Archiv für die Kategorie ‘Nahost’

Bei aller Kritik an der medialen Inszenierung des Nahostkonfliktes…

… dem hier abgebildeten Teil zu unterstellen, es könnte sich um einen „bengalischen Feuerwerkskörper“ handeln, halte ich schon sehr, sehr weit hergeholt.

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Genau diese Unterstellung hat der Autor des Artikels „Die Raketen des Hungers und die Israelische Propaganda“ bei kommunisten-online.de aber versucht.

Aber auch der restliche Artikel ist ziemlich hanebüchen.

1) Das auf der Webseite des ORF publizierte Bild soll von einer Quelle namens „MOHAMED SABER/EPA“ stammen. Das sind nun zwei Vornamen und kein Familienname. Wer ist diese Person? Warum zeigt er sich nicht mitsamt seinem Familiennamen, wie jeder Araber dies tun würde? Existiert er überhaupt, oder ist er fabriziert?

Wäre es mehr oder weniger glaubwürdig, wenn die Quelle einen Namen hätte, die der Autor eindeutig als Vor- und Nachnamen einschätzen könnte?

2) Die in diesem Bild (und auf dem Video) gezeigten Raketen ähneln eher bengalischen Feuerwerkskörpern, die in vielen Geschäften rund um die Welt im Vorfeld entsprechender Festivitäten gekauft werden können als dass sie an irgendeine bekannte Waffe denken ließen.

Siehe oben. Vielleicht sollte sich der Autor mal eine Silvesterrakete anschauen.

3) Diese sogenannten „Raketen“ erwecken nicht den Eindruck, genug Platz für Treibstoff oder einen Antrieb zu haben, aber trotzdem sollen sie 10 bis 15 Kilometer weit fliegen können? Wie wird uns dieses Wunder erklärt?

Wäre es für den Autoren überhaupt interessant, wenn es eine Erklärung gebe? Vielleicht möchte sich der Autor ja auch mal andere Bilder von Qassam-Raketen anschauen? Diese sehen den weiter unten im Artikel bei k-o.de abgebildeten auch ähnlicher.

4) Wie gelangten der ORF und andere westliche Medien in den Besitz dieses Videos, dass angeblich „Hamas-Kämpfer“ zeigt, wie sie Raketen zwischen Obstbäumen heraus abschießen? Was wird von der Israelischen Botschaft vertrieben? Weder österreichische noch andere westliche Journalisten sind bekannt dafür, dass sie nach Gaza gehen, sodass sie dieses Material nur von der israelischen Regierung haben erhalten können, und dass ist genau das, was ein Link von der ORF Webseite suggeriert.

Wahrscheinlich ist es dem Autor völlig unbekannt, das auch die Hamas mit ihren „Taten“ Propaganda betreibt. Ich habe selber schon Videos im Internet gesehen. Dazu braucht es keine israelischen oder westlichen journalisten.

5) Wenn der Abschuss dieser Raketen aus dem Gaza-Streifen heraus in Zweifel gezogen werden kann, von wo aus dann wurden sie abgeschossen? Von innerhalb des israelischen Territoriums aus?

Der Autor kann den Abschuss der Raketen aus dem Gaza-Streifen heraus gerne in Zweifel ziehen. Deshalb müssen seine Zweifel noch lange nicht der Wahrheit entsprechen. Aber vielleicht passt es nicht in das eingeschränkte Weltbild des Autoren, das auch aus dem Gazastreifen Raketen abgeschossen wird. Nur, warum schreibt er dann:

Selbst im unwahrscheinlichen Falle, dass diese Raketen „real“ wären, so wären sie nichts als eine verständliche, wenngleich bedauernswerte Reaktion auf Jahre der illegalen Belagerung und des mörderischen Gebarens seitens des Israelischen Regimes. In diesem Falle wären sie „Raketen des Hungers“, vollständig gerechtfertigt durch das Internationale Recht, das einer besetzten Bevölkerung die Selbstverteidigung mit allem, was ihr hierzu zur Verfügung steht, erlaubt.

