Archiv für die Kategorie ‘Schweiz’

Kickern auf Schweizerisch

Andere Länder, andere Sitten. So sieht ein Kickertisch in der Schweiz aus. Gesehen habe ich den dieses Jahr in Leipzig auf der Buchmesse. Wenn die eine Seite ein Tor schaffte, ertönte ein lautes “MUUUHHHH”, auf der anderen Seite ein lautes Kuhglockengebimmel. War schon witzig. :) Wäre zur Abwechslung auch mal was für das AZ Conni (Grüße an die Kickerfreundinnen und -freunde dort!)

Gerüchte, nachdem die Schweizer Fußballnationalmanschaft auch aus Kühen besteht, entbehren übrigens jeglicher Grundlage. Ist ja schließlich nicht Bayern, wo das beliebte Spiel “Die Kuh scheißt auf das Feld” zum Nationalheiligtum gehört. :D

Polizei in Luzern knüppelt Strassenfest nieder

Bei Gonorrea kann man lesen1, dass in Luzern (Schweiz) ein nicht durch die staatlichen Organe genehmigtes Straßenfest für kulturelle Freiräume auf brutalste Art und Weise durch die Bullen aufgelöst wurde und selbst schwangere Frauen eingesperrt wurden. Diese Übergriffe seitens der Staatsmacht gibt es also nicht nur in Deutschland. Dort passen sie auch zu den Wahlerfolgen der Rechten in der Schweiz.

Hier die Medieninformation der Aktion Freiraum, veröffentlicht bei Indymedia Schweiz:

200 Personen von einem riesigen Polizeiaufgebot verhaftet. Unverhältnismässige Aktion gegen friedliche Jugendliche. 150 Personen verhaftet, darunter viele Unbeteiligte (u.a. auch Touristen). Bedenklich, dass politische Aktionen für Übungseinsätze gegen Hooligans (EURO08 Vorbereitung) missbraucht werden.

Im Vögeligärtli besammelten sich um 20Uhr circa 200 Personen, um ein “Strassenfest für mehr kulturelle Freiräume” durch die Stadt Luzern zu veranstalten. Um 20.15Uhr fuhr die Polizei von allen Seiten mit einem absolut unverhältnismässigen Aufgebot von mind. 400 Polizisten in Kampfmontur beim Vögeligärtli auf und kesselte die friedlichen Teilnehmer ein. Die anwesenden Medien und Beobachter wurden von der Polizei abgedrängt, damit diese nicht sehen konnten, wie die Polizei wehrlose TeilnehmerInnen aus dem Polizeikessel verhaftete und in bereitgestellte Gefangentransporter verfrachtete. Oft ging die Polizei dabei unverhältnismässig und mit Gewalt (Schlagstockeinsatz) vor. Dabei kam es auch zu einigen Verletzen. Auf einen Teilnehmer kamen dabei 5 Polizisten. Uns ist nicht bekannt, warum für eine einfache Verhaftung zur “Gefahrenabwehr” (O-ton: Beat Henseler. Kommandant Kapo Luzern) so viele Polizisten in Kampfmontur nötig sind.

Auch ein zweiter spontaner Umzug wurde gestoppt und mit Gummischrott und Wasserwerfer attackiert, obwohl keine Anzeichen von Aggressivität oder “Chaotentum” unter den TeilnehmerInnen bestanden.
Die Sicherheitsdirektorin begründete das riesige Aufgebot damit, dass die Stadt vor der EM08-Verlosung in einem guten Licht stehen sollte. Die Polizei hat aber durch ihr Verhalten selbst die negativen Bilder für ausländische Medien geliefert. Ein bisschen mehr Pragmatik statt krasser “Verhinderungsideologie” tut not!

