Archiv für die Kategorie ‘Politische Fotografie’
Veröffentlicht am 13. Februar 2012 um 23:28 Uhr
Es war ein langer Tag. Und in der Konsequenz auch ein erfolgreicher. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Die Nazis konnten zwar laufen, aber nur eine stark verkürzte Route. Und das hat sie richtig geärgert. Man kann sagen, ihre Route war so kurz, das sich der Kopf schon wieder in den Schwanz gebissen hat.
Aber von Anfang an.
13 Uhr startete am Comeniusplatz der „Mahngang Täterspuren“. Diese war im letzten Jahr unverständlicherweise verboten worden, diesmal fand er statt. Es ging darum, an Hand 11 innerstädtischer Punkte aufzuzeigen, dass Dresden nicht die Opferstadt war, als die sie immer noch romantisiert war, sondern das es in Dresden nicht wenige Täter, Mitläufer und Wegschauer gab.


An diesem Mahngang nahmen über 2000 Menschen teil! Besucht wurden unter anderem die Mutschman-Villa (Mutschmann war Ministerpräsident, Partei-Gauleiter und Reichstatthalter), der Standort der ehemaligen Gefangenenanstalt Mathildenstraße, selbstverständlich die Synagoge, das Polizeipräsidium und der ehemalige Sitz der Gestapo, Bayrische Straße. (Mehr dazu auf www.dresden-nazifrei.com, die Seite ist aber wegen eines vermutlichen Angriffs derzeit offline) An den verschiedenen Punkten sprachen Dresdner Künstler und bekannte Persönlichkeiten Texte zu dem jeweiligen Thema.


Am Polizeipräsidium spaltete sich der Mahngang auf. Während der größere Teil weiter Richtung Hygienemuseum lief, bewegten sich ca. 500 Jugendlicher Richtung Postplatz und Freiberger Straße. Die Polizei war das erste Mal sichtlich überfordert. Ziel war die Kreuzung Freiberger Straße / Ammonstraße am Word Trade Center, die blitzschnell besetzt wurde. Die Blockade blieb auch bis zum Ende der Naziaktivitäten bestehen! Ein großartiger Erfolg.


Zu dem Zeitpunkt hatte ich Zweifel, ob das reichen wird. Schließlich könnten die Nazis ja noch über die Rosenstraße zur Freiberger Straße gelangen. Die Nazis hatten ihren Sammelpunkt unter der Brücke Budapester Straße. Gegen 17 Uhr war aber noch niemand zu sehen. Das Areal am Hauptbahnhof war massiv durch die Polizei abgesperrt. Überhaupt ging an diesem Tag verkehrstechnisch in der Innenstadt recht wenig. Schon der Mahngang Täterspuren hatte an der Synagoge den Platz weiträumig blockiert. Aber da mussten die braven Dresdner Bürger mal durch. Sie konnten ja gleich dableiben.


Vielleicht war das aber auch der Grund, warum in diesem Jahr weniger Menschen an der Menschenkette teilnahmen als im letzten Jahr, wie die Sächsische Zeitung Online schreibt. Aber die Menschenkette war sowieso ein Witz. Ich sage es immer wieder, ich kann es verstehen, dass nicht jeder den Mut hat, sich offensiv an Blockaden zu beteiligen. Ich finde es auch in Ordnung, wenn sie wenigsten ein Zeichen setzen, indem sie sich an der Menschenkette beteiligen. Aber von „sich den Nazis entgegenstellen“, wie im Aufruf zu lesen war, konnte wirklich keine Rede sein. Die Nazis befanden sich alle in der Nähe des Hauptbahnhofs und die Menschenkette am Rathaus war davon 600 bis über tausend Meter entfernt. Aufgehalten wurde dadurch nicht ein einziger Nazis, das waren wieder die unzähligen Antifaschisten, die länger als 10 Minuten (So zwischen Einkaufen und McDonalds) auf der Straße standen und saßen. Immerhin schafft die SZ das in einem Satz nebenbei zu erwähnen: „2010 und 2011 hatten Tausende Gegendemonstranten Neonazi-Märsche verhindert.“


Die Blockade Freiberger Straße / Ammonstraße sollte aber nicht die einzige bleiben. Inzwischen hatten sich auch hunderte oder tausend Menschen auf dem Sternplatz eingefunden und in Seitenstraßen sah man auch kleinere Gruppen. Das Ergebnis war, dass die Nazis nur eine sehr kurze Route latschen konnten, eine Zwischenkundgebung fiel komplett aus. Das stank denen gewaltig. An der Kreuzung Güterbahnhofstraße / Ammonstraße riss der widerliche Aufmarsch der Nazis plötzlich ab und ein Teil blieb über eine halbe Stunde stehen. Belustigt konnte man sich dann anschauen, wie sich die Nazis gegenseitig anschrien und die Ordner drohten, einzelne von denen aus ihrer Demo rauszuwerfen. Na hätten sie mal… Lange Zeit war unklar, was los ist, bis mir ein Kollege erklärte: „Die sind bockig, weil ihre Route so verkürzt wurde.“
Na das war doch mal was!


