Archiv für die Kategorie ‘Kapitalismus’

Wer ist mächtiger – Coca-Cola oder die UNO?

Das P.M.-Magazin hat Professor Mathias Albert in einem Interview um die Lösung dieser Frage gebeten. Das Interview ist leider nicht komplett kostenlos im Internet nachzulesen, aber es enthält einige interessante Feststellungen. Der Tenor geht allerdings sehr in die Richtung, das die Unternehmen doch eine Verantwortung gegenüber den Menschen haben und im Herzen ihrer Vorstandsetagen ja nur das Beste wollen. „Die Bürger der Welt haben ein Recht darauf, dass sich Marktmacht immer auch gemeinverträglich gestaltet.“ Letztlich doch eine recht naive Sicht, bei allein über vier Millionen Arbeitslosen (offiziell) nur in Deutschland.

Folgendes Zitat fand ich besonders schwachsinnig: „Insgesamt kann man aber wohl sagen, dass die freie Marktwirtschaft für die Welt besser ist als eine rein staatlich gelenkte Wirtschaft… (Einwurf des Interviewers: … Sozialismus …) … der grandios gescheitert ist. Insofern spricht vieles dafür, dass eine freie Marktwirtschaft und die mit ihr einhergehenden Prozesse, zu denen auch die Ausbildung großer transnationaler Konzerne gehört, etwas Gutes darstellt und dem Gemeinwohl förderlich ist.“

Oh weh… Fehlt nur noch ein „Amen“

Ein passendes Zitat für „Jeden Tag ein schlechtes Wort“.

Wahlrückblicke

Knapp eine Woche nach den Landtagswahlen vom letzten Sonntag will ich auch mal meinen Kommentar dazu abgeben.

Wie zu erwarten, hat es die NPD in zumindest ein Landesparlament geschafft. Das „Entsetzen“ danach ist wiedermal groß, über die Gründe wird geschwiegen. Da gibt sich dieses Land als Demokratie und fordert gleichzeitig das Verbot einer demokratisch legitimierten Partei.

Nicht das wir uns falsch verstehen: Ich habe nicht die geringsten Sympathien für die NPD und ihren braunen Umkreis. Von mir aus gehören die lieber heute noch alle auf den Mond geschossen. Aber das ganze kapitalistische System, welches diesen Kamerratten erst ihre braune Hetze ermöglicht, gehört gleich hinterhergeschossen.

Bereits am 11. September habe ich auf zwei Artikel verwiesen, die einige Gründe für die Erfolge der Nazis erläutern. (Was macht Nazis so erfolgreich?) Gestern ging Telepolis nochmals in einem Artikel darauf ein. (Schmackhafte NPD-Bonbons)

Zitat:
Seit letztem Sonntag sitzt die NPD nun in einem zweiten Landtag. Sie hat genau das gemacht, was die anderen Parteien nicht gemacht haben. Sich um die Jugend gekümmert.

Und wie reagiert der Staat auf die Problematik? So: Polizei beschlagnahmt VVN-Plakate

Ulla Jepke, Linkspartei, äußerte sich in der zu dem massenhaften Rückfahren der Programme gegen Rechts und der scheinheiligen Forderung nach Verlängerung: „Ich befürchte, die kurzfristige Verlängerung der Programme ist nichts weiter als das Werfen von Nebelkerzen.“ Quelle: Junge Welt

Man kann es ruhig konkret sagen: Der Staat Bundesrepublik Deutschland hat kein ernsthaftes Interesse daran, den Rechtsextremismus zu bekämpfen. Bekanntlich ist der Staat das Machtinstrument der herrschenden Klasse, hier also der Kapitalisten. Und diese konnten schon 1933 ganz gut mit den Nazis…

Eine Fabel von B. Brecht

Der Skorpion

Der Skorpion trifft einen Frosch, er fragt den Frosch:
Kannst Du mich auf Deinen Rücken nehmen und über den Fluss tragen?
Der Frosch sagt: Nein, das tu ich nicht, denn dann wirst Du mich in der Mitte des Flusses stechen, und wir ertrinken beide.
Aber das ist doch nicht vernünftig, antwortet der Skorpion, dann würde ich ja auch sterben. Ja, antwortet der Frosch also gut, ich werde Dich über den Fluss tragen.
Als der Frosch mit dem Skorpion auf dem Rücken in der Mitte des Flusses schwimmt, sticht der Skorpion den Frosch in den Rücken.
Bevor beide ertrinken, spricht der Frosch: Warum hast Du das getan? Das ist doch nicht vernünftig, jetzt ertrinkst Du auch!
Und der Skorpion antwortet ihm, weißt Du, ich bin halt ein Skorpion, das ist mein Charakter, und das hat nichts mit Vernunft zu tun.

PS: Diese Fabel steht nicht umsonst in der Kategorie „Kapitalismus„.

Wenn Bush von Demokratie faselt…

„Wir werden uns um jene im derzeitigen kubanischen Regime kümmern, die Ihren Wunsch nach einem freien Kuba behindern“ (…) „Ich fordere das kubanische Volk auf, für den demokratischen Wandel auf der Insel zu arbeiten“

Was unter „demokratischen Wandel“ aus Sicht eines US-Präsidenten zu verstehen ist, das sieht man im Irak. Das sieht man aber auch in dem Gebiet der ehemaligen DDR. Hemmungsloser Kapitalismus, Privateigentum an Produktionsmitteln in den Händen Weniger, Verelendung der Gesellschaft, das ist ihre „Demokratie“.

Wal-Mart [Update]

In einem ausführlichen Artikel in der Junge Welt schreibt Dr. Rolf Geffken, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg, über die kapitalistischen Ausbeutermethoden von Wal-Mart, die (bisher vergeblichen) Versuche der Gewerkschaften, da einen Fuß in die Tür zu bekommen und die Probleme mit dem weltgrößten Konzern in China.

Lesenswert!

[Update]
Laut einem aktuellen Artikel auf Spiegel Online zieht sich Wal-Mart komplett aus Deutschland zurück.

Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus

Lenin erkannte in „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ fünf wesentliche Merkmale:

  1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, daß sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen;
  2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses „Finanzkapitals“;
  3. der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung;
  4. es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen, und
  5. die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet.

Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf jener Entwicklungsstufe, wo die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausgebildet, der Kapitalexport hervorragende Bedeutung gewonnen, die Aufteilung der Welt durch die internationalen Trusts begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde durch die größten kapitalistischen Länder abgeschlossen ist. (LW, S. 170f.)

Datenbank zum deutschen Imperialismus

Von der FDJ gibt es eine Datenbank zum deutschen Imperialismus.

Inhalt

A – Vorspiel

1864 – 1871: Von der Auslösung des Deutsch-Dänischen Kriegs bis zur Gründung des Deuts chen Reichs

B – Die fünf Phasen des deutschen Imperialismus

1871 – 1918: Von der Gründung des Deutschen Reichs bis zur Kapitulation im I. Weltkrieg
1918 – 1933: Von der Kapitulation im I. Weltkrieg bis zur Machtübergabe an die NSDAP
1933 – 1945: Von der Machtübergabe an die NSDAP bis zur Kapitulation im II. Weltkrieg
1945 – 1990: Von der Kapitulation im II. Weltkrieg bis zur Annexion der DDR
1990 – 2006:Von der Annexion der DDR bis …

C – Abkürzungen und Eigennamen

Zur Online-Datenbank

Download als PDF (5,5MB)

Download als PDF-Zip-Archiv (5,1MB)