Also hält der Autor es für unwahrscheinlich, dass diese Raketen außerhalb Israels abgeschossen werden, schreibt aber gleichzeitig, das es doch so sein könnte, weil es ja das Recht der Palästinenser wäre.

Weiter in der Aufzählung:

Könnte es sein, dass der Abschuss dieser Raketen eine von den IDF lancierte Propagandakampagne ist, die das seit langem geplante Massaker an den Bewohnern des Gazastreifens „rechtfertigen“ soll?

Klar könnte es das sein. Es könnte aber auch genauso sein, dass die Hamas selber diesen Konflikt anheizt, um sich danach als Opfer und Märtyrer hinzustellen. Oder?

6) Könnte es sein, dass die IDF die Einwohner von Sderot, Asqelon und anderen Ortschaften um Gaza-Stadt herum benutzen, um eine Rechtfertigung für einen Genozid an einer bereits halb verhungerten Bevölkerung zu konstruieren?

Könnte durchaus sein. Das wäre ein für diesen Konflikt typisches Vorgehen, wie es leider beide Seiten praktizieren.

7) Warum stellt niemand diese Fragen, bevor er diesen Clip von mehreren Europaeischen TV-Stationen ausstrahlen lässt?

Damit die Aufklärer bei Kommunisten Online diese Fragen stellen können.

Oder weil diese Fragen einfach mal völlig albern sind und sich niemand damit blamieren will.

Bengalische Raketen… Ja gehts denn noch?

Und ehe man mir bei kommunisten-online.de wiedermal unterstellt, mein Blog enthalte antideutsche Tendenzen: Ich halte das Vorgehen der israelischen Besatzungsmacht weiterhin für verbrecherisch. Nicht nur was die massiven Militärschläge betrifft.

Übrigens gibt es auch dort unten noch Vernunft.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte die Hamas für die israelischen Angriffe mit verantwortlich. „Wir haben ihnen eindringlich nahegelegt, die Waffenruhe mit Israel nicht zu beenden“, sagte Abbas auf einer Pressekonferenz in Kairo. Die Hamas hatte eine sechsmonatige Waffenruhe mit Israel im Dezember nicht verlängert.

Quelle: SpOn. Aber wahrscheinlich wird man das jetzt auch bei k-o.de wieder als „zionistische Propaganda“ hinstellen.

Vollidioten

Palästinenser feuern Raketen auf Israel

Eskalation der Gewalt im Gaza-Streifen: Palästinenser haben ihre Raketenangriffe auf Israel massiv verstärkt – mehr als 60 Kassam-Raketen und Granaten schlugen im Grenzgebiet ein.

Mal ehrlich, was versprechen die Palästinenser sich davon, Raketen auf Israel zu feuern, außer einer (gewollten?) Eskalation?

Es ist für mich bei sowas unerheblich, ob sie sich im Recht fühlen oder es sogar sind. Fakt ist, und das hat die Vergangenheit oft genug bewiesen, mit Gewalt wird man die Probleme im Nahen Osten nicht lösen können. Es sei, man kann die gegnerische Seite völlig vernichten, was hoffentlich niemals passieren wird.

Nur die Seite, Israel oder Palästina, die einen völligen Gewaltverzicht zeigt, wird am Ende der Welt beweisen können: „Seht her, wir sind bereit, den Konflikt friedlich zu lösen.“ Wenn man aber bereits vor Ablauf der 6-monatigen Waffenruhe von palästinensicher Seite der Konflikt wieder mittels Raketen und Mörsern angeheizt wird, braucht man danach nicht verwundert tun, wenn die israelische Seite auch wiederum mit Waffengewalt reagiert. Das die dann meistens mehr (zivile) Opfer auf palästinensicher Seite fordert, kann man Israel vorwerfen, wurde aber bewusst provoziert.