Letztlich zogen die Nazis wieder alle ab, von der Polizei begleitet, und gegen 21 Uhr konnten die Antifaschisten zufrieden nach Hause gehen. Am Postplatz gab es noch eine kleine Abschlusskundgebung. Passend war dort schön laut „Ten German Bombers“ von Egotronic zu hören.
Das Fazit von Dresden Nazifrei, zu lesen bei Facebook:
Unser Fazit: 6000-8000 BlockiererInnen machen Trauermarsch zur Lachnummer, 2500 protestieren mit Täterspuren gegen den Opfermythos Dresden. Für uns ist der 13. Februar 2012 ein voller Erfolg. Unser Ziviler Ungehorsam ist legitim und wir sehen uns nächste Woche Samstag wieder in Dresden!
Ausdrücklich möchte sich das Mod-Team bei allen HelferInnen im und um das Bündnis herum bedanken, die in den letzten Wochen alles dafür getan haben, dass der Naziaufmarsch in Dresden ein Stück mehr Geschichte wird. Ihr ward und seid die Besten!


Am Samstag den 18. Februar wird es nach aktuellem Kenntnisstand keine Nazidemo geben. Das haben sie wohl schon aufgegeben. Bleibt es dabei, seid ihr trotzdem alle in Dresden zu einer großen antifaschistischen Demonstration ab 11 Uhr am Hauptbahnhof eingeladen. Es gibt noch genügend, gegen das man protestieren muss. Die Kriminalisierung der Antifaschisten hat nicht aufgehört.
No pasaran!
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Veröffentlicht am 15. Januar 2012 um 22:14 Uhr
Am 15. Januar 2012 fand in Berlin die traditionelle LLL-Demo in Gedenken an die ermordeten KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Das dritte L steht für Lenin, der im Januar 1924 starb und unter Kommunisten auch nicht vergessen sein sollte.

Während schon seit dem Morgen Zehntausende die Gräber auf dem Friedhof der Sozialisten besuchten, sammelten sich am Frankfurter Tor mehrere tausend Menschen, um mit ihrer Demonstration gegen Kapitalismus, Neofaschismus und Sozialabbau zu protestieren. Darunter Mitglieder von DKP, SDAJ, FDJ, sowie anderen kommunistischen Parteien und Verbänden.

Auffällig waren wieder sehr viele internationale Organisationen, insbesondere kurdische Genossen, die vor allem Folter und Verfolgung in ihren Ländern anprangerten. Auch einige Genossen aus Syrien und dem Iran habe ich gesehen. Der tschechische Jugendverband KSM war mit vielen Mitgliedern vertreten.

Zum Start der Demonstration kam es zu einer kurzzeitigen Verzögerung, weil die Demoleitung ein großes Transparent, auf dem unter Anderem ein Bild Stalins zu sehen war, monierte, das ihr zu weit vorne war. Letztlich verlief der Weg aber störungsfrei.

In Friedrichsfelde waren schon viele rote Nelken auf den Gräbern verschiedener Kommunisten und Sozialisten abgelegt, als der Demozug eintraf. Gleichzeitig präsentierten sich auf dem Gebiet vor dem Friedhof zahllose Organisationen an ihren Ständen.

Ein Stein des Anstoßes war im wahrsten Sinne des Wortes wieder der provozierende Gedenkstein für die „Opfer des Stalinismus“. Jedes Jahr frage ich mich auf das Neue, wie man dort überhaupt nur eine Blume ablegen kann… Dieses Unkraut wurde offensichtlich mehrfach „verlegt“. Recht so! kann ich da nur sagen. Letztendlich musste sogar die Polizei den Stein bewachen.

Nach der Demonstration trafen sich deutsche und tschechische Mitglieder des Revolutionären Freundschaftsbundes e.V. (RFB) an den Gräbern von Irma Gabel-Thälmann und Dr. Ernst Wanitschek (Mitinitiator der Initiativgruppe Mala Upa).

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Veröffentlicht am 13. Februar 2011 um 22:46 Uhr
Ich berichtete ja bereits über den Vormittag des 13. Februar: Dresden Nazifrei! am 13. Februar – Comeniusplatz. Nach einer kleinen Pause, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste
, ging es weiter. Ich berichte einfach chronologisch, was ich erlebt habe. Außerdem entschuldige ich mich jetzt schon mal dafür, dass ich euch ein paar echt ekelhafte Bilder zeigen muss.
Über die Budapester Straße gelangte ich mit ein paar Freunden zum Fritz-Löffler-Platz. Dort standen mehrere hundert Antifaschisten. Ziel war es, den später folgenden Fackelmarsch der Nazis zu blockieren. Trotz eines sehr großen Polizeiaufgebot blieb es die ganze Zeit über friedlich.



