Archiv für die Kategorie ‘Schweiz’

Auf dem Weg zum Luzerner Volkshaus

Ein Beitrag, speziell für unsere schweizer Genossen.

Quelle: Gonorrea

MEDIENMITTEILUNG

Salle Modulable: Bericht und Vision der IKU Boa

Die IKU Boa präsentiert mit der Vision Luzerner Volkshaus eine Diskussionsgrundlage für die Erneuerung des Kulturkompromisses in Luzern und macht einen konkreten Vorschlag für die zukünftige Nutzung des Theaterhauses an der Reuss für den Fall, dass das Projekt einer Salle Modulable realisiert werden sollte.

Die allfällige Realisierung der Salle Modulable und die damit verbundenen Beiträge der öffentlichen Hand machen es notwendig, dass das kulturelle Gleichgewicht in der Stadt Luzern neu austariert wird. Dies umso mehr als die seit längerem andauernde Verdrängung der nicht-etablierten Kultur weiter geht und sich sogar verschärft. Das Kulturzentrum Boa musste dieser Entwicklung bereits weichen, die nächsten Opfer sind mit dem Theater La Fourmi, der Blues Bar und weiteren NutzerInnen des Frigorexareals bereits bestimmt, aber u.a. auch das Treibhaus, die Industriestrasse und die Schüür sind mittel- bis längerfristig bedroht.

Es geht nicht an, dass einseitig nur die etablierte Kultur gefördert und die nicht-etablierte Kultur verdrängt wird. Deshalb ist für uns klar: Ohne Erneuerung des Kulturkompromisses wird die geplante Salle Modulable nicht mehrheitsfähig werden! Die Vision Luzerner Volkshaus zeigt einen gangbaren Weg für diese Erneuerung auf. Ausserdem würde so sichergestellt, dass das heutige Gebäude des Luzerner Theaters auch in Zukunft im Dienste der Öffentlichkeit genutzt wird.

Obwohl dieser Vorschlag von der IKU Boa lanciert wird, ist es klar, dass das Luzerner Volkshaus keine Neuauflage des Kulturzentrums Boa sein wird. So sind denn auch bereits erste Bemühungen zur Gründung eines unabhängigen und breit abgestützten Vereins im Gange, der fortan die Vision Luzerner Volkshaus weiter verfolgen, konkretisieren und umsetzen
soll.

Vision Luzerner Volkshaus [PDF-Datei]

Spotlight (28) – Wegweisung in Luzern (Schweiz)

Aus aktuellem Anlaß heute nur zu einem Thema: Dem Umgang der Schweiz mit Menschen.

Via Gonorrea aus der eigentlich schönen Schweiz.

Compilation gegen Wegweisung

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In einer Woche findet im Kanton Luzern die Abstimmung über die Einführung einer allgemeinen Wegweisungsnorm im Polizeigesetz statt. Das Bündnis “Luzern Für Alle” bekämpft diese Änderung des Polizeigesetzes. Denn der darin enthaltene Wegweisungsartikel ist:

WILLKÜRLICH: Er bestraft Personen, die gegen kein Gesetz verstossen haben, und höhlt den Rechtsstaat aus!

UNBRAUCHBAR: Statt Probleme zu lösen werden Konflikte verschoben und verschärft.

TEUER: In Bern verursacht der Wegweisungsartikel jährlich Kosten in der Höhe von über einer Million Franken!

Pressemitteilung: Ablehnung der Stimmrechtsbeschwerde

Mit Enttäuschung nimmt das Bündnis “Luzern Für Alle” Kenntnis vom Bundesgerichtsurteil bezüglich der Abstimmungsvorlage zum Wegweisungsartikel, wildem Plakatieren und Littering. Laut Bundesgericht wird mit der Vermischung dieser drei Themen die Einheit der Materie nicht verletzt. “Wenn das Wegweisen von Menschen und die Beseitigung von Abfall auf die gleiche Stufe gestellt werden, zeigt das den wahren Geist des Wegweisungsartikels, welcher von uns bekämpft wird,” sagt Oliver Renggli, Pressesprecher des Bündnisses “Luzern für Alle”.

Gravierende Fehlinformationen

Offenbar ist sich die Befürworterseite des Wegweisungsartikels nicht einig, gegen wen der Artikel schliesslich angewendet werden soll. Während die Motionäre damals von einer Handhabe gegen Hooligans, gewaltbereite Demonstranten, Jugendliche oder Randständige sprachen, konnte Frau Schärli an der letzten Podiumsdiskussion des Bündnis “Luzern für Alle“ eigentlich nur noch Hooligans als mögliche Betroffene des Wegweisungsartikels nennen. So erstaunt es auch nicht, dass in der offiziellen Botschaft des Regierungsrates zur Abstimmung keine klaren Wegweisungsgründe genannt werden. Empörend sind jedoch die Falschinformationen, mit denen die Bevölkerung vom Wegweisungsartikel überzeugt werden soll. Auch wenn die Abstimmungsbroschüre mit ihren düsteren Bildern suggerieren soll, dass das Bundesgericht den Artikel sogar unterstützt, haben sich die Richter explizit gegen einzelne in der Botschaft genannte Gründe ausgesprochen.