Es funktioniert einfach nicht anders als auf friedlichem Wege! Eher wird sich Israel nicht dauerhaft aus den besetzten Gebieten zurückziehen, denn es ist eine durchaus verständliche Reaktion, das der Staat Israel seine Einwohner zuerst schützt. Sie können es nur „effektiver“, weil sie über die besseren Waffen verfügen. So läuft das nun mal. (Vielleicht wäre alles ganz anders gelaufen in den letzten 60 Jahren, wenn nicht einen Tag nach der Gründung des Staates Israel sechs arabische Staaten diesem den Krieg erklärt hätten.) Wenn die palästinensische Seite über die Feuerkraft der Israelis verfügen würde, würde sie diese mit Sicherheit auch einsetzen.

Das ist meine Meinung dazu.

Der „Syrien-Einsatz“ der NVA 1973

In den vergangen Tagen konnte man in einigen Medien die Schreckensnachricht von „Erich Honeckers Krieg gegen Israel“ hören, sehen oder lesen.

Hier der TV-Beitrag bei Youtube bzw. das Protokoll der Sendung in der Die Jüdische.

Der Artikel fängt an mit:

6. Oktober 1973: Am Suez-Kanal greifen ägyptische, auf den Golan-Höhen syrische Armeen, völlig überraschend israelische Stellungen an. Die Existenz des jüdischen Staates steht auf Messers Schneide.

… als ob es kein Vorher gegeben hätte. Dazu ein Ausschnitt aus Wikipedia:

Um 1900 wurden auf den Golanhöhen jüdische Siedlungen gegründet. Da 1923 in einem Abkommen zwischen England und Frankreich die Golanhöhen vom britischen Mandatsgebiet Palästina abgetrennt und dem französischen Mandatsgebiet Groß-Syrien angeschlossen wurden, mussten alle jüdischen Siedlungen Anfang der 20er Jahre aufgegeben werden.

Die Golanhöhen wurden von Syrien als militärischer Stützpunkt genutzt, von dem aus immer wieder israelische Gemeinden beschossen wurden. Dies galt insbesondere für die an den Golan grenzenden israelischen Dörfer in den entmilitarisierten Zonen, welche im Zuge des Waffenstillstandsabkommens von 1949 eingerichtet wurden. Arabische Versuche, diese Gebiete zu besiedeln, wurden von Israel verhindert.

Während des Sechs-Tage-Krieges eroberte Israel die Golanhöhen. Während und nach der Eroberung flohen nahezu alle arabischen Bewohner (etwa 120.000) aus dem Gebiet, während die Drusen größtenteils geblieben sind. Später folgte die israelische Besiedlung. Zwar konnte Syrien Teile des Golans im Jom-Kippur-Krieg 1973 zunächst zurückerobern; diese Gebiete gingen jedoch im weiteren Verlauf der Kämpfe wieder verloren. Im folgenden Jahr schlossen Israel und Syrien ein Waffenstillstandsabkommen, außerdem wurde eine Pufferzone unter UN-Kontrolle (UNDOF) eingerichtet. Die 1967 von den Israelis eroberte Stadt Kuneitra liegt in dieser Pufferzone.

Der TV-beitrag endet mit den Worten:

Doch Honeckers Krieg gegen den jüdischen Staat bleibt geheim…

… was nunmal absoluter Schwachsinn ist.

Was ist nun genau passiert?

Einen recht guten Überblick gibt Peter Veith auf seiner Homepage: Der Syrien-Einsatz. Dort steht auch einiges zur Vorgeschichte und wie brenzlig die Situation damals wirklich war.

ICh erlaube mir mal den Teil, der die NVA konkret betrifft, zu zitieren:

Am 28.10.1973, 07.00 Uhr, ist für einen kleinen Kreis ausgewählter Armeeeangehöriger (Piloten und ingenieur-technisches Personal) im Gefechtsstand des JG-8 Antreten befohlen. Nach einer Vollzähligkeitsüberprüfung fährt diese Gruppe mit einem Bus zum PDG (Personaldienstgebäude) auf dem Flugplatz und wird dort umgekleidet. Bei der neuen Kleidung handelt es sich eher um eine „Phantasieuniform“, die an denen der Deutschen Seerederei angelehnt ist. Anschließend werden die Männer im Speisesaal des PDG vom Chef der LSK/LV, Generalmajor Wolfgang Reinhold, anhand einer Generalstabskarte über die entstandene militärische Lage im Nahen Osten informiert. Sie erfahren allgemein, daß sie für eine streng geheime „Hilfsaktion“ vorgesehen sind, ohne konmkrete Angaben.

