Archiv für die Kategorie ‘Post an Wagner’

Post an Wagner (Wagner hat Angst vor dem Iran)

Lieber Herr Hetzer… äh, Herr Wagner.

Da sind mir doch in der Anrede die Finger auf der Tastatur verrutscht. Herr Wagner, ich frage mich nach dem lesen ihres kurzen Briefes an den iranischen Präsident, den sie verglichen haben mit

  • Hitler
  • Al Capone
  • Hannibal Lecter
  • Nero
  • Dschingis Khan
  • Stalin
  • nochmals Hitler
  • zum dritten mal Hitler
  • Saddam Hussein
  • nochmals Stalin
  • Gaddafi
  • Mao
  • Ho Chi Minh
  • Pol Pot
  • und natürlich dem Teufel höchstpersönlich

ob sie wissen, wieviele Länder der Iran bereits militärisch angegriffen hat. Ich verrate es Ihnen gerne: Keines.

Ich frage mich auch, ob sie wissen, auf wessen Konto die Hiroshima-Toten nach dem ersten Einsatz einer Atombombe gehen. Na? Wenn Sie es nicht selber herausbekommen, dürfen Sie gerne nochmals fragen.

Am meisten muss ich mich aber fragen, vor wem hat die Welt, und Sie offensichtlich ganz besonders, soviel Angst? Vor dem kleinen Mann aus Teheran, der in BILD regelmäßig und genauso fälschlicherweise „Diktator“ genannt wird?

Ich verrate Ihnen was. Ich mag den Iran auch nicht sonderlich. Dazu ist er mir nicht fortschrittlich genug. Aber ich habe vor dem Iran am wenigsten Angst. Weil ich nämlich nicht an so grenzenlose Dummheit glaube, das ein Land etwas tun könnte, wofür es eine Woche später in Grund und Boden gebombt werden würde.

Mit friedvollen Grüßen

J. A. Preiselbauer

Post an Wagner (Wo sind all die Tiere hin, wo sind sie geblieben?)

Lieber Herr Wagner,

als ich Ihren Brief an die kleine Liv heute gelesen habe, da musste ich fast weinen. Aber dann habe ich nochmal drüber nachgedacht, und fand ihn doch irgendwie ziemlich albern.

Ich zitiere Sie mal: „Irgendwann, ganz früh in der Geschichte unseres Lebens, gab es mehr Tiere als Menschen. Heute ist es umgekehrt.“

Ich bin mir ganz sicher, dass es auch heute auf unserem Planeten noch mehr Tiere als Menschen gibt. Allerdings hängt das davon ab, was sie als Tier betrachten. So soll es in manchen Großstädten mehr Ratten als Einwohner geben. Und wenn wir Menschen uns irgendwann alle gegenseitig umgebracht haben, dann wird es noch immer Ratten geben.

Auch Hühner sind Tiere. Davon gibt es allein in Deutschland in den Betrieben mit mehr als 3000 Tieren insgesamt ca. 41 Millionen. Beachtlich, nicht wahr? Davon sind über 85% auf engsten Raum eingesperrt. Sie können ja mal darüber nachdenken, wenn sie das Leben von Knut dem Eisbär hinter Gittern bedauern.

Und Herr Wagner, wenn Sie wieder mal schreiben, den Bison gäbe es nicht mehr, dann können Sie sich hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Bison) ja mal ein paar Bilder anschauen.

Aber natürlich haben sie Recht, wenn sie vermitteln wollen, dass wir Tiere schützen müssen. Das ist ein guter Zug von Ihnen.

Lieber Herr Wagner, ich weiß nicht so sie wohnen. Ich wohne in Dresden, mitten im Stadtzentrum. Wenn ich ganz früh, kurz vor Sonnenaufgang auf meinen Balkon höre, wissen Sie, was ich dann höre? Vögelgezwitscher. Vielleicht sollten Sie auch mal früh am Morgen rausgehen. Aber ganz ehrlich, wenn ich in der Großstadt ein wieherndes Pferd hören oder einen Adler sehen würde, dann wäre ich etwas verwirrt. Sie könnten jedoch mal mit dem Fahrrad auf das Land rausfahren, vielleicht kommendes Wochenende, da soll schönes Wetter werden. Und wenn Sie sich ein bisschen Mühe geben und Zeit nehmen, dann werden Sie auch Tiere sehen. Pferde, Kühe, Vögel, sogar Schmetterlinge. Am Besten nehmen Sie dann die kleine Liv mit. Das wird ihr sicher mehr gefallen, als die Märchen und Kaspergeschichten, die Sie so in der BILD von sich geben.

