Archiv für die Kategorie ‘Rassismus’

Uri Avnery: “Ich habe einen einfachen Test für die Macht des Rassismus”

Jean-Paul Sartre sagte bekanntermaßen, dass jede Person ein Rassist sei – es gäbe nur den Unterschied zwischen denen, die es zugeben und versuchen, dagegen anzukämpfen und jenen, die das nicht tun.

Das stimmt zweifellos. Ich habe einen einfachen Test für die Macht des Rassismus: man fährt mit dem Wagen und jemand schneidet einem den Weg ab. Wenn es ein schwarzer Fahrer ist, sagt man: „Verdammter Nigger!“ wenn es eine Frau ist, schreit man: „Geh in deine Küche!“ Wenn er eine Kipa trägt, schreit man: „Blöder Dos“ („Dos“ ist ein abfälliger hebräischer Spitzname für religiöse Juden). Wenn es ein Fahrer ohne besondere Kennzeichen ist, schreit man nur „Idiot! Wer gab dir eine Fahrerlaubnis?“

aus “Die Dunkelheit vertreiben” von Uri Avnery

Muslime in der Öffentlichkeit

Beim Thema “Streit um den Moscheebau in Köln” verweist das Watchblog Islamophobie auf einen guten Artikel im Kölner Stadtanzeiger.

Den Schlußsatz finde auch ich bemerkenswert:
“Wer in die Hinterhöfe zurückgedrängt wird, wird kaum geneigt sein, sich in der Welt draußen zu integrieren.”

mkG

Was heißt das? Laut dem Artikel “Schwarze Sonne statt Hakenkreuz” Telepolis:

Frei fühlen sich Rechtsextremisten schon in E-Mails und ihren internen Foren. Untereinander grüßt man sich “mit kameradschaftlichem GruSS” oder der Abkürzung “mkG”.

Also bei mir heißt “mkG” immer noch “mit kommunistischen Grüßen”. Also bitte nicht erschrecken und Schlimmes von mit denken, wenn ich das mal schreibe. :)

Schwierig würde es auch für den VVN/BdA werden, indem man sich untereinander als “Kameraden” anspricht, was ich persönlich nicht so mag.

Ansonsten ist der Telepolis-Artikel, der sich mit den verschiedenen erlaubten und illegalen Erkennungsmerkmalen der rechtsextremen Szene beschäftigt, durchaus lesenswert.

Interview mit CSU-General Söder

Im Focus 8/2007 befindet sich ein Interview mit dem CSU-General, bei dem ich mal wieder das Grausen bekomme.

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(Bildquelle: Wikipedia)

Ein paar Zitate:

“In der Union muss auch Platz für die demokratische Rechte sein – rechts von uns darf kein politisches Vakuum entstehen. oder wie es Franz Josef Strauß einst so treffend formulierte: Rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben. Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen.”

Hm… Die NPD, die DVU, die Republikaner, alles in der BRD bereits vor 1990 demokratisch legitimierte Parteien, die will Söder rechts überholen? Na das nenne ich doch mal ein Bekenntnis. Aber es geht weiter:

“Es darf auf keinen Fall einen Linksruck in der Union geben. Den links ist immer falsch.”

Ja, klar, “links ist immer falsch”. Schöner hätte Söder seine Gesinnung kaum ausdrücken können. Dies zeigt er dann auch in diesen Sätzen:

“Konservative Politik heißt auch ein klares Bekenntnis zur christlich-abendländischen Identität. Deswegen sind wir konsequent gegen den EU-beitritt der Türkei.”

Letzlich meint er noch:

“Und konservativ heißt schließlich: keine Gnade für RAF-Terroristen, die ihre Taten nicht bereuen.”

Um an dieser Stelle mal Udo Vetter vom lawblog.de zu zitieren: “Kommt das Gericht zum Ergebnis, dass der Verurteilte nicht mehr gefährlich ist, wird er auf Bewährung entlassen. Ob der Verurteilte Reue zeigt, spielt keine Rolle.”

Aber kann ja sein, das der Herr General Söder sich mit den Gesetzen nicht so gut auskennt. Mit denen hat es sein Vorbild F.J. Strauß bekanntlich auch nicht so ernst genommen.

Kundgebung anläßlich des Treffens der EU-Innenminister in Dresden

Heute fand in Dresden aus Anlaß des Treffens der EU-Innenminister in Dresden eine Demonstration statt.

Aus dem Aufruf:

Menschen, die sich aussuchen wollen, wo sie leben möchten, die unter den miserablen Lebensbediungen leiden, für die eine neoliberale Politik – für die die EU steht – verantwortlich ist, werden kriminalisiert. “Partnerschaftlicher Dialog mit Herkunftsländern” – so wird bei Abschiebungen eine Zusammenarbeit mit Staaten genannt, in denen Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind.

In Deutschland und in anderen Ländern der EU werden Menschen diskriminiert, die keinen Pass des Landes haben, in dem sie leben wollen. Millionen Menschen werden illegalisiert und ihnen werden elementare Menschenrechte verweigert, wie z.B. medizinische Versorgung oder Bildung. Menschen werden in Länder abgeschoben, in denen ihnen ein miserables Leben, Verfolgung oder gar der Angriff auf ihr Leben droht.