Zwischenzeitlich waren 12 sowjetische AN-12-Transporter in Marxwalde gelandet. Jede Maschine nahm eine bereits vorher in Rumpf und Tragflächen zerlegte MiG-21M sowie 6 Männer des JG-8 an Bord. Erst bei der Zwischenlandung in Budapest (Ungarn) wurde das Personal über das Ziel, Aleppo in Syrien, informiert. Jeder erhält das Angebot, mit einer gegenüberstehenden IL-18 der Regierungsstaffel nach Marxwalde zurückzufliegen – keiner nimmt das Angebot an.

Während des Weiterfluges nach Syrien wurde den NVA-Angehörigen das erste Mal der Ernst der Lage bewußt, als die sowjetischen Piloten der Transportmaschinen lose aus einer Kiste heraus Makarow-Pistolen und Munition zur Selbstverteidigung verteilten Alles ohne die in der NVA unabdingbare Dokumentation von „Übergabe“ und „Übernahme“ der Waffen, geschweige denn mit Zählen der Munition. Die auf dem syrischen Flugplatz verteilten Flugzeugwracks als unmittelbare Kampfspuren machten endgültig klar, daß man eben direkt in einem „heißen“ Krieg gelandet war.

Die MiG-21M wurden in Syrien entladen und zusammengesetzt. In der dort vorhandenen Werft erhielten die Maschinen einen wüstenfarbenden Tarnanstrich und syrischen Hoheitsabzeichen. Die Flugzeugführer des JG-8 führten die Werkstatt- und Überprüfungsflüge durch. ALle Flüge wurden ohne Beanstandungen und in guter Qualität durchgeführt. Die Maschinen wurden anschließend an Syrien zur Kompensation der Verluste übergeben. Es gab keinerlei Zwischenfälle, an Kampfhandlungen waren die NVA-Angehörigen nicht beteiligt.

Nach Rückflug der „Spezialistengruppe“ am 31.10.1973 erhielten die Teilnehmer „hohe Auszeichnungen“ und wurden zu absoluten Stillschweigen verpflichtet. Dabei waren u.a. Major Reike, Hauptmann Katze, Leutnant Bohm, Leutnant Skibbe und Leutnant Brehmer.

(Hervorhebung von mir)

„Die Amerikaner bomben im Irak“

Heute stolperte ich via yigg.de über einen Artikel von Karl Weiss, der sich wiederum auf einen Artikel eines angesehenen Journalisten beruft. Dieser enthält eine ordentliche Portion Brisanz, weshalb ich hier einige Ausschnitte zitiere. Den kompletten Artikel könnt ihr bei Karl Weiss lesen.

Kürzlich kamen einige Dokumente ans Tageslicht, die belegen, daß die Figur Al Zarkawis im Irak eine erfindung war – ebenso wie die Al Quaida dort eine Propagandalüge („PSYOP“) militärischer US-Stellen ist. (…)

Ebenso hatten die sunnitischen Widerstandskräfte im Irak wiederholt darauf hingewiesen, daß sie ausschließlich gegen die Besatzer und deren Hilfswillige vorgingen und nicht das geringste Interesse hätten, (…)

Der bekannte britische Journalist Robert Fisk, der im Libanon lebt und als der best informierte westliche Journalist im Nahen Osten gilt, schrieb in einem Artikel, der ursprünglich vom 18. April stammte und nun bei ‚informationclearinghouse.info’ nachveröffentlicht wurde, daß syrische Geheimdienstquellen und irakische Zeugen aussagen, es seien „unbekannte Amerikaner“, die jene mörderischen Anschläge begehen, die für das ständige Anwachsen der Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Irak verantwortlich sind.