Mit tierischen Grüßen

J. A. Preiselbauer

Post an Wagner (Wagner verwechselt Süden und Norden)

Lieber Herr Wagner,

ich will Ihre Verwechslung nur kurz kommentieren, denn BILDBlog hat es ja schon getan.

Also: „Antarktis“ das ist im Süden. Da wo die Pinguine wohnen. „Arktis“, das ist im Norden, da wo die Eisbären herkommen. Die, die mit Knut verwandt sind.

Mit orientierten Grüßen

J. A. Preiselbauer

Post an Wagner (Wagner regt sich über Klitschko auf)

Lieber Herr Wagner,

Sie beschweren sich, dass Wladimir Klitschko am vergangenen Samstag seinen Gegner zu schnell auf die Bretter geschickt hat. Ich weiß ja nicht, wäre es Ihnen lieber wäre, der Mann spielt erstmal ein bisschen mit seinem Gegner nur damit Sie ihre Gewaltphantasien befriedigen können?

Da mussten Sie doch tatsächlich zwei Stunden vor dem Fernseher ausharren, das ganze Vorprogramm über sich ergehen lassen, nur damit Sie sehen können, wie ein Boxkampf in wenigen Minuten vorbei ist. Sowas aber auch! Und dann geben Sie Klitschko die Schuld. Na ich weiß ja nicht, aber ich glaube kaum, dass er sich dafür bei Ihnen entschuldigen wird, sie armer Mensch.

Aber der Hammer ist doch dann das: „Ich hätte (…) einen Freund in Not im Krankenhaus anrufen können.“

Wie bitte? Statt einen Freund in Not anzurufen, wollen Sie lieber zuschauen, wie sich zwei Männer verprügeln? Also da kann ich nur sagen: So einen wie Sie will ich ganz bestimmt nicht zum Freund haben.

Mit geschlagenen Grüßen

J. A. Preiselbauer

Post an Wagner (Wagner gratuliert zum Frauentag)

Lieber Herr Wagner,

Clara Zetkin hat einmal gesagt:
„Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.“ (Für die Befreiung der Frau! Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongress zu Paris (19. Juli 1889) Aus dem Protokoll des Internationalen Arbeiter-Congresses zu Paris. Abgehalten vom 14. bis 20. Juli 1889.mehr)

Sie werden das nicht verstehen, für Sie besteht die Befreiung der Frau darin, das sie das Recht auf einen Orgasmus hat. Na ja, passt ja irgendwie zu Ihrem Weltbild von „weichen und harten Brüsten“.

Aber das Sie sich einen Welttrotteltag wünschen, dass verwundert mich nicht. Ich kenne zwar schon einen Tag, an dem sich viele Männer zum Trottel machen: Den Männertag. Aber für Sie könnte man ja sogar ein Welttrotteljahr einführen.

Aber ok, dass Sie so etwas schreiben, liegt wohl an ihrer mangelnden Leistungsfähigkeit. Denn wie Sie es als Single ausdrücken: „Meine Leistungsfähigkeit wird durch die Lustfähigkeit der Frau bestimmt.“

Mit verständnislosen Grüßen

J. A. Preiselbauer

Post an Wagner (Wagner ist ein Mama-Zitzen-Mann)

Lieber Herr Wagner,

was bin ich froh, das ich nicht ihre Sorgen habe…

Mit kopfschüttelnden Grüßen

J. A. Preiselbauer

PS: Der Herr R. Schuhmacher ist aber auch nicht bessser.

Post an Wagner (Wagner ist gegen den Krieg)

Lieber Herr Wagner,

ich muss heute mal etwas Positives über Sie sagen.

In Ihren Brief an Prinz Harry drücken Sie Ihr Unverständnis darüber aus, dass der junge Mann so wild darauf ist, in den Irak-Krieg zu ziehen. Und dann schreiben Sie: „Heldenhaft wäre, gegen den Krieg zu sein.“

Das hat mich jetzt wirklich beeindruckt, dass Sie sich so äußern. Ehrlich! Das ist mal was Gutes von Ihnen.

Mit friedlichen Grüßen

J. A. Preiselbauer

Post an Wagner (Wagner kriegt keine Frau ab)

Lieber Herr Wagner,

als ich heute Ihren Brief in BILD an Ursula von der Leyen laß, musste ich bitterlich weinen.