Zum Bahnhof, dort stand das Grauen! Ekelhafte Gestalten und hässliches Gejauer, was wohl Musik sein sollte. Man hat es halt nicht leicht als Nazi. Erst den Krieg verlieren und dann noch zum Kacken vor einer pinkfarbenen Plastikhütte anstehen müssen.

Dafür sah es vor dem Bahnhof (Nordseite) viel besser aus. Viele hundert, vielleicht sogar über tausend Menschen hatten sich versammelt um lautstark gegen den Aufmarsch der Nazis zu protestieren. Obwohl kein Durchkommen zur anderen Seite war, wurde ordentlich Krach gemacht. Sogar eine Polizeidrohne gab es, um die friedlichen Protestierer zu überwachen.


Anschließend bin ich mal zum Strehlener Platz gelaufen. Dort steht das Thälmann-Denkmal und unsere Sorge war, dass das beschädigt werden konnte, schließlich ging die Route des Nazimarsches in nur 100 Meter Entfernung vorbei. Allerdings war der Platz zu dem Zeitpunkt noch menschenleer und ich denke, wir brauchten uns keine Sorgen machen.

Also wieder zurück durch den Bahnhof und die Fritz-Löffler-Straße hinauf. An den parallel zur Straße stehenden Studentenwohnheimen wehten einige schöne Transparente.

Auf dem Fritz-Löffler-Platz war die Stimmung weiterhin fröhlich und kämpferisch. Das lies man sich auch nicht durch aufgefahrene GlühweinWasserwerfer vermiesen.


Später kam dann die Durchsage in der Kundgebung, dass sich der Naziaufmarsch mit ca. 700-800 Nazis verzögert, weil einige Medienvertreter angegriffen wurden. Außerdem soll es eine Blockade auf dem Strehlener Platz gegeben haben. (Unbestätigt!) Auf jeden Fall wurde bekannt, dass die Naziroute verkürzt wurde. Na das ist doch was. Alle strömten durch die Seitenstraßen um von dort aus zu protestieren.
Irgendwann kam der braune Spuk auch aus der Reichenbachstraße heraus und bog in die Fritz-Löffler-Straße ein. Widerlich!

Aber spätestens als es an den Studentenwohnheimen vorbeiging merkte man nicht mehr viel von einem stillen Trauermarsch. Was da aus den Häusern heraustönte war einfach Wahnsinn. “Nazis raus!”-Chöre und ähnliches in einer unglaublichen Lautstärke. Hach war das mal schön!

Die Nazis versammelten sich zum Schluss noch hinter dem Bahnhof um da irgendwelchen gegröhlten Reden an die wahren Deutschen zu lauschen. Ich selber wollte mir das nicht mehr antun und ging fort.
Ende.
Fazit: Ein weitaus mehrfaches der Nazis protestierte gegen diese. Wann merken sie es endlich, dass sie hier nicht erwünscht sind? Die braucht doch wirklich keiner!
Was war sonst noch so los? Ach ja, da war ja noch diese Menschenkette: “17.000 Menschen stehen Hand in Hand”. Mal ehrlich, ich finde es ja schon ok, das Menschen wenigstens den Mut haben, auf diese Art ihren Protest gegen die Nazis zu zeigen. Aber aufhalten kann man sie damit sicher nicht, zumal die Stadt dieses Jahr ja versucht halt, es den Nazis so schön wie möglich zu machen. Aber wenigstens verlief das Gedenken auf dem Heidefriedhof auch nicht ohne Zwischenfälle. Die Polizei betätigte sich auch sportlich beim Autoschieben.
Nach dem Naziaufmarsch ist (leider noch) vor dem Naziaufmarsch. Also, kommt am 19. Februar nach Dresden!

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Veröffentlicht am 14. Januar 2011 um 13:47 Uhr
Lieber spät als gar nicht möchte ich Euch heute noch einige Bilder der diesjährigen LLL-Demonstration in Berlin präsentieren.


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Veröffentlicht am 14. Dezember 2010 um 04:06 Uhr
Nachdem ich am Samstag bei der großen Demo in Stuttgart gegen den neuen U-Bahnhof S21 dabei war, wollte ich mir natürlich auch anschauen, was die wohlstandsverwöhnten Zukunftsverweigerer am Montag auf die Beine stellen.
Ursprünglich war für 18 Uhr “nur” eine Kundgebung geplant, das Thema war unter anderem die mangelhafte Zugänglichkeit des geplanten S21-Bahnhofes für Menschen mit körperlicher Behinderung.
An dieser Stelle sei mal auf die Initiative Barriere-Frei – Gegen Stuttgart 21 hingewiesen.
Nach Abschluss der Kundgebung vor dem Bahnhof fand spontan noch eine schöne, laute Demonstration durch die Innenstadt statt.

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