Fisk berichtet, was ihm ein syrischer Geheimdienstmann erzählte: „Ein junger irakischer Mann hat uns berichtet, daß die Amerikaner ihn als Polizist im Irak trainiert haben. 70% der Zeit lernte er Auto fahren und den Rest in Waffentraining.(…) Sie gaben ihm ein Handy und ließen ihn einen Wagen in eine belebte Gegend nahe einer Moschee fahren. Dort sollte er sie anrufen. Er hatte aber dort kein Signal und mußte aussteigen, um einen Ort zu finden, an dem er das Handysignal empfangen konnte. Als er dann anrief, flog sein Auto in die Luft.“

(…)

Die Geschichten, die der Geheimdienstmann erzählt, kommen aus glaubwürdigen Quellen. (…)

Fisk ist als extrem umsichtiger Journalist bekannt, der keine Gerüchte in die Welt setzt. Er würde dies nicht veröffentlichen, wenn er nicht vom Wahrheitsgehalt der Berichte überzeugt wäre – und wenn er das ist, ist es stichhaltig. (…)

Das stützt einmal mehr den Bericht des jungen Irakers, den ich im April veröffentlichte.

Atommacht Israel im Alleingang gegen Iran

Bereitet Israel, die einzige Atommacht des Nahen Ostens, einen militärischen Alleingang wegen Teherans Atomprogramm vor?

Das fragt die Junge Welt.

Na da ist doch ganz praktisch, das sich Israel erstmal die Hisbolla mit internationaler Unterstützung vom Hals schafft. Zumindest ist das für mich die einzige logische Schlußfolgerung aus dem letzten militärischen Konflikt mit dem Libanon. Den Rücken frei machen.

Über den Nahostkonflikt

In gleich zwei Artikeln geht Telepolis auf den Nahostkonflikt ein.

„Der islamistische Fundamentalismus hat mit Faschismus nichts zu tun“, ein Gespräch mit Moshe Zuckermann, in dem dieser u.a. schildert, warum er nicht nur eine Seite als Schuldigen im aktuellen Libanonkonflikt sieht.

„Die Hisbollah“ (Teil I), ein geschichtlicher Abriß.

Diese Antideutschen mal wieder (1)

Sie gehören zu einer rätselhaften politischen Subkultur, und sie irritieren nicht nur die Linke im Land – junge Autonome, die US-Fahnen schwenken und für Israel demonstrieren

Das schreibt die Berliner Zeitung in einem zutreffenden Artikel. Der Autor analysiert dabei gekonnt den Selbstbetrug der Antideutschen.

Deshalb seien sie auch strikt gegen deutsche Truppen in aller Welt. Und dass Israel nun deutsche Truppen wünscht? „Es steht uns nicht an, Israel zu kritisieren“, sagt Sayinski dann. Den Widerspruch bemerkt er kaum.

„Argumente“ und Aussagen von Antideutschen bei BolscheWiki.net

„Shalom, der Krieg muß sein“

Alte Feinde, neue Feinde

Von einem drohenden Weltkrieg, runderneuertem Faschismus und den jüngsten Mutationen der sogenannten Antideutschen – und wie der Widerstand gegen all dies aufgebaut werden könnte

Jürgen Elsässer

Am vergangenen Freitag gab es eine Premiere: Zum ersten Mal hatten sogenannte antideutsche Gruppen Redner der CDU für eine ihrer Demonstrationen gewinnen können. „Für Israel – und sein Recht auf Selbstverteidigung“ hatten die Zeitschrift Bahamas und ihre Satelliten aufgerufen, erst im zweiten Schritt hatte sich dann die Jüdische Gemeinde zu Berlin mit einem Flugblatt „Für Frieden – gegen Terror von Hisbollah und Hamas“ angeschlossen. Auf die Redner einigte man sich dann einvernehmlich: Unter anderem Eckart von Klaeden, der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Michel Friedman, früherer Vize im Zentralrat der Juden und CDU-Vorständler; sowie Thomas von der Osten-Sacken, beliebter Autor von Konkret und Jungle World.