Sie schreiben: „Wenn ich mich als Beispiel nehme, warum kriege ich keine schöne, junge Frau?“ Ach Herr Wagner, die Welt ist doch so schlecht. Da sind sie gerade mal ein paar Jahre über 60 und kein junger Hüpfer interessiert sich mehr für Sie. Und das nur, weil sie keine Jacht und keine Mietshäuser haben. Dabei ist es doch gerade das, was die Frauen von heute so richtig scharf macht. Also ich meine, wenn ich Ihren Brief so lese, scheint es mir wohl daran zu liegen.

Ok, vielleicht wollen die meisten Frauen auch lieber einen Partner in ihrem Alter, der ihr mehr bietet als Macho-Sprüche. Vielleicht wollen die Frauen auch einen Mann, mit dem sie sich noch sehen lassen können. Vielleicht hat Frau Ursula von der Leyen auch wirklich Recht, wenn sie sagt: „die Zeit der Alphatierchen mit ihrem Platzhirsch-Gebaren ist vorbei“ Man könnte ja zumindest denken, dass diese Frau als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Mutter von sieben Kindern ein bisschen Ahnung von dem hat, wovon sie spricht.

Aber das sind jetzt alles mal Vermutungen und soll nichts über Ihr Balzverhalten, lieber Herr Wagner, aussagen. Ich will ja schließlich nicht ihr kleines und so passend zurecht gezimmertes Weltbild zerstören.

Mit mitleidsvollen Grüßen

J. A. Preiselbauer

PS: Wieviele Kinder haben sie eigentlich?

Post an Wagner (Wagner ist seine Sicherheit wichtig)

Lieber Herr Wagner,

sie schreiben heute in BILD, dass Ihnen ihre Sicherheit sehr wichtig ist. Das kann ich natürlich verstehen. Mir ist meine Sicherheit auch sehr wichtig.

Irgend ein Mensch, bezeichnet als „Bremer Türke“, ist Ihnen dagegen nicht wichtig. Nun, das kann ich auch verstehen, haben Sie sich doch schon oft in BILD als einen sexistischen, arroganten und egoistischen Menschen geoutet.

Mir persönlich ist jeder Mensch wichtig, selbst Sie, aber es ist ok, wenn Sie meine Meinung nicht teilen. Wirklich! Das erwarte ich nicht im geringsten von Ihnen.

Aber da gibt es ein paar Dinge, die mich doch interessieren würden.

Wenn Ihnen Ihre Sicherheit so wichtig ist, dann finden Sie es sicher auch ok, das die Festplatte Ihres Computers heimlich per so genannten „Bundestrojaner“ durchsucht werden kann?

Um der Sicherheit Willen würden Sie es doch bestimmt auch ok finden, wenn Ihre Kreditkartendaten gescannt werden, Ihr Telefon angezapft wird, jede Ihrer E-Mails gelesen wird, und natürlich alle Webseiten auf Jahre hinaus gespeichert werden, die Sie besuchen? Wäre ja nicht schlimm, sie besuchen ja bestimmt nur redliche Webseiten.

Sicher würden Sie es auch völlig ok finden, wenn man Sie verhaftet, foltert und jahrelang in ein gegen jedes Menschenrecht verstoßendes Gefängnis wirft? Schließlich könnten Sie ja auch ein Terrorist sein.

Nein!!!! Herr Wagner, ich würde mir niemals erlauben, Ihnen zu unterstellen, dass sie auch nur im Entferntesten irgendwelche terroristischen Absichten haben. Ich muss allerdings sagen, wenn ich mir Ihr verschmitztes Grinsen anschaue, dann zweifle ich manchmal ein klitzekleines bisschen. Ich könnte es daher gut verstehen, wenn beispielsweise der türkische Geheimdienst sie entführen würde. Weil, also ich mein ja nur, so rein theoretisch, Sie könnten ja doch schon auf die Idee kommen, in Ihrem nächsten Türkeiurlaub eine Bombe in eine Moschee zu werfen. Wie gesagt, ich würde Ihnen das nicht zutrauen, aber vielleicht sehen unsere türkischen Freunde das anders? Sie sind ja sicher auch unauffällig und nett. Sie haben bestimmt auch schon bei Aldi und Kaisers eingekauft.

Ich hoffe, sie würden so eine Entführung dann verstehen, schließlich wollen unsere türkischen Freunde ja auch sicher leben. Und ganz sicher könnte ich auch auf Ihr Verständnis hoffen, wenn sich dann niemand um sie scheren würde.

Denn mal ganz ehrlich, wer würde Sie schon vermissen?

Herzlichst

J. A. Preiselbauer

(Siehe auch BILDblog)