“Kuhschweizer”

Constantin Seibt im tagesanzeiger.ch:

… die primitivste Form des Witzes, mit der auch Kinder anfangen: die Ein-Wort-Beleidigung. Das Wort damals hiess: “Kuhschweizer”. So angesprochen, metzelten die Schweizer Söldner auf dem Schlachtfeld ihre Spötter zu Hunderten. Der Witz bekam seine Schärfe dadurch, dass damit nicht einfach auf die Arbeit mit Kühen angespielt wurde. Sondern auf das, was in den langen, einsamen, finstern Sommern auf der frauenlosen Alp eidgenössischer Brauch war.

(via Gonorrea)

“Deutschland, Deutschland über alles…”

Wenn ich das nächste Mal in die Schweiz fahre, bringe ich denen ein aktuelles Liederbuch der BRD mit. Dann passiert sowas vielleicht nicht mehr:

Schlimmer Fehler beim Euro-Knüller Deutschland – Österreich am Montagabend auf SF 2: Wer den Teletext auf Seite 777 eingeschaltet hatte, staunte, als in den eigentlich für Gehörlose gedachten Untertitelungen folgende Worte zur deutschen Nationalhymne eingeblendet wurden: “Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt …”

(Blick, via Pantoffelpunk)

Wiedereinmal haben Rassisten verloren. Diesmal in der Schweiz.

Worum ging es? Urspünglich musste man als Ausländer in der Schweiz, wenn man einen schweizerichen Pass haben wollte, zur Gemeinde gehen. Dort wurde dann darüber abgestimmt, und wenn das für den Antragssteller mit einer Niederlage geendet hat, dann hatte er schlichtweg keine Chance, sich zu wehren. 2003 wurde diese Praxis geändert und es wurde die Möglichkeit des Einspruchs geschaffen. Die SVP (Schweizerische Volkspartei), die bereits mehrmals durch rassistische Kampangen aufgefallen ist, wollte dies rückgängig machen.

Oder um es mit den Worten der Deutschen Welle zu schreiben:

Das von Blocher (SVP) vorgeschlagene Verfahren hätte künftig wieder die Gemeinden geheim über die Passgesuche bestimmen lassen. Einspruchsmöglichkeiten bei einem Gericht hätte es dann nicht mehr geben sollen. Die Kampagane war eine Reaktion auf Urteile des Schweizer Bundesgerichts aus dem Jahr 2003. Darin waren die Kommunen verpflichtet worden, für Einbürgerungen ein rechtsstaatliches Procedere einzuführen, mit der Chance für Immigranten, sich einzuklagen. Die damalige Praxis war verworfen worden als diskriminierend und nicht mit internationalem Recht vereinbar. Davor gab es kommunale Voten über Einbürgerungsanträge, die bei Zuwanderern vom Balkan fast immer scheiterten.

Dabei setzte die SVP wiederholt auf eine rassistische Kampange mit solchen Plakaten:

Dieses Plakat wurde vor einigen Jahren breits schoneinmal eingesetzt, damals ging noch eine Welle der Empörung durch das Land. Heuer interessierte das offensichtlich keinen mehr so richtig. Im Gegenteil, selbst beim einfachen Bürger entstehen völlig unbegründete Ängste vor eine Islamisierung der Schweiz. “Dann haben wir hier bald überall Minarette”.

Um so besser ist das Ergebnis der Volksabstimmung letzten Samstag. Die Schweizer sprachen sich mehrheitlich gegen die Verschärfung des Einbürgerungsgesetzes aus, wie es Blocher von der SVP gewünscht hatte.

Weiterführende Artikel:

Grüzli aus Luzern

Diesmal auch noch von den Bloggergenossen Chris und Andy von GONORREA.

Im Hintergrund der Vierwaldstättersee.

Alles nicht so wild…

Das Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Basel und den Berner Young Boys sowie die Meisterfeier sind am Samstag in Basel ohne grosse Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Die Polizei setzte aber Gummischrot gegen gewaltbereite Fans ein.

(Quelle: 20 Minuten, Hervorhebung von mir)

Grüzli vom Uetliberg

Das ist sie, die fantastische Aussicht vom Uetliberg:

Und Elche habe ich auch gesehen. Elche!!! Echte, lebende Elche!!!!!! Im Wildpark Langenberg.

Grüzli vom Zürichsee

Kurztrip nach Süden

Auch wenn Wien dieses Wochenende sehr empfehlenswert ist, werde ich ein paar Kilometer weiter westlich sein, nämlich in der…

Na, erraten? Alle, die jetzt “Schweiz” gebrüllt haben, haben Recht. Dort wird das Wetter sicher auch nicht weniger schlecht. Das letzte mal war ich da vor ziemlich genau 4 Jahren, damals hatte ich das Fahrrad dabei. Das bleibt diesmal daheim, lohnt sich auch nicht für drei Tage.

Hier wird es die nächsten Tage zwar ein paar vorbereitete Artikel geben, Kommentare kann ich aber erst nächste Woche wieder freischalten.