Siehe: Junge Welt

Israel verstößt gegen das Völkerrecht, und die Hisbollah achtet es erst gar nicht

Knut Ipsen, Jahrgang 1935, ist Völkerrechtler. Er war von 1994 bis 2003 Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und lehrte an der Universität Bochum. Ipsen ist Mitglied des Ständigen Schiedsgerichtshofes in Den Haag.

In einem Artikel in der Frankfurter Rundschau schreibt er ausführlich über den völkerrechtlichen Aspekt des Nahostkonflikt.

Wenden nichtstaatliche Verbandseinheiten – gleich, ob Befreiungsorganisationen oder Terrorgruppen – Waffengewalt vom Hoheitsgebiet des einen Staates aus gegen einen anderen Staat an, so ist der Herbergsstaat völkerrechtlich dafür verantwortlich, diese Gewaltanwendung zu unterbinden. Will oder kann er dies nicht, dann wird jene Gewaltanwendung dem Herbergsstaat als Angriffshandlung gegen den angegriffenen Staat zugerechnet. Dies ist das Rechtsverständnis, das die UN-Mitgliedstaaten durchgehend in derartigen Situationen deutlich gemacht haben.

Den vollständigen Artikel gibt es hier.

Gefunden via Handakte WebLAWg

Erklärung der VVN-BdA: Waffenstillstand sofort – Keine deutschen Truppen nach Nahost!

Als deutsche Antifaschistinnen und Antifaschisten wenden wir uns mit Entschiedenheit gegen die regierungsoffizielle Erwägung, deutsche Soldaten nunmehr auch im Nahen Osten einzusetzen.

Solche Erwägungen werden nicht annehmbarer, wenn sie in den Medien mit den Worten kommentiert werden, es sollte die Bundeswehr an der Seite Israels gegen die „Hisbollah“ kämpfen.

Die Verbrechen des deutschen Faschismus und der Holocaust sind schließlich eine wesentliche Ursache für die Entstehung des Konflikts überhaupt. Es ist deshalb geradezu zynisch, den Einsatz deutscher Soldaten dort mit der besonderen deutschen Verantwortung begründen zu wollen.

Wir fordern, dass die Bundesregierung nicht militärische, sondern friedenspolitische Anstrengungen unternimmt, den Konflikt zu entschärfen, insbesondere durch die sofortige Einstellung aller Waffenlieferungen in die Region und durch nachdrückliche Einflussnahmen auf die politisch Verantwortlichen, die terroristische, militärische und strukturelle Gewalt zu beenden und sofort einen Waffenstillstand herzustellen.

Die VVN-BdA tritt entschieden für das Existenzrecht des Staates Israel wie für das eines palästinensischen Staates ein. Sie verlangt die Verwirklichung der Nahost-Resolutionen und -Forderungen der Vereinten Nationen.

Die VVN-BdA stellt fest:

1. Die VVN-BdA wurde 1947 mitbegründet von jüdischen Holocaustüberlebenden. Sie ist stets gegen jeden Antisemitismus aufgetreten.

2. In der Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Krieg im Nahen Osten verurteilt die VVN-BdA Terrorismus und Staatsterrorismus gleichermaßen.

3. Sie ist solidarisch mit der israelischen und der palästinensischen Friedensbewegung. Eine kritiklose Hinnahme des Terrors von Hamas, Hisbollah u.ä. ist für die VVN-BdA ebenso undenkbar wie des Terrors der Regierung Olmert. Die VVN-BdA verurteilt die Eskalation des Krieges im Nahen Osten, wie sie von beiden Seiten betrieben wird.

Prof. Dr. Heinrich Fink, Berlin
Vorsitzender der VVN-BdA

Quelle: VVN/BdA