Internetverbindung, wenn es nur lokal läuft und sucht?

Die Suchergebnisse mit Google Desktop

Die Suche ist wirklich blitzschnell. Egal ob Dateien oder E-Mails (hier: Kmail), Google Desktop findet sogar Daten, die ich selber schon nicht mehr auf meiner Festplatte gefunden habe. 🙂 Dabei ist es irrlevant, ob das Suchwort im Dateinamen enthalten ist oder nur im Dokument selber steht. Eine sehr praktische Sache, wenn ich ich bestimmtes Wort in einer PHP-Datei suche. 🙂 Die Suchergebnisse sind in E-Mails, Dateien, Medien und Webprotokolle unterteilt, die sich nach Datum oder Relevanz sortieren lassen. Gefundene Bilder werden dabei teilweise gleich in Miniaturform angezeigt.

suchergebnis.jpg

Wünschenswert wäre es allerdings, wenn ich den Hotkey für das Schnellsuchfeld ändern könnte.

Das normale Suchfeld im Browser lässt sich auch als Suchfeld z.B. im Browser Opera integrieren. Das ist sehr praktisch, kann ich so direkt aus dem Browser heraus eine Datei mit einem Stichwort suchen und wenn diese nicht lokal vorhanden ist, einfach auf die Websuche umschalten.

Fazit: Wenn Google Desktop erstmal alle Dateien indiziert hat, was nur einmal nötig ist, hat man damit eine superschnelle, effektive und Ressourcen schonende Suchmaschine für den Desktop. Ob man diese nun aus teilweise verständlicher Paranoia nicht nutzen will, das muss jeder für sich selber entscheiden.

TV schauen unter Linux an der Konsole

Eines der Vorurteile, besonders von den heise-Trollen, ist ja, Linux könne keine vernünftige Grafik und man müsse alles an der Konsole machen. Dass das Quatsch ist, habe ich ja schon mehrfach bewiesen. 😉

Screenshot blau Linux auf dem Desktop Barbie-KDE

Aber zurück zur Konsole. Da geht in der Tat eine Menge sehr schnell zu machen. Aber bei Videos oder Fernsehen braucht man schon Grafik.

Ach? Braucht man? Dann einfach mal das Programm „aatv“ ausprobieren.

Hier zwei Screenshots, 9live und „Was guggst Du“ auf Sat1.

aatv1.jpg aatv2.jpg

Dinge gibts… 😀