Die Europäische Union steht für grenzüberschreitenden Warenverkehr und freien Handel. Für Menschen soll diese Freiheit aber nicht gelten, wenn es nach der herrschenden Politik geht.

Die deutschen Innenminister haben erst kürzlich im Hickhack um ein Bleiberecht für Flüchtlinge in Deutschland bewiesen, für welche ausgrenzende und menschenverachtende Politik sie stehen.

Wir setzen dagegen: Menschen sollen frei wählen können, wo sie leben möchten. Menschen, die nicht den “richtigen” Pass haben dürfen nicht diskriminiert werden.

Bleiberecht für alle und überall. Für eine Autonomie der Migration!

An der Demonstration nahmen ca. 150 Menschen verschiedener Herkunft teil. Sie führte, mit großer Lautstärke, von der Frauenkirche an der Semperoper vorbei zum Kongresszentrum. Am Ziel wurde während der Abschlusskundgebung in einigen Redebeiträgen auf die Situation und Behandlung von Immigranten in Deutschland und Europa hingewiesen.

Demonstration gegen Ausgrenzung Demonstration gegen Ausgrenzung Demonstration gegen Ausgrenzung

Siehe auch: www.gegen-ausgrenzung.de

Der tägliche Rassismus

Zwei Vorfälle habe ich am Samstag erlebt.

Fall 1:

Ich war im Rewe in der Altmarktgallerie einkaufen und kam gerade aus der Kasse heraus, als ich zwei Vietnamesen am Packtisch bemerkte. Neben ihnen stand ein Typ, ca. 50 Jahre alt, versoffenes Aussehen, versoffene Stimme, und pöbelte die beiden an. Da fielen u.a. solche Sachen wie “Scheiß Ausländer” oder “Nicht mal einkaufen kann man als Deutscher in Ruhe”.

Ich positionierte mich mit meinen Zeug zum Einpacken daneben, als er die Frau als “Fotze” bezeichnete. Daraufhin habe ich ihn dann meine Meinung gesagt, das er solche Sprüche sein lassen kann, worauf er schnell abzog.

Fall 2:

Ein junges Mädchen, 17 Jahre, erzählte mir und einen Freund Abends, das sie jetzt in einer Gruppe gegen Rassismus aktiv ist. Wenige Minuten vorher mussten wir uns noch anhören, “…die Türken können sie alle in die Türkei zurück schicken, die machen mich immer an.”

Das waren nur zwei exemplarische Fälle über den alltäglichen Rassismus, den man heute immer wieder begegnet. Wenn dann CDU-Politiker von “Multikulti-Schwuchteln” spricht, oder ein Ministerpräsident von “ausländischen Sozialschmarotzern” dann zeigt das eher die tiefe Verwurzelung von fremdenfeindlichen und diskriminierenden Gedankengut in unsere Gesellschaft als von Ausnahmen.

Dresden bekommt Jorge-Gomondai-Platz

Am 6. April 1991 wurde der Mocambiquaner Jorge Gomondai von Neofaschisten in Dresden am Albertplatz aus einer fahrenden Straßenbahn gestossen. Heute erinnern ein Gedenkstein am nördlichen Ende der Hauptstraße an diese rassistische Tat.

Jorge Gomondai

Aus diesem Grund findet jedes Jahr eine Demonstration in Dresden zum Gedenken an Gomondai statt. Hier am 6. April 2006.

Jorge Gomondai

Jetzt wurde beschlossen, dass ein Teil der Hauptstraße zukünftig den Namen Jorge Gomondais tragen soll. Der genaue Termin für die Umbenennung steht noch nicht fest.

Bericht bei spiegel.de, n-tv.de, mdr.de.

Angriff auf Mosambikaner

“Mit “Sieg Heil”-Rufen haben zwei Männer einen in Mosambik geborenen Deutschen in Chemnitz angepöbelt.” schreibt Siehe Spiegel Online dazu.

Miguel J., der vor mehr als 20 Jahren zum Studium in die DDR kam, sagte der Dresdner Morgenpost: “Die Faust traf mich mit voller Wucht, ich habe richtig geblutet.”

Wenn Rassisten bloggen… (2)

Dazu verweise ich einfach mal auf politischinkompetent reloaded.

Wenn Rassisten bloggen…

Dann kommt dabei schonmal sowas raus: Das politisch inkorrekte Weblog in Deutschland. Das damit schon die strafrechtliche Grenze erreicht ist, sollte klar sein. Vielleicht sollte sich Berlins Innensenator Ehrhart Körting mal damit beschäftigen, statt prüfen zu wollen, “ob das Zeigen von Porträts des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah bei Demonstrationen den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt”. (Quelle: Tagesspiegel Online)

Aber zurück zum Thema, Das Blog wirres.net* hat das meiner Meinung nach sehr treffend kritisiert. “Woher der Hass kommt, das kann ich theoretisch noch nachvollziehen. Aber woher nehmen diese Leute das Selbstbewusstsein, neben ihrer Menschenverachtung auch ihre Dummheit so demonstrativ zur Schau zu stellen?”

Und wenn man mich fragen würde, woher der Hass kommt, dann würde ich mal unter anderem mit dem Finger sehr deutlich auf Körting zeigen.