Rechtstaatlich bedenklich ist, dass für Personen, die sich zufällig um 20.15 Uhr im Vögeligärtli befanden, NIE eine Möglichkeit bestand, aus dem Kessel heraus zu kommen. Somit wurden Personen verhaftet, ohne dass sie wussten, dass sie sich an einem nicht genehmigten Anlass befanden. Dazu zählen auch Touristen und Schaulustige…

Aus Polizeikreisen wird berichtet, dass dieser Polizeieinsatz bereits seit langer Zeit geplant war. Sie hatte seit geraumer Zeit mit einer Aktion aus dem Umfeld der Alternativkultur gerechnet und den Einsatz vorgeplant. Die Aktion ist auch im Rahmen einer Übung für die EURO 08 (Zusammenarbeit des Zentralschweizer Polizeikonkordat) zu sehen.
Es ist bedenklich, dass politische Aktionen für Übungseinsätze gegen Hooligans missbraucht werden!

Die Polizei zog es vor in der ganzen Stadt eine unkontrollierbare und unnötige Situation zu erzeugen. Die Polizei agierte aggressiv, planlos, chaotisch und verschleuderte unnötig zig Tausende Franken an Steuergelder.

Wir hatten bis am Samstagnachmittag Gespräche geführt mit der Stadt für einen reibungslosen Ablauf und eine Bewilligung von unserem Fest. Diese sind aber alle an der Unnachgiebigkeit der Stadt gescheitert, da es diesen anscheinend wichtiger war ihre Übung für die EM08 durchzuziehen, als die Ausübung demokratischer Grundrechte zu gewährleisten.

Dass unsere berechtigten Anliegen dafür hinhalten müssen, ist absolut unhaltbar! Wir fordern, dass die politische Verantwortungsträgerin zur Verantwortung gezogen wird! Ursula Stämmer hat ihr politisches Kapital mit dieser – dem Image Luzerns schadenden Aktion – verspielt! Die Stadt Luzern braucht mehr pragmatische Entscheidungen statt starre “Verhinderungsideologie”!

Aktion Freiraum

  1. Hier kann der Artikel bei webnews bewertet werden. []

6. Oktober in der Schweiz: SVP nicht willkommen – ganz FEST GEGEN RASSISMUS

In der Schweiz findet derzeit Wahlkampf statt. Besonder schlecht hebt sich dabei die Schweizerische Volkspartei (SVP) hervor, die mit einer eindeutigen rassistischen Kampange um die Stimmen der kleinbürgerlichen Wähler buhlt. Dabei werden in einer (geklauten) Grafik mehrere weiße Schafe dargestellt, die ein schwarzes Schaf rauskicken.

Das dies auch in der kleinen Schweiz nicht einfach so hingenommen wird, zeigen entsprechende Gegenreaktionen.


(Bildquelle)

Das Watchblog Islamophobie berichtete darüber: “Der Sonderberichterstatter der UN kritisiert die zunehmende Islamophobie, setzt einen Schwerpunkt auf die SVP und die SVP ist beleidigt.”

Die schweizer Webseite “Das schwarze Schaf” ruft zu einem Fest gegen Rassismus auf:

Am 6.10. findet in Bern ein Grossaufmarsch von AnhängerInnen einer zunehmend unverschämt rassistisch auftretenden Partei statt. Wir wollen der SVP die Berner Altstadt nicht allein überlassen, genauso wenig wie wir unsere Zukunft rassistischer, demagogischer und unsozialer Politik überlassen werden.

Bitte beachte unseren Aufruf sowie die Materialien (Flugblätter, Webbanner etc.)

Bisher haben wir von der Stadt Bern noch keine Bewilligung für “ganz FEST GEGEN RASSISMUS” erhalten. Infos und Communiqués dazu findest du unter Aktuelles

[UPDATE]
Wen wunderts, die NPD stellt sich auf das selbe Niveau wie die SVP und benutzt auch die Grafik mit den Schafen.

Schweizer Antifaschisten hacken Mailverkehr von Nazis

Was für ne geile Aktion! Einer schweizer antifaschistischen HackerInnengruppe ist es gelungen, den kompletten Mailverkehr einer der bedeutensten Neonaziorganisationen (PNOS) in der Schweiz zu hacken. Diesen haben sie jetzt zum Download zur Verfügung gestellt.

Siehe Indymedia Schweiz.

Aufgefallen ist mir diese Aktion, weil sie sogar bei heise online Erwähnung fand.

108 Tasten sind auch eine Faust!

Eine der veröffentichten Mails hat es in sich. Sie zeigt, auf welchem niedrigen Niveau die Nazis leben, wenn sie unter sich sind.

Das Militär wird bis zur 10ten Woche nur besser, dann gehts wieder bergab :-P Nene, das packst Du schon. Hart wird wohl der Sexentzug sein, ausser Du hast Vögel, die abundzu mal die Seife in der Mannschaftsdusche fallen lassen!
Ich hätte gerne das kurzärmige Hemd. Wie machen wir das mit der Übergabe? Bringt es mir deine Schwester? :-)

Danke noch für den Sitzungsplan. An der letzten DV war das Hauptschwergewicht die Medien- sowie Öffentlichkeitsarbeit und Werbestrategie. Ansonsten ging so das Übliche durch die Runde; Skinheads, Oi, Saufen, Prügeln, illegale Internetseiten, ominöse Cd-Koffer, gegen Juden und Demokraten hetzen (ist ja eigentlich sowieso das selbe), und so. Spring hat das Protokoll als Printausgabe, er kann Dir ja ein Exemplar schicken. Machen das nicht mehr per Email. @antifa: Nicht wegen euch, es haben einfach nicht alle Leute einen Drucker. So wie ich zum Beispiel.

Was willst Du im Fresspaket? Sexhefte, Gummimöse (die vom TB), Dildo, negride Gummipuppe, Kondome, Seife, Trockenfleisch, Schokolade, Schleckzeugs, Buch, Alkohol, Kleider, die Antifa-Agenda ’07?

Was für Deppen…

Wie man in der Schweiz einen Drucker wartet.

Es ist nie, wirklich nie der Drucker schuld. Es ist immer so, das der Anwender ein Depp ist und alles prinzipiell mal falsch macht. Aber der Drucker ist nie schuld.


Tintenstrahl Problemkiller – MyVideo

(Link bei MyVideo.de)

Ich habe meinen letzten *****-Drucker auch so gewartet.

Neutralität der Schweiz

Das kleine Land in den Alpen, die Schweiz, ist bekannt für seine politische Neutralität gegenüber anderen Staaten. Aus diesem Grund ist das Land z.B. nicht Mitglied der NATO und wurde erst 2002 Mitglied der UNO. (Nebenbei erwähnt, Frauen dürfen in der Schweiz erst seit 1971 an Wahlen teilnehmen, endgültig ist das sogar erst seit 1990 durchgesetzt.)

Die Neutralität hinderte das Land bisher allerdings selten daran, sich eben nicht neutral gegenüber faschistischen und rassistischen Staaten zu verhalten, wenn dies dem Geldbeutel der Eidgenossen nutze.

So wurden während der Diktatur der Faschisten in Deutschland (1933-45) nicht wenige jüdische Menschen an den Grenzen der Schweiz als Flüchtlinge abgewiesen, anderseits bestanden aber gute wirtschaftliche und wichtige Verbindungen zu Deutschland.

Auch am internationalen Embargo gegen Südafrika während der Zeit der Apartheid beteiligte sich die Schweiz nicht.

Wie groß die Doppelmoral diese “Neutralität” ist, zeigt das Beispiel Kuba. Bereits zum fünfzehnten Mal forderte die UNO-Generalversammlung mit 183 zu 4 Stimmen (und eine Enthaltung) die Aufhebung der der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen den Inselstaat. Das ist jedoch kein Grund für die zwei Schweizer Großbanken Crédit Suisse und UBS, so die Aussage der Partei der Arbeit der Schweiz (PdA), diese Resolution etwa zu achten. Im Gegenteil, sie bleiben weiterhin bei ihrer Blockade gegen Kuba und stehen damit in einer Linie mit den USA.

Quellen:
- RedGlobe “Schweizer Grossbanken blockieren Cuba – PdA fordert Boykott”
- Pda “Kuba-Embargo: Die Grossbanken tanzen nach der Pfeife der USA”